
NEUE WOCHE, NEUE KUNST! Kurz vor der Osterpause stehen in NRW wieder zahlreiche Eröffnungen an. Am Mittwoch, den 25. März, eröffnet das Kunstmuseum Bonn die Ausstellung zum Dorothea von Stetten-Kunstpreis 2026 – nominiert sind dieses Jahr erstmals aufstrebende Künstler*innen aus Frankreich: Tohé Commaret, Sarah-Anais Desbenoit und Pol Taburet (s. Titelbild). Tags darauf lädt das Museum Ostwall in Dortmund zur feierlichen Eröffnung der Gruppenausstellung ‘Müll. Globale Wege des Abfalls’, die kritisch auf weltweite Folgen von Konsum und Entsorgung blickt. Am Freitag, den 27. März, präsentiert die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf eine umfassende Werkschau der US-amerikanischen Minimal-Künstlerin Anne Truitt (1921–2004), während unweit entfernt im KIT – Kunst im Tunnel mit Enya Burger und Teresa Linhard zwei Absolventinnen der Kunstakademie Düsseldorf ihre Duo-Show eröffnen. Am Wochenende richtet sich der Blick nach Mönchengladbach, wo der US-Amerikaner Grant Mooney am Sonntag, den 29. März, im Museum Abteiberg seine Ausstellung ‘sum’ enthüllt, die Raum und Material in skulpturale Beziehungen setzt. In diesem Sinne, enjoy! 😊 OPENINGS: Museum Ostwall (‘Müll. Globale Wege des Abfalls’), Kunstmuseum Bonn (‘Dorothea von Stetten-Kunstpreis’), Arp Museum (‘Kunst und Realität 1400–1900’), KIT (Enya Burger & Teresa Linhard), K20 (Anne Truitt), Malkasten (Florian Fausch), Museum Abteiberg (Grant Mooney), Diözesanmuseum Paderborn (StudioEinz), Künstler*innenhaus Dortmund (‘Next of Kin’), Zander Galerie (Christiane Baumgartner / Mitch Epstein), nw9 (Michael Buthe), Glasmoog (Johannes Hoffmann / Esther Rosiny-Wieland), Kunst & Raum 21 (‘Sammlung Maria & Hartmut Kraft’), Nexus Nails (Hyepak)…
Alle Termine dieser WocheTohé Commaret, Sarah-Anais Desbenoit, Pol Taburet
Info: Der Dorothea von Stetten-Kunstpreis wird seit 1984 alle zwei Jahre im Kunstmuseum Bonn vergeben. Seit 2014 richtet sich der mit 10.000 Euro dotierte Preis an junge Künstler*innen aus den Nachbarländern Deutschlands, um internationale Vernetzung und Sichtbarkeit zu fördern. Im Jahr 2026 werden erstmals Künstler: innen aus Frankreich ausgezeichnet. Die diesjährigen Finalist*innen Tohé Commaret (*1992), Sarah-Anais Desbenoit (*1992) und Pol Taburet (*1997) vereint ihre selbstbewusste visuelle Ästhetik, in der sie bekannte Medien wie Malerei und Kino neu denken. Unter zehn Nominierten wurden sie von der Jury, bestehend aus Liberty Adrien (KW Institute for Contemporary Art, Berlin), Anna Fricke (Museum Folkwang, Essen), Elisabeth Kihlström (Preisträgerin 2024), Viktor Neumann (Bonner Kunstverein) und Friederike Voßkamp (Museum August Macke Haus, Bonn), ausgewählt. (…) Eröffnung und Preisverleihung mit Künstler*innengespräch.

Akwasi Bediako Afrane, Ana Alenso, Arman, César Baldaccini, Karimah Ashadu, Kader Attia, Nancy Holt, Allan Kaprow, Krištof Kintera, HA Schult, Tejal Shah, Klaus Staeck
Info: Was passiert mit dem Müll einer globalisierten Konsumgesellschaft – und wer trägt die Folgen? Die Sonderausstellung Müll. Eine Ausstellung über die globalen Wege des Abfalls widmet sich den weltweiten Routen von Abfall und ihren sozialen, ökologischen und politischen Auswirkungen. Gezeigt werden rund 50 internationale Kunstwerke des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter zwei eigens für die Ausstellung entwickelte Auftragsarbeiten. Ausgehend von der Sammlung des Museum Ostwall, die früh künstlerische Auseinandersetzungen mit Müll und Konsum in globalen wie regionalen Kontexten aufgriff, bringt die Ausstellung historische Positionen seit den 1960er-Jahren in einen Dialog mit zeitgenössischer Kunst. Künstler*innen untersuchen Müll als materielles Überbleibsel von Wohlstand, als verdrängtes Nebenprodukt moderner Lebensweisen und als Ausdruck globaler Ungleichheiten. (…) Zur Eröffnung legt die DJ medea auf (Resident-DJ, Tresor.West, Dortmund) / Einlass ab 18:30 Uhr / Ort: Ebenen 6 & 7, Dortmunder U.

Enya Burger & Teresa Linhard – kuratiert von Jessica Aydin
Info: Die beiden Absolventinnen der Kunstakademie Düsseldorf bewegen sich in ihren Werken auf unterschiedliche Weise zwischen Fakt und Fiktion, Mythologie und Wissenschaft. Ihre Kunst lässt uns Räume erkennen, die ein Dazwischen sind – und beide gehen dafür teils Jahrhunderte zurück. So untersucht Enya Burger mithilfe von wuchtigen, an ein Labor erinnernden Metallkonstruktionen sowohl das Wachsen des Schleimpilzes, als auch den Mythos seiner Entstehung im 16. Jahrhundert. Tatsächlich nutzt sie einen Schleimpilz als zentrales künstlerisches Medium. Dieser Organismus, der komplexe Netzwerke bildet, veranschaulicht das Zusammenspiel von natürlichen und digitalen Systemen sowie Konzepte wie Intelligenz und Anpassungsfähigkeit. Teresa Linhard schafft zarte textile Dokumentationen, die in Folge ihrer intensiven, fast archäologischen Studien von Textil und Druckgrafiken aus der ganzen Welt entstehen. Auf diesen untersucht sie kulturelle und politische Botschaften und arbeitet historische Ereignisse heraus. Aber auch über Generationen entstandene Vorstellungen und Anpassungen tauchen in den Stickereien auf, die nachträglich unser Bild von fremden Ländern beeinflusst haben.

Kim-Camille Kreuz
Info: Mit In Suspension untersucht Kim-Camille Kreuz (geb. 1999 in Traunstein, DE) zeitlich fragile Zustände von Sichtbarkeit. Flüssiges Paraffinwachs wird in Metallrahmen gegossen. Solange es warm ist, wirkt seine Oberfläche reflektierend und spiegelt die Atelierumgebung fragmentiert. Die transienten Konfigurationen lösen sich mit dem Abkühlen auf und entziehen sich. Kreuz hält diesen kurzlebigen Zustand aus wechselnden Perspektiven fotografisch fest. Sobald das Wachs ausgehärtet ist, wird die Fotografie zurück auf seine Oberfläche gedruckt und damit an ihren materiellen Ursprung zurückgeführt. Der Träger fungiert hier nicht als neutrales Substrat, sondern ist Bedingung der Bildentstehung. Variationen in der Pigmentierung verschieben dabei die Schwelle der Lesbarkeit. Je dunkler das Wachs, desto stärker entzieht sich die Darstellung einer gegenständlichen Klarheit und verdichtet sich zu Konturen und Lichtwerten. Sichtbarkeit ist nicht vorausgesetzt, sondern materiell und graduell bestimmt. Es bleibt eine Oberfläche, die die Erinnerung an ihr Werden trägt. Galerie: 3.–4. April 2026 / Cabinet: 8. April – 22. Mai 2026.

Andreas Keil, Bert Didillon
Info: Bert Didillon bringt bei seiner Arbeit das Ideale und das Profane zur Kollision. Die dabei freiwerdenden Energien führen zur Entstehung unbekannter Objekte. Andreas Keil betreibt raumgreifende Erkundungen der Malerei, die auch als Metapher für die Suche nach der unerkannten Schönheit verstanden werden können. Zusammen animieren sie das LABOR am Ebertplatz mit ihren Arbeiten zu einem postminimalistischen Erfahrungsfeld.

Rebecca Horn
Info: In drei Ausstellungshallen zeigt der Skulpturenpark Werke von Rebecca Horn. Während der Führung lernen Sie die einige der Skulpturen und Installationen der Künstlerin aus verschiedenen Schaffensphasen en Detail kennen. Bei einem anschließenden Rundgang durch den Park werden anhand von ausgewählten Werken Bezüge zu anderen Positionen der Bildhauerei hergestellt. (…) Kosten 5 € zzgl. Eintritt / Treffpunkt: Kassengebäude / Anmeldung online → oder unter mail@skulpturenpark-waldfrieden.de →
