ArtJunk
No. 06—2023

This Week

Shift ‘n Shine

Achenbach Hagemeier

Sabrina Podemski

Info: Achenbach Hagemeier präsentiert Shift ‘n Shine, Sabrina Podemskis erste Einzelausstellung mit der Galerie. Beim Tuning bezeichnen Show ’n Shine-Events Veranstaltungen, bei denen es nur auf die Optik und die Raffinesse des Tunings ankommt, es geht ums Sehen und Gesehen werden, Oberflächlichkeit siegt. Sabrina Podemski verbirgt ihr ambivalentes Interesse an der Tuningszene als nicht-akademisch determinierte ästhetische Praxis mit Tendenz zum Regelbruch nicht. Im Gegenteil, sie findet darin nicht nur den Titel ihrer Ausstellung, sondern übernimmt auch in ihren Edelstahl-Skulpturen, wie zuletzt in der Ausstellung Need for Speed für Mur Brut im Parkhaus der Kunsthalle Düsseldorf Techniken und optische Effekte aus dem Tuning-Handwerk. Der Shift passiert hier nicht nur dadurch, dass sie sich selbstverständlich einer vermeintlich extrem maskulinen und von Klischees besetzten Szene bedient, vielmehr bezeichnet er ihre Herangehensweise an die Malerei und die Kunst generell – das Shiften von bestimmten Zeichen und Bedeutungen, die besonders in der abstrakten Malerei vorherrschen und die Suche nach eigenen Codes, einer eigenen Bildwelt innerhalb abstrakter Malerei, die unabhängig für sich steht, ohne stets in Abgrenzung von etwas bereits Dagewesenem zu funktionieren.

Achenbach Hagemeier Sabrina Podemski ArtJunk

Phantoms and Other Illusions

KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION

Dove Allouche, Ismaël Joffroy Chandoutis, Alice Channer, Wolfgang Ellenrieder, Friederike Feldmann, Anaïs Lelièvre, Echo Can Luo, Marge Monko, Nedko Solakov, David Zink Yi

Info: Optische Täuschungen, räumliche Illusionen und Suggestionen stofflicher Qualitäten mit gänzlich anderen Materialien waren schon in bildnerischen und plastischen Darstellungen der Antike anzutreffen. In der Kunst der Moderne hingegen waren Illusion und Täuschung eher verpönt. Wie Ernst H. Gombrich in seinem Buch Art and Illusion (1960) feststellt, wurde die handwerkliche Fähigkeit zur naturgetreuen Nachahmung nicht mehr als genuin künstlerische Qualität angesehen. Nur im Umfeld des Surrealismus kam sie umfassend zum Einsatz, um Fiktionen und Fantasiewelten real erscheinen zu lassen. In der Ausstellung Phantoms and Other Illusions steht das Spiel mit unterschiedlichen Materialien zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit neben Objekten und Installationen, die die Raumerfahrung fiktionalisieren. Mit künstlerischen Mitteln befragt werden auch die illusionären Versprechen von Werbung und Mode. Zur Debatte stehen dabei nicht zuletzt die unterschiedlichen – auch psychologischen und politischen – Bedeutungsebenen des Illusionsbegriffs. (…) Begrüßung: Monika Schnetkamp (Vorsitzende, Arthena Foundation) / Einführung: Ludwig Seyfarth (Kurator der Ausstellung).

Kai10 Arthena Foundation Wolfgang Ellenrieder ArtJunk

Heavy Mädel

Galerie Gisela Capitain

Martin Kippenberger

Info: Clear outlines, filled-in surfaces, and a muted color palette in pastel tones characterize the 52 Heavy Mädel (Heavy Gal) drawings. Created in 1990, they were executed in pencil and oil pastels on stationery from Cologne’s Hotel Chelsea—or their mirrored copies. The collage-like motifs present a sketched retrospective of Kippenberger’s oeuvre. We can discern familiar set pieces from Kippenberger’s paintings, drawings, and sculptures – including many stemming from his 1987 Peter sculptures. We can read the titles of works and exhibitions, names and slogans, and even recognize Kippenberger himself along with a few fellow artists like Jeff Koons and Albert Oehlen. Mixed into this artistic and biographical kaleidoscope, we also find corporate identity logos such as Barbie, BMW, Chanel, and Marlboro, as well as the slogan from a famous band t-shirt that reads I went Crazy with KissHeavy Mädel adopts the strategy of transference, repetition, and transformation employed in the 1989/90 installation Heavy Burschi (Heavy Lad), which was made shortly before, and adapts this approach to a different medium, counterbalancing the earlier works on several levels. Location: Sankt-Apern-Str. 26, 50667 Köln.

Galerie Gisela Capitain Martin Kippenberger ArtJunk
→ Alle Termine der Woche

Upcoming

Expect the Unexpected. Aktuelle Konzepte für Fotografie

Kunstmuseum Bonn

Banz & Bowinkel, Tim Berresheim, darktaxa-project, Heather Dewey-Hagborg, Philipp Goldbach, Beate Gütschow, Spiros Hadjidjanos, Fabian Hesse & Mitra Wakil, Baron Lanteigne, Oliver Laric, Simon Lehner, Achim Mohné, Susan Morris, Victoria Pidust, Johannes Post, Jon Rafman, Michael Reisch, Anna Ridler, Adrian Sauer, Tamas Waliczky

Info: Welche neuen Bildwelten bringt der digitale Wandel hervor, und wie wirken sich aktuelle technologische Entwicklungen auf die künstlerische Fotografie aus? – Dies sind zentrale Fragen der Ausstellung, die exemplarisch künstlerische Positionen der letzten zehn Jahre zeigt, die maßgeblich an der Erweiterung und Neudefnition der künstlerischen Fotografie beteiligt waren und sind. Neben den gewohnten fotografischen Werkzeugen arbeiten die Künstler*innen mit neuen, fotografiebasierten Tools wie Photogrammetrie, 3D-Scanning, 3D-Druck, Augmented Reality, CGI und Machine Learning. Für die Künstler*innen spielt sowohl die Erforschung der erweiterten Fotografie selbst und ihrer exponentiell gesteigerten Möglichkeiten eine Rolle als auch die Frage nach der Einbettung der digitalen, vernetzen Fotografie in gesellschaftlich-politische, globale Zusammenhänge und ihre Auswirkung auf unser alltägliches Leben. (…) Es sprechen: Gabi Mayer (Bürgermeisterin, Stadt Bonn), Prof. Dr. Stephan Berg (Intendant, Kunstmuseum Bonn), Dr. Barbara J. Scheuermann (Kuratorin, Kunstmuseum Bonn) & Prof. Michael Reisch (Kurator).

Kunstmuseum Bonn Baron Lanteigne ArtJunk

Screening am Kleinen Freitag: La Dernière Séance #21 – Rosa von Praunheim. Horror Vacui

Dortmunder Kunstverein

Regie: Rosa von Praunheim, DE 1984, 85 Min.

Info: Dieser Filmabend des Dortmunder Kunstvereins bringt einen Klassiker des legendären Regisseurs Rosa von Praunheim (*1942), Vater des queeren deutschen Kinos, auf die Leinwand des Kino im U: Horror Vacui ist ein experimenteller Spielfilm aus dem Jahr 1984 mit Lotti Huber in der Hauptrolle. Der Film ist eine Reminiszenz an das Kino des deutschen Expressionismus, steht also mit seinen gemalten Kulissen in der Tradition des deutschen Gruselfilms, das er mit dem kultischen Mystizismus der 1970er Jahre kreuzt. Madame C. (gespielt von Lotti Huber), Gründerin einer Sekte, die den absoluten Optimismus predigt, zieht ein schwules Studentenpärchen in ihren Bann und hypnotisiert den Studenten Frank, der seinen eigenen bevorstehenden Tod voraussagt. Mit Hilfe einer Reporterin möchte sein Freund die ambivalenten Umtriebe von Madame C. aufdecken, doch als die Polizei ihr Haus umstellt, begehen die Sektenmitglieder kollektiven Selbstmord. Frank überlebt aufgrund eines Tricks, doch das Böse bleibt in der Welt. Das Ende wird nicht verraten. Ort: Kino Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund.

Dortmunder Kunstverein Rosa von Praunheim horror vacui ArtJunk

Konzertreihe: Sural

Filmwerkstatt Düsseldorf

Adiciatz Live, Pilotwings

Info: Die Konzertreihe SURAL ist eine Kooperation der Filmwerkstatt Düsseldorf mit dem Salon des Amateurs und Ausdruck persönlicher wie musikalischer Schnittmengen beider Einrichtungen. Sie präsentiert alle zwei bis drei Monate Musiker*innen aus dem weiten Feld der elektronischen und elektroakustischen Musik. Nach einem Konzert in der Filmwerkstatt findet ein After-Show-Event im Salon des Amateurs statt, wo das Programm in Form von DJ-Performances, Recorded Music Selections, aber auch weiteren Live-Performances, die eher der Club Sphäre angehören, fortgesetzt werden kann. Ort: Filmwerkstatt & Salon des Amateurs, Grabbepl. 4, 40213 Düsseldorf.

Filmwerkstatt Düsseldorf Pilotwings ArtJunk
→ Alle zukünftigen Termine