
ZERO IS THE GATE! Am Donnerstag, den 27. August, eröffnet die ZERO foundation in Düsseldorf die Einzelausstellung ‘zero is the gate’ des niederländischen ZERO-Künstlers herman de vries (*1931). Nur wenige Wochen nach seinem 95. Geburtstag widmet sich die Schau einem Künstler, dessen Werk seit den 1950er-Jahren von einem wachen Blick auf die Natur und einer radikalen Konzentration auf das Vorgefundene geprägt ist. Pflanzen, Steine, Muscheln, Blätter oder Erde werden bei de vries zu ‘tatsachen-materialien’ und damit zum Ausgangspunkt seiner Kunst. So zeigt etwa die Arbeit ’16 dm² – ein essay’ (1975/76) insgesamt 473 Pflanzen, die der Künstler auf einer winzigen Fläche gefunden, gesammelt und sorgfältig kartographiert hat. Was zunächst unscheinbar wirkt, eröffnet bei genauerem Hinsehen einen verblüffenden Blick auf die Vielfalt unserer unmittelbaren Umwelt. de vries, der selbst mehrere Jahre als Botaniker arbeitete, war ab 1962 eng mit der niederländischen Nul-groep verbunden und zählt zu den wichtigen Wegbereitern der internationalen ZERO-Bewegung. 2015 repräsentierte er die Niederlande auf der Biennale von Venedig, 2025 wurde ihm der niederländische Ritterorden verliehen. Die Ausstellung im ZERO-Haus versammelt Arbeiten aus verschiedenen Jahrzehnten, darunter auch seine Reisejournale, in denen gefundene Pflanzen, Steine und andere Materialien zu poetisch-visuellen Tableaus arrangiert sind. Die Eröffnung startet um 18 Uhr u.a. mit einer Begrüßung durch ZERO-Künstler Heinz Mack (*1931). In diesem Sinne – don’t miss out! 😉 Weitere Infos hier:
www.zerofoundation.deThomas Baldischwyler, Johannes Bendzulla, Julius Hofmann, Marta Vovk
Info: Warum malen? Erstaunlicherweise sind es gerade die digitalen, vorrangig sozialen Medien, in denen die klassisch-analoge Malerei gefeiert wird. Diese Gruppenausstellung stellt vier verschiedene Positionen innerhalb der aktuellen zeitgenössischen Malerei vor. Die Autor*innen sind Digital Natives, ehemalige Gaming-Fans, Netzkritiker*innen oder Urheber*innen digitaler Werke. Sie übertragen digitale sowie popkulturelle Ästhetiken in die Malerei oder aus sie heraus. Sie spüren den Reibungsflächen zwischen Materiellem und Digitalem nach. Thematisch kreisen die Arbeiten um existenzielle Fragen des von Identitätskrisen geschüttelten Selbst, assoziativem Wechseln zwischen Banalität und Pathos, Webkultur, Werbung, Fehlern und Kritik am Postkapitalismus, der nicht mehr hält, was er verspricht. (…) Sommerfest von 18:30–22 Uhr: Es gibt eine Auswahl an Speisen und Getränke / Es spielen und singen Maren Montauk und der Gitarrist Philipp Brämswig / Zur Eröffnung um 19:30 Uhr sprechen Rainer Weichelt (Vorsitzender, Neue Galerie Gladbeck e.V.), Alexander Borchard (Kulturamtsleiter, Stadt Gladbeck) und Dr. Sabine Maria Schmidt (Kuratorin und Leitung, Neue Galerie Gladbeck) / Verlesung von Künstler*innenstatements.

Lorena Cocioni – kuratiert von Julika Bosch
Info: Das Areal Böhler freut sich, mit Cosmic Striptease eine neue Ausstellung der VAW – Vitrine am Wasserturm zu präsentieren. Für die kommende Ausstellung hat Kuratorin Julika Bosch die in Bukarest lebende Künstlerin Lorena Cocioni (*1995 Constanța, Rumänien) eingeladen, eine ortsspezifische Arbeit für die Vitrine zu entwickeln. Cocionis künstlerische Praxis untersucht körperliche Wahrnehmung im Kontext materieller, technologischer und biopolitischer Umgebungen. Ausgehend von Formen körperlicher und emotionaler Erfahrung, legt sie dabei auch verborgene Körperpolitiken offen, die unsere Beziehungen zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft formen. Für die VAW schafft Cocioni eine neue Installation, die auf ihrer Auseinandersetzung mit Astronautenanzügen aufbaut. Lorena Cocioni lebt und arbeitet in Bukarest, Rumänien. Sie studierte an der Universität für Kunst und Design in Cluj-Napoca. Cocioni erhielt Einzelausstellungen in der Zina Gallery, Cluj-Napoca (2021), in Another Mobile Gallery, Bukarest (2020) und nahm unter anderem an Gruppenausstellungen der Art Encounters Biennial, Timișoara (2025), der Art Brussels (2024), der Suprainfinit Gallery, Bukarest (2023), der 16. Biennale von Lyon (2022) und der Cazul 101 & Ivan Gallery, Bukarest (2021), teil. Ort: VAW – Vitrine am Wasserturm / Die Eröffnung findet direkt im Anschluss an den re:loved – Selected Vintage Market in Kooperation mit THE DORF statt / 18:30 Uhr: DJ Set Yonca Yildirim.

Miriam Cahn, Sarah Księska, David Ostrowski, Katharina Wulff, Irène Zurkinden – organised by David Riemer & Lukas Schmenger
Info: After more than 4 years in Brussels, we have a new space in Düsseldorf. The first show MIRROR HEAD with works by Miriam Cahn, Sarah Księska, David Ostrowski, Katharina Wulff and Irène Zurkinden will open on Saturday, August 29, from 6 to 9 pm. (…) Miriam Cahn’s (*1949 Basel) paintings and drawings take the body as their central subject – as political terrain, as tool, as the site where private experience and historical violence collide. (…) The practice of Sarah Księska (*1992 Frankfurt am Main) investigates the attractiveness of the uncategorizable. Working primarily with oil on aluminum panels – a material whose pictorial identity has yet to be established – she creates a tension between the inherent subjectivity of the painting process and the constraints of its support. (…) David Ostrowski’s (*1981 Cologne) reductive, gestural works move beyond the traditional conventions of figuration and abstraction in painting. (…) Katharina Wulff’s (*1968 Berlin) portrait, landscape and genre paintings depict seemingly everyday or surrealistic settings and are often highly stylized through ornamental forms. (…) Irène Zurkinden (1909–1987) worked across portraiture, figuration and observations in the urban space, drawing from Surrealism and Post-Impressionism without settling into either.

Marcel Dzama
Info: Mit Into the Blue (Ins Blaue) lädt Marcel Dzama die Betrachter*innen dazu ein, die Welt anders zu sehen, ja, er beschwört sie geradezu. In den Arbeiten des Künstlers sind Blau und Wasser nicht lediglich Elemente der Landschaft; vielmehr werden sie zu einer Art, die Welt wahrzunehmen, zu einem Blick des Wassers, um mit Gaston Bachelard zu sprechen: zu einer Weise des Sehens, Träumens und Denkens. Wenn sich blaues Wasser durch diese Ausstellung und, allgemeiner, durch einen großen Teil von Dzamas Werk zieht, dann auch deshalb, weil es zutiefst mit Träumen, Vorstellungskraft und Kontemplation verbunden ist. Für Bachelard, der schrieb, ein Tropfen Wasser genügt, um eine Welt zu erschaffen, spiegelt Wasser die Welt nicht nur wider; es ist zugleich Quelle von Erfindung, Schöpfung und Verwandlung. Wasser löst die Gewissheiten der Wirklichkeit auf und gibt den Träumen Raum. Eben diese Bewegung scheint Dzamas Werk zu beleben. In seinen Zeichnungen und Gemälden schafft er kleine theatrale Szenen, in denen unsere vertraute Welt auf subtile Weise verzerrt und sanft aus dem Gleichgewicht gebracht wird und sich in ein nächtliches Universum verwandelt, das zwischen Geborgenheit und Unbehagen oszilliert. (…) Eröffnung im Rahmen der DC Open mit Drinks & BBQ im Innenhof.

Hélène Fauquet, Jacqueline Humphries, Zoe Leonard, Lorenza Longhi, Vijay Masharani, Max Postma, Tomomi Yamakawa – curated by Tomass Aleksandrs in collaboration with
CHB Fine Arts, Berlin
Info: Coinciding with the 40th anniversary of Galerie Gisela Capitain, this group exhibition consists of works by artists who employ methods of reference as part of their practice. For a younger generation, citation has become almost unavailable, with a constant of visual material arriving already mediated and references accumulating without hierarchy. The title refers to the physical distance between the centres of adjacent pixels on a screen, a measure of how discrete points combine to form an image. This becomes a way of thinking about proximity between the works on view and the things they reference. Each practice bears proximity to an existing image, object, material or history, carrying traces of the source into another context. From these points of contact, new material begins to form, with meaning produced through citation and recombination. Location: Albertusstr. 9–11, 50667 Cologne / Opening on the occasion of DC Open.

George Grosz, Daniel Richter
Info: Zwischen Schlachtfeld und Frühstückstisch, zwischen Abgrund und Alltag: Die Ausstellung Krieg und Konfitüre: George Grosz x Daniel Richter führt zwei der bedeutendsten deutschen Künstler in einen ebenso überraschenden wie eindringlichen Dialog. Der titelgebende Gegensatz steht programmatisch für das Spannungsfeld, das das Werk beider Künstler durchzieht: Das Nebeneinander von Gewalt und Gewöhnlichkeit, von politischer Krise und privater Existenz. Auf rund 800 m² begegnen sich die schonungslosen Gesellschaftsanalysen von George Grosz (1893–1959) und die bildgewaltigen, vieldeutigen Malereien Daniel Richters (*1962). Es eröffnet sich ein generationsübergreifender Blick auf die Frage, wie Kunst auf Zeiten der Verunsicherung reagiert. Erstmals werden Werke beider Künstler systematisch miteinander in Beziehung gesetzt. Grosz, bekannt als Chronist der Weimarer Republik, seziert mit präziser, oft gnadenlos ehrlicher Zeichnung die sozialen und politischen Verwerfungen seiner Zeit. Der vom Punk beeinflusste Richter hingegen übersetzt seit den 1990er-Jahren gesellschaftliche Konflikte in expressive, farbintensive Bildwelten, die weniger anklagen als vielmehr die Ambivalenzen der Gegenwart sichtbar machen. (…)
