ArtJunk
No. 33—2022

 

This Week

Die Wirklichkeit ist sowieso da

WELTKUNSTZIMMER

Guy Ben-Ner, Willem Boel, Peter Buggenhout, Rui Chafes, Vajiko Chachkhiani, Alice Channer, Louisa Clement, Paul Czerlitzki, Bart de Clercq, Edith Dekyndt, NK Doege, Peter Ewig, Isabella Fürnkäs, Alex Grein, Matthias Grotevent, Tobias Hantmann, Elmar Hermann, Andreas Johnen, Robert Kraiss, Schirin Kretschmann, Timo Kube, Stephan Machac, Claudia Mann, Aron Mehzion, Christine Moldrickx, Wolfgang Plöger, Thomas Pöhler, Philipp Röcker, Max Schulze, Juergen Staack, Sebastian Utzni

Info: Anlässlich des 10-jährigen Bestehens präsentiert das WELTKUNSTZIMMER die Ausstellung Die Wirklichkeit ist sowieso da im Rahmen des THE BIG NOW Festivals. In einer fernen Zukunft und einer weit entfernten Galaxis, in die es die Menschheit neben anderen Spezies verschlagen hat, existiert schon seit undenkbar langer Zeit keine Kunst mehr. Ein Alien, Piet Mondrian zitierend, doziert von der Überwindung der Kunst: Dann werden wir keine Bilder und Skulpturen mehr nötig haben, weil wir in der verwirklichten Kunst leben. Als jedoch eine Spezies beginnt, irdische Kunstwerke aus der Vergangenheit als Geschenke auf einen Planeten zu teleportieren, sehen sich die Behörden gezwungen, diese unbekannten Objekte auszuwerten, zu interpretieren. Dietmar Dath beschreibt in seinem Buch Feldevayé. Roman der letzten Künste eine Revolution, ausgelöst durch die Beschäftigung mit lange vergessenen (Kunst-)Objekten, mit Dingen, die ihre Interpretator*innen nicht verstehen, die diese aber wiederum dazu anregen, selbst Dinge kreativ herzustellen, die sie nicht verstehen. Was geschieht also mit uns, wenn wir Kunst neu entdecken?

Weltkunstzimmer Die Wirklichkeit ist sowieso da ArtJunk

Cavapool

Kölnischer Kunstverein

John Russell

Info: Der Künstler, Autor und Performer John Russell hat in den vergangenen zwanzig Jahren ein umfangreiches Werk aus Videoarbeiten, Installationen und Performances geschaffen, das nun erstmals in Deutschland einem breiten Publikum zugänglich gemacht wird. Als Teil des Künstlerkollektivs BANK etablierte Russell in den 1990er Jahren eine kollaborative Praxis. Im Diskurs um das Anthropozän nimmt er eine wegweisende Position ein, die sich mit aktuellen Fragen von Identität, Religion und Klima auseinandersetzt. Für den Kölnischen Kunstverein produziert er einen ortsspezifischen Vinyl-Druck aus digitalen Renderings. Im Sinne einer Anti-Ästhetik sind seine Arbeiten vom Genre der Science Fiction und des Trash beeinflusst: apokalyptische, posthumanistische Welten, in denen üppige Naturlandschaften durch techno-wissenschaftliche Entwicklungen transformiert werden. (…) Zur Eröffnung sprechen Dr. Thomas Waldschmidt (Vorsitzender, Kölnischer Kunstverein) und Nikola Dietrich (Direktorin, Kölnischer Kunstverein).

Kölnischer Kunstverein John Russell ArtJunk

Fremde sind wir uns selbst. Bildnisse von Paula Modersohn-Becker bis Zanele Muholi

Von der Heydt-Museum Wuppertal

Francis Bacon, Miriam Cahn, Ferdinand Hodler, Emmy Klinker, Oskar Kokoschka, Paula Modersohn-Becker, Zanele Muholi, Henry de Toulouse-Lautrec, Christian Schad, Felix Vallotton, WOLS, Tobias Zielony u.a.

Info: Die Ausstellung widmet sich der (Selbst-)Darstellung in der Kunst vom späten 19. Jahrhundert bis heute. Im Besonderen geht es darum, wie sich gesellschaftliche und soziale Codierungen in Bilder vom Menschen einschreiben und wie sie wirken – historisch und gegenwärtig. Die Ausstellung will jene Ambivalenzen, Spielräume und Irritationen zeigen, die zwischen den Darstellungen von Subjektivität und den gesellschaftlich etablierten Rollenmustern und Konventionen zu finden sind, die beispielsweise durch Herrschaftsstrukturen geprägt sind. Dabei lassen sich tradierte Differenzen – auch in der Darstellung – zwischen dem angeblich Normalen, also dem vermeintlich Bekannten, und dem Fremden bzw. Anderen beobachten. Neben Gemälden von Oskar Kokoschka, Emmy Klinker, Ferdinand Hodler, Francis Bacon und Paula Modersohn-Becker werden eindrückliche Selbstporträts von Zanele Muholi (*1972, Umlazi, Südafrika) gezeigt, die auf subtile Weise mit geschlechtsspezifischen Konventionen spielen. (…) Zur Eröffnung sprechen Dr. Roland Mönig (Direktor, Von der Heydt-Museum) und Dr. Anna Storm (Kuratorin, Von der Heydt-Museum).

Von der Heydt Museum Wuppertal Muholi Zanele Ntozhake ArtJunk
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Upcoming

Landscapes of Labour

KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION

Ana Alenso, Ericka Beckman, Céline Berger, Eli Cortiñas, Kate Crawford & Vladan Joler, Simon Denny, Latoya Ruby Frazier, Melanie Gilligan, Allan Sekula, Wang Bing

Info: Im Zeitalter der Globalisierung ist auch die Arbeitswelt immer weniger von konkreten Orten und geografischer Lokalisierung abhängig. Doch verschwindet der Raum tatsächlich oder entstehen auch neue Räume der Arbeit und neue Ortsbezüge, die an die Stelle der alten treten? Dieser Frage geht die internationale Gruppenausstellung Landscapes of Labour in KAI 10 nach. Sie beleuchtet aktuelle ökonomische Prozesse sowie die Rolle der Werktätigen in ihnen als eine Beziehung, die auf räumlichen Konstellationen beruht. Den Künstler*innen der Ausstellung gelingt ein Blick hinter die Kulissen der Arbeitswelt auf die sozialen, politischen und ökologischen Konsequenzen des anhaltenden wirtschaftlichen Strukturwandels. Angesichts der zahlreichen politischen Krisenherde unserer Gegenwart spiegelt die Ausstellung nicht zuletzt, wie eng Geopolitik und Wirtschaftsinteressen nach wie vor miteinander verflochten sind. (…) Begrüßung durch Monika Schnetkamp (Vorsitzende, KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION) / Einführung mit Julia Höner (Kuratorin, KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION).

Kai10 Arthena Foundation Düsseldorf Simon Denny ArtJunk

Sommerfest

Simultanhalle

Philipp Arck, Jill Kiddon, /POKY (Julia Gerke & Alina Röbke), Sanna Reitz, Nijole Schaffmeister

Info: Sommerfest im Rahmen der SimultanProjekte 2022. Die SimultanProjekte führen die kollektive und kuratorische Arbeit trotz der seit Anfang 2018 geschlossenen Simultanhalle in Köln-Volkhoven fort. Ausgehend vom Raum Simultanhalle entsteht ein Hybrid aus unterschiedlichen künstlerischen Positionen, welches den Ort temporär erforscht, reflektiert und somit neue Perspektiven ermöglicht. Das Kuratorium der Simultanhalle hat zu den diesjährigen SimultanProjekten 2022 sieben junge Künstler*innen aus Köln, Karlsruhe, Mainz, Berlin, Leipzig und Paris eingeladen, künstlerische Arbeiten auf dem Außengelände der Simultanhalle zu konzipieren.

Simultanhalle Simultanprojekte 2022 ArtJunk
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