ArtJunk
No. 39—2026

 

 

This Week

Tobias Abel

Info: Das Atelier von Tobias Abel mit seinem grau gestrichenen Holzdielenboden und den reinweißen Wänden wirkt wie eine Zelle. Auch die Inneneinrichtung beschränkt sich auf ein Minimum: Tisch, Stuhl, Bücherregal, eine einfach gestaltete Kommode aus Tischlerplatte. Im ersten, nur mit Tisch und Rechner ausgestatteten Raum werden analoge und digitale Projekte platziert, zum ersten Mal in den Raum eingefügt. Der zweite, ebenso spartanische Raum dient als Lager mit Archiv aus Katalogen, Sammelordnern, Schachteln. Die Ökonomie der Atelierräume und die dort spürbare Arbeitsdisziplin sind Bedingung für die Entstehung von Abels Œuvre. In seiner meisterlich-handwerklichen Arbeit scheint es vorrangig um Form, Dimension und Farbsystematik zu gehen. Bei näherer Anschauung zeigt sich eine weitere Ebene. Die gemalten Flächen wirken mal strukturiert, mal opak, mal metallisch. Der Farbauftrag und die Malmethode sind sichtbar. Die Konstruktion (Dimension) in Licht und Raum wird so zum Träger einer Haut. Abels Vorgehen verweist damit auf die poetische Tradition der Malerei. Die sorgfältige Entstehung (in der Zeit) und die asketische Präsentation (im Raum) stimulieren aber gleichzeitig ein Reset der sinnlichen Wahrnehmung im aktuellen Kontext. Durch die räumliche Trennung von Haut und Form in den Räumen von Fünfundvierzigsekunden ergibt sich eine Didaktik der Wahrnehmung. Der Künstler Tobias Abel erinnert an den Maler Fra Angelico: die Klosterzelle als Atelier, um das Motiv in die Fläche hineinzubeten. (…)

Fünfundvierzigsekunden 45" Köln Tobias Abel ArtJunk

Lothar Baumgarten, Johannes Bendzulla, Katja Davar, Elger Esser, Valerie Fiona Feldhaus, Franz Gertsch, Marie Grothe, Christoph Knecht, Silke Leverkühne, Rita McBride, Giuseppe Penone, Anja Schubert, Tom Seidel, Tatjana Valsang

Info: Der Künstlerverein Malkasten besitzt mit seinem Park ein einzigartiges Refugium und hochrangiges Gartendenkmal mitten in Düsseldorf, dessen Ursprünge bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückgehen. Die Ausstellung Garten der Möglichkeiten erzählt anhand von historischen Dokumenten und Bildern von der Geschichte dieses Parks – und schlägt eine Brücke in die Gegenwart und zu unserem Naturverständnis heute. Es geht um Mensch und Natur, um Natur und Landschaft, um Landschaft und Garten, und es kommen unterschiedliche Medien in der Ausstellung ins Spiel. (…) Zur Eröffnung im Theatersaal sprechen Christoph Westermeier (1. Vorsitzender, Künstlerverein Malkasten), Angélique Tracik (Leiterin, Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf), Elfi Scho-Antwerpes (Repräsentanz, LVR – Landschaftsverband Rheinland), Katharina Wettwer (Geschäftsführerin, Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf) und Beate Kolodziej (Kuratorin der Ausstellung, Künstlerverein Malkasten) / Ort: Malkastenforum.

Künstlerverein Malkasten Melissa Nur Korkmaz ArtJunk

Lise Gujer, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff u.a.

Info: Die Ausstellung Kunst Hand Werk Brücke rückt erstmals das Kunsthandwerk der Künstlergruppe Die Brücke in den Fokus. Neben ihren expressionistischen Arbeiten machten sie unterschiedliche Formen des Kunsthandwerks für sich brauchbar. Sie fertigten Möbel, Gebrauchsgegenstände, Briefpapiere, Glasmalereien, Schmuck und Entwürfe für Wohntextilien, um ihre Vorstellung einer Lebensweise, in der Kunst und Leben untrennbar miteinander verbunden sind, zu realisieren. Als Inspirationsquelle diente ihnen dabei volkstümliche Handwerkstradition und außereuropäische Kunst. Welche fundamentale Bedeutung das Kunsthandwerk für das Schaffen der Brücke-Künstler hat, zeigen die Kunstmuseen Krefeld mit dieser Ausstellung in Haus Lange – dort wo die expressionistischen Werke des Bauherrn und Sammlers Hermann Lange schon in den 1920er Jahren beheimatet waren. (…) Ort: Haus Lange / Parallel eröffnet in Haus Esters Slavs and Tatars: Handdschob / Die Kurator*innen und Künstler*innen der Ausstellung Handdschob werden anwesend sein / Es sprechen Dr. Katharine Leiska (Kulturbeauftragte, Stadt Krefeld), Dr. Michael Reitemeyer (Leitung, Abteilung Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen), Samuel Fickinger (Referent, Rudolf-August Oetker-Stiftung), Katia Baudin (Direktorin, Kunstmuseen Krefeld) und Ann-Kathrin Hörrlein (Kuratorin, der Ausstellung) / 14 Uhr: Lesung von Egana Djabbarova, Haus Esters / 14:30 Uhr: Gespräch von Slavs and Tatars mit Katia Baudin (Englisch), Haus Esters / 15:30 Uhr: Performance von Nadia Markiewicz, Haus Esters.

Kunstmuseen Krefeld Haus Lange Haus Esters Ernst Ludwig Kirchner ArtJunk
→ Alle Termine der Woche

Upcoming

Berit Schneidereit. Entangled Lines x Sigmar Polke. Athanor NOW

Kunsthaus NRW Kornelimünster

Berit Schneidereit, Sigmar Polke

Info: Im Rahmen des internationalen Forschungs- und Vermittlungsprojekts Sigmar Polke. Athanor NOW, initiiert von der Anna Polke-Stiftung, entwickelt die Künstlerin Berit Schneidereit (*1988, lebt und arbeitet in Düsseldorf) für das Kunsthaus NRW ein ortsspezifisches Ausstellungsprojekt, das über den Zeitraum eines halben Jahres in zwei ineinandergreifenden Teilen realisiert wird. Ausgehend von erweiterter Fotografie als einer liquiden, prozesshaften und materialbasierten künstlerischen Praxis untersucht Schneidereit das fotografische Medium als Ausdruck eines Kontinuums von Zeit und Raum. Zentrale Bezugspunkte bilden dabei Sigmar Polkes Dürerschleifen, die 1986 Teil seiner ikonischen Athanor-Installation im Deutschen Pavillon der Biennale von Venedig waren, sowie seine experimentellen fotografischen Arbeiten mit Pflanzenranken aus dem gleichen Zeitraum. (…)

Kunsthaus NRW Berit Schneidereit ArtJunk

ZUFLUSSREGELUNG

Brunhilde Moll Stiftung

Wilhelm Mundt

Info: Der Bildhauer Wilhelm Mundt bezeichnet seine skulpturalen Arbeiten Trashstones gerne als Klumpen, die formal an Findlinge erinnern. Er fertigt sie seit den späten 1980er Jahren aus anorganischem Abfall, den er zu einer festen Form zusammenbindet, mit Glasfaser überzieht und z.T. mit Farbe gestaltet. Die Gruppe ist der konzeptionelle und formale Ankerpunkt seines Werks, auf den er in Installationen, Fotoarbeiten, Zeichnungen und Videoarbeiten Bezug nimmt. Inhaltlich beschäftigt sich Mundt sich mit der Frage von Produktion und Erfindung. Die Ausstellung ZUFLUSSREGELUNG vereint unterschiedliche Arbeiten des Künstlers aus mehreren Jahrzehnten seines Schaffens. Behutsam bauen vor allem die Skulpturen eine Beziehung zu den Ausstellungsräumen auf und knüpfen an deren ursprüngliche Funktion als Atelierräume an. Wilhelm Mundt (*1959 Grevenbroich) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg, Klaus Rinke und Irmin Kamp. Er war Professor für Bildhauerei an der HfBK Dresden. Seine Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland.

Brunhilde Moll Stiftung Wilhelm Mundt ArtJunk

Katharina Sieverding im Dialog mit Joseph Beuys

Museum Schloss Moyland

Katharina Sieverding, Joseph Beuys

Info: In dieser Ausstellung tritt Katharina Sieverding in einen Dialog mit ihrem ehemaligen Professor Joseph Beuys. Der Fokus der Ausstellung liegt auf Sieverdings Zeit an der Düsseldorfer Kunstakademie. Sie fasst Aspekte von Beuys‘ Lehre wie Beteiligungsprozesse und Werte wie Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie ins Auge. Dafür steht unter anderem die 233-teilige Fotoarbeit Eigenbewegung von 1969, die von der Künstlerin für die Ausstellung als Filmarbeit neu konzipiert wurde. Eigenbewegung zeigt viele Protagonisten jener Jahre, darunter Joseph Beuys, Johannes Stüttgen, Imi Knoebel, Blinky Palermo, Chris Reinecke und Jörg Immendorff. Vor ihrer Zeit an der Kunstakademie entwarf Sieverding Kostüme und Bühnenbilder als Studentin von Teo Otto und als Mitarbeiterin von u.a. Fritz Kortner am Wiener Burgtheater und stellte diese in szenische und inhaltliche Zusammenhänge. Erstmals ist eine Auswahl dieser Zeichnungen in einer Ausstellung zu sehen. (…)

Museum Schloss Moyland Katharina Sieverding ArtJunk
→ Alle zukünftigen Termine