ArtJunk
No. 39—2022

 

This Week

Screening & Gespräch: Another Eye – Karimah Ashadu

Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf

Karimah Ashadu (Künstlerin), Kathrin Bentele (Direktorin, Kunstverein Düsseldorf)

Info: Für die dritte Ausgabe von Another Eye zeigt die in Hamburg und Lagos lebende Filmemacherin Karimah Ashadu ihren Film Plateau (2021–2022). Im Zentrum steht die Arbeit in einer Zinnmine in der nigerianischen Region Jos Plateau, einem Grashochland im Zentrum des Landes, deren historischer Kontext ebenso eng mit den heutigen Lebensbedingungen der Bevölkerung wie mit der Geschichte des Landes verbunden ist. In verschiedenen Sequenzen lässt Ashadu die Bergleute, die Dorfbewohner und einen Landbesitzer von der sozialen und wirtschaftlichen Ausbeutung durch die britischen Kolonialmächte bis Mitte des 20. Jahrhunderts erzählen. Dabei folgt Plateauden herausfordernden und teilweise lebensbedrohlichen Arbeitsschritten des Zinnabbaus mit gleichsam ästhetischen wie dokumentarischen Bildern. Von Beginn an zieht Ashadu die Betrachter*innen in die zerklüftete Landschaft der Region und in die Zinnmine hinein. Wir folgen einem der barfüßigen Arbeiter über den ockerfarbenen, weichen Boden zu seinem Arbeitsplatz; beobachten seine Hände, die in gelbes Wasser getaucht mit gleichmäßig streichenden Bewegungen entschlossen den Untergrund bearbeiten und diesen mit einer Schaufel aufwühlen; das metallene Blatt zwischen den nur von Erde bedeckten Füßen, die sich in die Umgebung eingraben. (…) Nach dem Screening findet ein Gespräch mit Kathrin Bentele, Direktorin des Kunstvereins, statt / Ort: Salon des Amateurs, Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf.

Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf Karimah Ashadu ArtJunk

painting type shit

Ruttkowski;68

Devin Troy Strother

Info: Devin Troy Strother presents his third solo exhibition painting type shit at Ruttkowski;68 in Cologne. By openly exploring clear references and influences that shape his lens on art and the process of its creation – whether music, painting, sculpture, language and its adaption to certain slangs – Strother abstracts moments of a whole that resonate with him and lets them form into new, independent pieces of art – or, in children’s slang, art type of shit. Race and class issues are often woven into the narrative of his works, that comment and mirror society’s abysses. The new works process impressions from a variety of mainly prominent white artists. They are transitioned, his own nuances are blended in and colors changed – to sculpt an allegory about questioning the concept of originality, float with ideas of actual authenticity and acknowledge inspiration that shapes one’s perception of aesthetics. In particular, Strother extracts elements from the visual language of Philip Guston. In recent times his motifs have often been misinterpreted and understood in improper contexts, which enriches Strother’s work with the possibility of adding new visibility to perspectives of the conversation about art, impact and social meaning. This new body of work, including sculptures, paintings and works on paper which have never been shown before, emphasize that especially in a narcissist’s discipline, the claim of originality must be taken with caution.

Ruttkowski;68 Devin Troy Strother ArtJunk

Eine neue Kunst. Fotografie und Impressionismus

Von der Heydt-Museum Wuppertal

Eugène Cuvelier, Louise Deglane, Gustave Le Gray, Hugo Henneberg, August Kotzsch, Heinrich Kühn, Claude Monet, Camille Pissarro, Auguste Renoir, Paul Signac, Alfred Sisley, Gustav Eduard Bernhard Trinks u.a.

Info: Die Maler des Impressionismus und die Pioniere des jungen Mediums Fotografie erarbeiteten sich im 19. Jahrhundert neue künstlerische Zugänge zur Natur: Sie studierten verschiedene Lichtsituationen, Jahreszeiten und Witterungsverhältnisse und wählten häufig ähnliche ikonische Motive wie die markante Steilküste von Étretat, Szenen aus dem ländlichen Frankreich oder Ansichten der Metropole Paris. Die Ausstellung lenkt den Blick auf die frühe Geschichte der Fotografie und ihre Emanzipation als künstlerische Gattung im Dialog mit der Malerei. Anhand von mehr als 80 wertvollen Leihgaben aus Deutschland, Österreich und Frankreich werden die Berührungspunkte und Wechselwirkungen von Fotografie und Malerei vom 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert sichtbar. Zentrale impressionistische Gemälde aus der Sammlung des Von der Heydt-Museums treten in den direkten Dialog mit den künstlerischen Fotografien.

Von der Heydt-Museum Wuppertal Paul Signac Impressionismus ArtJunk
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Upcoming

Pedigree

NKR – Neuer Kunstraum

Jody Korbach, Robert Olawuyi

Info: Verbindungen zwischen den Arbeiten von Olawuyi und Korbach stellen das Wort Pedigree (engl. Herkunft) und diese Fragen her: Wie sind Klassenzugehörigkeit oder gesellschaftliche Identität an das kapitalistische System oder antikapitalistische gesellschaftliche Bewegungen gekoppelt? Und wie funktioniert das im Kunstbetrieb? Robert Olawuyi hält einen Vortrag über einen neuen Akademismus und den alten Kapitalismus. Seine These: Die zeitgenössische Kunst ist akademisch. Die Abschaffung des ästhetischen Urteils ist eine notwendige Folge ihres akademischen Charakters und ihrer Verwandtschaft mit dem Kapitalismus. Jody Korbach zeigt Plakate und Give Aways. Ihre These: Es hilft alles nichts. Also wird agitiert und geworben, gezockt und gebissen. 19:30–21 Uhr: Vortrag Robert Olawuyi.

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ins nirgendwie – digitale utopien

WELTKUNSTZIMMER

a204, Joe Gozie Böttcher, Derzu Campos, Dardex, Liu Entung, Mariia Fedorova, Dominik Geis, Olivia Heung, Jieyan Huang, Ailin Kertesz, Lauren Mofatt, Allyson Packer, Dorine van Meel, Julia Vergazova & Nikolay Ulyanov, Yinglin Zhou – in Zusammenarbeit mit Sami El-Enany, Khairani Barokka, Jamaica Heolimeleikalani Osorio, Serie (Cherie) Barford, Uvetōt Lorok

Info: die digitale zeigt unter dem Titel ins nirgendwie die Soloausstellung Silent Echoes von Dorine van Meel und eine Gruppenausstellung mit 14 verschiedenen Positionen zum Thema digitale Utopien. Dorine van Meel ist eine niederländische, international arbeitende Künstlerin, deren Schwerpunkt in der Video- und Performance-Kunst liegt. Durch die Kombination aus digital konstruierten Bildsequenzen, eingespielten Sounds und dem gesprochenen Wort erzeugt sie ein Gesamtkunstwerk mit einer eigenen Aura, die Besucher*innen in den Bann zieht. Ihre Videoinstallation Silent Echoes beschäftigt sich mit einer dystopischen Zukunftsvision. Ausgangspunkt ist eine angedeutete ökologische Katastrophe. Auf Wände im Ausstellungsraum projizierte, digital generierte Bilder zeigen geschmolzene, versunkene oder erodierte Objekte als stille Echos einer Vergangenheit, in der der aktuelle Lauf der Geschichte nicht aufgehalten wurde. Sie steht für das Versagen der Menschheit, rechtzeitig auf die drohende Katastrophe zu reagieren. Musikalische Begleitung zur Eröffnung: DJ Karmaboy.

Weltkunstzimmer Dorine van Meel ArtJunk

Johan Tahon: Umarmung

IKOB – Museum für Zeitgenössische Kunst

Johan Tahon

Info: Johan Tahon wurde 1965 in Menen / Menin geboren und arbeitet in Oudenaarde (Belgien). Er studierte Bildhauerei an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Gent und gilt seither langer Zeit als einer der wichtigsten belgischen Künstler seiner Generation. Für das IKOB – Museum für Zeitgenössische Kunst ist er kein Unbekannter, denn er stellte bereits 2007 zusammen mit Ronny Delrue in Eupen aus und wurde auch später immer wieder in Sammlungsausstellungen präsentiert. Ausgangspunkt seiner neuerlichen Rückkehr nach Eupen, war ein Gespräch, indem er offen zugab, dass er die Arbeit Xanax (2006) die seit nunmehr 16 Jahren Teil der IKOB Sammlung ist, gerne überarbeiten würde. Daraus entwickelte sich das Ausstellungsprojekt Umarmung, das viele drängende Fragen an die Kunst, ihrer Konservierung, die damit verbundenen Autor*innenrechte und die Aufgabe der Museen im Allgemeinen aufwarfen.

IKOB Johan Tahon ArtJunk
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