ArtJunk
No. 04—2022

This Week

Drawings | Zeichnungen 1963–2020

Sies + Höke

Gerhard Richter

Info: Aus Anlass von Gerhard Richters 90. Geburtstag am 9. Februar 2022 zeigt Sies + Höke eine Werkschau von Zeichnungen des Künstlers, die annähernd 60 Arbeiten umfasst und sieben Jahrzehnte Schaffenszeit abbildet. Ein umfangreicher Katalog mit einem Text von Dieter Schwarz, Herausgeber des Werkverzeichnisses von Gerhard Richters Zeichnungen, begleitet die Ausstellung. Gerhard Richters Werk ist geprägt von der fortwährenden Suche nach einem neuen und unverbrauchten künstlerischen Ansatz. Das Spannungsverhältnis von Figuration und Abstraktion, von Bedeutung und Banalität, welches sein malerisches Schaffen bestimmt, schlägt sich genauso in den verschiedenartigen Zeichnungen des Künstlers nieder. Auch hier arbeitet Richter gegen Bildnormen an, wobei die farbige Enthaltsamkeit der meisten seiner Zeichnungen wie ein Brennglas die Reduktion auf das Wesentliche bewirkt. So dient das Zeichnen Richter über viele Jahrzehnte hinweg als Konzeptionsfläche und Experimentierfeld. Die resultierenden Werke veranschaulichen die medienübergreifenden Bildfindungsprozesse des Künstlers.

Sies Hoeke Düsseldorf Gerhard Richter ArtJunk

Anna Polke über Sigmar Polke und die Venedig-Biennale 1986

Anna Polke-Stiftung

Anna Polke (Stifterin, Anna Polke-Stiftung, Köln), Nelly Gawellek (Kuratorin, Anna Polke-Stiftung, Köln)

Info: 1986 hat Sigmar Polke auf Einladung des Kurators Dierk Stemmler den Deutschen Pavillon auf der 42. Venedig Biennale bespielt und für seine dort installierte und gefeierte Athanor-Präsentation den Goldenen Löwen erhalten. In dieser Zeit sind viele seiner Farbproben und Lackbilder entstanden, von denen die Kunsthalle Düsseldorf eine Auswahl zeigt. Mit Blick auf diese Werke und auf den ebenfalls ausgestellten Athanor-Katalog, ein von Polke gestaltetes Künstlerbuch, wird Anna Polke anhand von eigenen Fotografien persönliche Einblicke in die Arbeit ihres Vaters vor Ort geben. Dies ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen und ein Eintauchen in die zeithistorische Situation, die besondere Atmosphäre zur Eröffnung in den Giardini und speziell im Deutschen Pavillon. Darüber hinaus wird die Experimentierfreude mit den Medien Fotografie und Malerei an einzelnen Werkbeispielen nachvollzogen. Venedig war für Sigmar Polke ein magischer, inspirierender Ort, der ihn künstlerisch inspiriert hat. Seinen dort hinterlassenen Spuren soll an diesem Abend nachgegangen werden. Ort: Kunsthalle Düsseldorf, Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf / Anmeldung unter bruns@kunsthalle-duesseldorf.de →

Kunsthalle Düsseldorf Sigmar Polke ArtJunk

waves

COSAR

Berit Schneidereit

Info: In Virginia Woolfs Roman Die Wellen, dem Berit Schneidereit den Titel für ihre Einzelausstellung bei COSAR entliehen hat, verschwimmen die Grenzen zwischen Poesie und Prosa. Sechs innere Monologe verweben sich zu Facetten einer Erzählung, die keine in sich geschlossene Geschichte, sondern eine erzählte Kontinuität ergeben. Virginia Woolf bezeichnete das Werk selbst als playpoem, ein Schauspielgedicht. Berit Schneidereit arbeitet in ihrer Fotografie auf ähnliche Grenzen verwischende Weise und bewegt sich stets zwischen verschiedenen Dualitäten: Schwarz-Weiß und Farbe, Fiktion und Dokumentation, Malerei und Fotografie, positiv und negativ. Auch die neuen für die Ausstellung entstandenen Serien stehen sich als gegensätzliche Pole gegenüber und setzen dennoch zwei Ansätze fort, an denen Berit Schneidereit bereits seit längerer Zeit arbeitet. (…) New location: COSAR, Birkenstr. 39, 40233 Düsseldorf.

Cosar HMT Düsseldorf Berit Schneidereit ArtJunk
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Upcoming

Kunst im Kontext #49: Volle Fahrt voraus. Pavillon-Erfahrungen in Venedig

Museum Ludwig

Yilmaz Dziewior (Direktor, Museum Ludwig)

Info: Der deutsche Außenminister hat Yilmaz Dziewior zum Kurator des deutschen Beitrags für die 59. Kunstbiennale in Venedig 2022 berufen. Der Direktor des Museum Ludwig wird dort eine Arbeit der Konzeptkünstlerin Maria Eichhorn (*1962 in Bamberg, lebt und arbeitet in Berlin) zeigen. Eichhorn stellt mit ihren künstlerischen Projekten bestehende gesellschaftliche Ordnungen und normative Setzungen in Frage. Sie beschäftigt sich u.a. mit den Produktions- und Rezeptionsbedingungen von Kunst sowie mit Arbeits-, Eigentums- und Besitzverhältnissen im gegenwärtigen und historischen Kontext. Warum Yilmaz Dziewior Maria Eichhorn ausgewählt hat und welche Erfahrungen er bei seinen Venedig-Vorbereitungen und -Recherchen gemacht hat, darüber spricht er in seinem Vortrag. Ort: Im Kino des Museum Ludwig (Anmeldung unter info@gesellschaft-museum-ludwig.de →) und via Live-Stream auf Facebook →

Museum Ludwig Köln Yilmaz Dziewior Biennale Venedig ArtJunk

Ich. Max Lieberman. Ein europäischer Künstler

KUNSTPALAST

Max Liebermann, Vincent van Gogh, Jean-François Millet, Claude Monet, Frans Hals, Rembrandt van Rijn u.a.

Info: Max Liebermann gilt als Wegbereiter der Moderne in Deutschland. Bereits zu seinen Lebzeiten wurde er als Künstler international hochgeschätzt. Die rund 120 Gemälde umfassende Ausstellung präsentiert ausgewählte Werke Liebermanns neben denen seiner Malerkolleg*innen aus verschiedenen europäischen Kunstzentren. Die Werkauswahl zeigt, wie sich die Künstler*innen dieser Epoche über die Grenzen hinweg ausgetauscht und beeinflusst haben und wie sehr Liebermanns Erfolg durch seine Auseinandersetzung mit der Kunst anderer Länder bedingt war. Dem Einfluss Liebermanns auf die Düsseldorfer Kunstszene wird ein eigener Raum gewidmet.

Kunstpalast Düsseldorf Max Liebermann Der Papageienmann ArtJunk

PULP

Mouches Volantes

Roh Kanim, Anys Reimann, Theresa Weber, Latefa Wiersch

Info: Die Gruppenausstellung PULP artikuliert eine vierstimmige transkulturelle Verkörperung, deren hauchdünne Membran den Blick von außen in die Materie erlaubt. Es werden Themen wie Transkulturalität im Sinne von hybriden Körpern und deren Transformationen, Erweiterungen, und Markierungen verhandelt. Hier entsteht ein Raum der Selbstzuschreibung. Die körperliche Repräsentation als gegenüberstellende Installation zeigt entblößte Häute, prothetische Körperzeichen, abstrahiert und durchpulst von ihrem/seinem Klang. Die KünstlerInnen sprechen in Ihren Arbeiten von Annäherung, Resillienz und Humor, und verweigern durch Störung und Ironie bekannte Codes der Exotisierung, des Fetischs und der Objektivierung. Ihre Materialitäten vernetzen sich in Behauptungen, Erfahrungen und deren Sound zu einem physischen Ort.

Mouches Volantes Köln Kanim Reimann Weber Wiersch ArtJunk
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