ArtJunk
No. 07—2026

 

 

This Week

Rebecca Racine Ramershoven (Künstlerin), Miedya Mahmod (Spoken Word Artist), Dr. Reyhan Şahin (Autorin, Rapperin)

Info: Mit der Arbeit Kiss my Anger setzt sich Rebecca Racine Ramershoven mit weiblicher/FLINTA* Wut, insbesondere bei People of Colour, auseinander. Durch offene Gespräche in einem geschützten Raum wird die Verbindung zwischen Emotionen, Körper und gesellschaftlichen Erwartungen sichtbar gemacht. Die Künstlerin lädt dazu ein, die eigene Stärke zu entdecken, sich gegen stereotype Rollenbilder zu wehren und die eigene Wut als Quelle der Kraft zu nutzen. Du möchtest Teil der Videoarbeit sein? Dann melde Dich jetzt für ein Interview am 20. Februar in Hagen an →. Um 19 Uhr startet in der Bismarckstr. 28 das Abendprogramm: Miedya Mahmod tritt als Spoken Word Artist auf. Anschließend performt Dr. Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray einen eigens für den Abend verfassten Spoken-Word-Text zu ihrem Buch Amazonenbrüste zum Thema Brustkrebs und weiblicher Wut. Don’t miss! Ort: Bismarckstr. 28, 58089 Hagen.

Urbane Künste Ruhr Wüten in Hagen ArtJunk

Sean Hemmerle

Info: Seit über zwanzig Jahren widmet sich der US-amerikanische Fotograf Sean Hemmerle (*1966) mit seiner Serie Hoops [engl. für Basketballkorb und auch das Spiel als solches], dem Thema Basketball als internationalem, grenz-, sprach- und religionsübergreifendem kulturellem Phänomen. Das erste Bild der Serie entstand 2003. Hemmerle dokumentierte damals Krisengebiete und war deshalb in den Irak gereist. Beim Anblick eines Basketballfeldes in Bagdad kam ihm der Gedanke, dass es sich – vor dem Hintergrund des umstrittenen Agierens der Bush-Administration – bei diesem Sport vielleicht um den bedeutendsten kulturellen Export der USA handeln könnte. Seitdem hat Hemmerle Basketballplätze quer über den nordamerikanischen Kontinent dokumentiert, von Arizona bis New Hamshire, von Texas bis Kanada, sowie vierzehn weitere Länder in Europa, Asien, Lateinamerika und Afrika bereist, um dort mit den Hoops das festzuhalten, was er als Symbol für eine bessere Form der amerikanischen Diplomatie begreift, da sie die eigentliche Vielfalt und den Geist seiner Heimat deutlich angemessener in der Welt zu repräsentieren vermögen als alle anderen Exportgüter. (…) Der Künstler ist anwesend.

Galerie Julian Sander Sean Hemmerle ArtJunk

Prateek Vijan

Info: We are thrilled to announce UN/SAFE, Prateek Vijan’s second solo exhibition at the gallery. Prateek Vijan’s second exhibition at Gallery Khoshbakht extends his engagement with histories of colonial looting, their entanglement with the Western museum, and British anti-restitution laws. UN/SAFE features a series of discarded vault doors—objects commonly used to secure precious private property—which serve as carriers for Vijan’s imprinted photographic notes. In the first room, a single fragmented image of a book collection centered on crime stretches across gleaming metal surfaces. Within Vijan’s critical yet poetic examination of legal constructs, this juxtaposition gestures toward the complex relationships between wealth, power, and knowledge production, as well as issues around legality, accountability, and crime. In the second room, fleeting images of locking mechanisms—essential components of the vaults—reappear on the slim metal doors as targets to be dismantled. They weave together Vijan’s research into institutional security infrastructures, lock-picking practices, and key-duplication machines. The aesthetic of technical precision is punctuated by repeating symbols, sketches, and photographs of animals, most frequently the image of a fly hovering silently over sterile stainless steel.

Galerie Khoshbakht Prateek Vijan ArtJunk
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Upcoming

Defection

Kölnischer Kunstverein

Monika Baer

Info: Wenigen gelingen Werke von solch durchgehender Spannung. Es ist, als würde von Werkgruppe zu Werkgruppe eine brennende Fackel übergeben. Oder als sei auf jeder Leinwand Haut besonders fest auf den Knochen gespannt. Es ist eine Spannung, die allein aus malerischen Setzungen rührt, die Monika Baer in den vergangenen dreißig Jahren immer weiter entfaltet hat. Kompromisslos hat sie dabei ein Werk entwickelt, das sich losgelöst von allen Strömungen bewegt. Baers Bildsprache tritt zeitlos auf und ist gleichzeitig stark mit der Gegenwart verbunden. Es sind anierende Bewegungen von dialektischer Natur, die ein geladenes Vibrieren erzeugen und auch die innerbildlichen Zusammenhänge charakterisieren. Defection zeigt ihre jüngsten Arbeiten. Sie treten in die Nachbarschaft der zuvor entwickelten Motivgruppe mit Mänteln, die auf Felsnischen oder Simsen abgelegt sind. Es handelt sich bei beiden Komplexen um Räume der Untiefe. Ihrer verschlossen bleibenden Dimension liegt etwas Rätselhaftes zugrunde, dessen Detailversessenheit das abtastende Auge auf die Spur kommt, dem es aber nicht bis zum Ende folgen kann. (…)

Kölnischer Kunstverein Monika Baer ArtJunk

Profusion Antagonist Wishlist

PAW

Marc Botschen, Rebekka Benzenberg, Iris Helena Hamers, Alissa Ritter, Emil Walde, Milena Wojhan

Info: POV: Du liest eines dieser Das erste Wort, das du siehst, beschreibt wie dein 2026 aussehen wird Wortsalate. Dein Blick streift PROFUSION, ANTAGONIST und WISHLIST. Verdammt, die TikTok Witches hatten mal wieder recht. Es ist alles so verdammt viel geworden. Die Lüge sieht nach Wahrheit aus, die Satire nach Geschichte, der Albtraum wie der Alltag. Ruhe ist verdächtig fremd. Du wünschtest, du könntest raus und mal wieder Gras anfassen. Wie schade, dass dein Handy noch nicht geladen hat. – Jennifer Braun

PAW Gallery Profusion Antagonist Wishlist ArtJunk

Chained to the Rhythm. Von Mensch und Natur

Museum Morsbroich

Enya Burger, Jason Dodge, Stefan Draschan, Sebastian Gräfe, Rubin Henkel & Niklas Bolten, Dieter Kiessling, Timo Klos, Herlinde Koelbl, Johanna von Monkiewitsch, Gabriela Oberkofler, Bill Viola, Andy Warhol, Lois Weinberger

Info: Zum 75-jährigen Jubiläum wagt das Museum Morsbroich ein radikales Experiment: Wir lassen zu, was wir sonst unterbinden, wir öffnen das Museum und lassen hinein, was sonst draußen bleiben muss – Sonnenlicht, Wind und Wetter, Pflanzen und Tiere, außergewöhnliche Werke und ungewöhnliches Verhalten. Morsbroich ist mit seiner einzigartigen Verbindung von Natur und Kultur, von historischer Architektur und zeitgenössischer Kunst, von Schlossgarten und Skulpturenpark ein außergewöhnlicher Ort. Mit der Bespielung des Schlosses unter den Bedingungen eines Museums erfuhren die Räume eine neue Widmung. Sie sollten den bestmöglichen Rahmen für die Präsentation von Gegenwartskunst bieten: einen sich ästhetisch zurücknehmenden, die Konzentration fördernden und zugleich die Kunst schützenden Rahmen, der die schädlichen Wirkungen von Sonnenlicht und Klimaschwankungen reduziert. (…)

Museum Morsbroich Herlinde Koelbl ArtJunk
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