ArtJunk
No. 40—2022

This Week

Pedigree

NKR – Neuer Kunstraum

Jody Korbach, Robert Olawuyi

Info: Verbindungen zwischen den Arbeiten von Olawuyi und Korbach stellen das Wort Pedigree (engl. Herkunft) und diese Fragen her: Wie sind Klassenzugehörigkeit oder gesellschaftliche Identität an das kapitalistische System oder antikapitalistische gesellschaftliche Bewegungen gekoppelt? Und wie funktioniert das im Kunstbetrieb? Robert Olawuyi hält einen Vortrag über einen neuen Akademismus und den alten Kapitalismus. Seine These: Die zeitgenössische Kunst ist akademisch. Die Abschaffung des ästhetischen Urteils ist eine notwendige Folge ihres akademischen Charakters und ihrer Verwandtschaft mit dem Kapitalismus. Jody Korbach zeigt Plakate und Give Aways. Ihre These: Es hilft alles nichts. Also wird agitiert und geworben, gezockt und gebissen. 19:30–21 Uhr: Vortrag Robert Olawuyi.

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Down The Rabbit Hole

KIT – Kunst im Tunnel

Offert Albers, Philipp Baumann, Yukie Laurentia Beheim, Janine Böckelmann, Philippe Derlien, Sven Dirkmann, Viktoria Feierabend, Magda Frauenberg, Alexander Gdanietz, Christoph Görke, Sonja Heim, Konstantin Holle, Franka Hörnschemeyer, Jella Jess, Konstitutiv der Möglichkeiten, Aljoscha Lahner & Dennis Buckland, Ye Li & Antonia Hermes, Pia Litzenberger, Philipp Naujoks, Swinda Oelke, Karoline Schultz, Anna Shpak, Pauline Simon, Linda Skellington, Sophie Isabel Urban, Emil Walde, Flora Weber – Student*innen, Absolvent*innen oder Künstler*innenkollektive der Klasse Franka Hörnschemeyer

Info: In der Gruppenausstellung Down The Rabbit Hole arbeiten Künstler*innen medienübergreifend mit Fragen nach Beziehungen im und mit Raum. Die Student*innen, Absolvent*innen und Künstler*innenkollektive der Klasse Franka Hörnschemeyer erforschen und verbinden die räumlichen Gegebenheiten des KiT mit ihren jeweiligen Arbeiten. Die Ausstellung folgt der Bewegung des Herabsteigens, des Sich-Vertiefens mitsamt der inhärenten Gefahr sich zu verlieren oder aber der Chance Ungeahntes zu entdecken. Down The Rabbit Hole referiert einerseits auf digitale Netzwerkstrukturen, die durch Verlinkungen unwillkürlich zu einem Immer-Tiefer-Sinken verleiten, bei dem unerwartete Wege entdeckt und neue Verbindungen geschaffen werden. Andererseits erinnert das Zitat an Lewis Carolls Erzählung von Alice im Wunderland, in der jegliche logische Struktur – von Körperdimensionen über die Bedeutung der Sprache bis hin zur Zeitlichkeit – die dem Menschen halt gibt, verzerrt wird.

KIT – Kunst im Tunnel Klasse Franka Hörnschemeyer Kunstakademie Düsseldorf ArtJunk

Umarmung

IKOB – Museum für Zeitgenössische Kunst

Johan Tahon

Info: Johan Tahon wurde 1965 in Menen / Menin geboren und arbeitet in Oudenaarde (Belgien). Er studierte Bildhauerei an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Gent und gilt seither langer Zeit als einer der wichtigsten belgischen Künstler seiner Generation. Für das IKOB – Museum für Zeitgenössische Kunst ist er kein Unbekannter, denn er stellte bereits 2007 zusammen mit Ronny Delrue in Eupen aus und wurde auch später immer wieder in Sammlungsausstellungen präsentiert. Ausgangspunkt seiner neuerlichen Rückkehr nach Eupen, war ein Gespräch, indem er offen zugab, dass er die Arbeit Xanax (2006) die seit nunmehr 16 Jahren Teil der IKOB Sammlung ist, gerne überarbeiten würde. Daraus entwickelte sich das Ausstellungsprojekt Umarmung, das viele drängende Fragen an die Kunst, ihrer Konservierung, die damit verbundenen Autor*innenrechte und die Aufgabe der Museen im Allgemeinen aufwarfen. 15 Uhr: Direktorenführung durch die Ausstellung.

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Upcoming

Max Ernst und die Natur als Erfindung

Kunstmuseum Bonn

Hans Arp, Lothar Baumgarten, Joseph Beuys, Tacita Dean, Max Ernst, Claudia Fährenkemper, Fischli/Weiß, Ernst Fuhrmann, Tamara Grcic, Rebecca Horn, Paul Klee, Nanne Meyer, Joan Miró, Hartmut Neumann, Richard Oelze, Sigmar Polke, Dieter Roth, Thomas Ruff, Eva-Maria Schön, Nicole Schuck, Bernard Schultze, Ursula Schultze-Bluhm, Yves Tanguy, Wols

Info: Die Ausstellung Max Ernst und die Natur als Erfindung untersucht das Werk von Max Ernst als Entwurf einer alternativen Naturgeschichte im Kontext der Kunst seiner Zeit bis in die Gegenwart. In seiner Histoire naturelle von 1926 hat Max Ernst dazu selbst ein Modell formuliert, das von der Entstehung der Welt, über Flora und Fauna zum Menschen und zum Kosmos reicht. Natur wird als provozierender und inspirierender Raum des Möglichen erfasst, der mit der Haltung Max Ernsts übereinstimmt, dass Kunst keine Festlegung und keine Grenzen sucht, dass der Künstler sich selbst nicht finden darf. Mit der Hilfe von Techniken wie Collage, Frottage oder Décalcomanie schuf Max Ernst ein so ver­führerisches wie beunruhi­gendes surreales Universum, eine eigene parallele Bildwelt, die die gleiche Wahrscheinlich­keit und Überzeugungskraft besitzt wie die scheinbar wissenschaftlich bestätigte Natur. Die Auswahl der Gemälde, Zeichnungen, druckgrafischen Blätter und Fotografien bezieht neben Max Ernst 25 Künstler*innen ein, die die Natur ebenfalls als das zugleich vertraute und fremde Andere entwerfen. Dabei zeigt sich die Kunst als das Medium, das geeignet ist, der Natur als einem entzauberten Gegenstand der Forschung und des Konsums Überraschung, Irritation, Geheimnis zurückzugeben. Die Ausstellung nutzt die umfangreichen Bestände des Kunstmuseums Bonn (Sammlung Bolliger, Sammlung Wilfried und Gisela Fitting) und erweitert sie um bedeutende Leihgaben aus Museen und Privat­sammlungen.

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In Flagranti

Museum Schloss Moyland

Isabella Fürnkäs

Info: Mit ihrer künstlerischen Intervention in der Kapelle des Museum Schloss Moyland tritt Isabella Fürnkäs in einen subtilen Austausch mit den historisch aufgeladenen Räumen des Museums: Als Stipendiatin des Förderprogramms BERLIN MASTERS 2022 verbrachte die Künstlerin im Rahmen der Schliemann Residency sechs Wochen in Saint-Rémy-de-Provence, wo sie unter anderem die neue Videoinstallation für das Museum entwickelte. Mit ihrer ortsspezifischen Multimedia-Installation entsteht vor Ort ein Raum im Raum, dessen Öffnung die Besucher*innen nach Tokio führt. Des Weiteren zeigt die Künstlerin großformatige Tropfen aus eigens mundgeblasenem Rubinglas, die einen spannungsreichen Dialog mit Georg Meistermanns Fenstern eröffnen. Es sprechen Dr. Antje-Britt Mählmann (Künstlerische Direktorin, Museum Schloss Moyland) und Isabella Fürnkäs (Künstlerin). Danach laden wir Sie zum Ausklang in der Bar Mezzogiorno (Installation von Florian Hüttner und Daniel Maier-Reimer) ein.

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Feierliche Einweihung: Mark Dion – Witches’ Cottage

Museum Morsbroich

Mark Dion

Info: Wir laden herzlich ein zur feierlichen Einweihung von Mark Dions Witches’ Cottage am Sonntag, 16. Oktober 2022, 15–18 Uhr. Mark Dion hat für den Morsbroicher Skulpturenpark ein Witches’ Cottage entworfen, eine Verrücktheit (Folly) in der Tradition englischer Land­schaftsgärten. Als sprechende Architektur zeichnet das Hexenhaus mit seiner vielteiligen Einrichtung das Porträt einer rheinischen Hexe, die hier tätig (gewesen) sein könnte. (…) Der Künstler ist anwesend / Programm 15 Uhr: Festakt mit Grußworten von Jörg van den Berg (Direktor, Museum Morsbroich), Alice Steinebach (Freundinnen des Museums), Karin Schmitt­-Promny (Stellv. Vorsitzende, Landschaftsversammlung Rheinland) und Fritz Emslander (Kurator, Museum Morsbroich) / Kaffee & Kuchen / 15–17 Uhr: Kunstentdecker – Offene Familienwerkstatt auf den Spuren der Hexen / 16 Uhr: Festvortrag mit Prof. Dr. Petra Lange­-Berndt (Universität Hamburg) / Witches’ Cottage – Umtrunk / 16–18 Uhr: Botanicals – Kräutercocktails mit und ohne / 17 Uhr: Vorstellung einer Hexe.

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