
HORSE POWER! Anlässlich der diesjährigen Reit-WM in Aachen widmen sich gleich drei Aachener Museen dem Pferd in Kunst, Film und Fotografie. Nur noch bis zum 23. August zeigt das Ludwig Forum die Filminstallation ‘Centaur – Mensch und Pferd’ mit zwei Kurzfilmen, die das Verhältnis zwischen Mensch und Tier auf ganz unterschiedliche Weise beleuchten. Im Zentrum steht ‘Centaur’ (2020) der deutsch-iranischen Künstlerin und Filmemacherin Yalda Afsah (*1983), die für ihre eindringlichen Untersuchungen von Mensch-Tier-Beziehungen bekannt ist. Ihre dokumentarischen Aufnahmen aus dem Mikrokosmos der Pferdedressur bewegen sich zwischen Fürsorge und Kontrolle, Identifikation und Manipulation, und nehmen die mitunter umstrittene Praxis der Domestizierung kritisch in den Blick (s. Titelbild). Ergänzt wird die Installation durch den humorvoll-poetischen Kurzfilm ‘Pferde über Wiese’ (2014) des Schweizer Künstlerduos Marianne Halter (*1970) und Mario Marchisella (*1972). Wer tiefer in die Kulturgeschichte des Pferdes eintauchen möchte, findet im Suermondt-Ludwig-Museum parallel mehr als 130 Werke von der Antike bis zur Gegenwart – darunter Albrecht Dürer, Peter Paul Rubens, Francisco de Goya oder die in Düsseldorf lebende Künstlerin Maximiliane Baumgartner. Das Centre Charlemagne wiederum blickt mit rund 90 Fotografien auf 100 Jahre des berühmten Pferdesport-Turniers CHIO Aachen zurück. Drei Museen, drei Perspektiven und nur noch knapp drei Wochen Zeit – also nichts wie hin! 😊 Weitere Infos hier:
www.ludwigforum.deMichael M.C. Driesch, Markus Henschler, Juliana Paek – im Dialog mit der Sammlung des Museum Morsbroich
Info: Der Titel Desire Path (dt.: Wunschpfad) verweist auf jene Trampelpfade, die entstehen, wenn Menschen die vorgesehenen Wege verlassen und durch wiederholte Nutzung neue Verbindungen schaffen. Als Metapher verweist er auf das Spannungsverhältnis zwischen vorgegebenen Strukturen und individueller Handlungsmacht. Dieser Gedanke wird in der Ausstellung aufgegriffen: Mit Arbeiten von Juliana Paek, Michael M.C. Driesch und Markus Henschler versammelt Desire Path drei künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit den Brüchen institutioneller, sozialer und räumlicher Ordnungen auseinandersetzen. Desire Path ist ein gemeinsames Ausstellungsprojekt von Studierenden der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Peter Behrens School of Arts der Hochschule Düsseldorf und der Kunstakademie Düsseldorf in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Leverkusen und dem Museum Morsbroich. (…) Orte: Museum Morsbroich & Kunstverein Leverkusen / Zur Eröffnung sprechen die Kuratorinnen Nathalie Sofie Schulz und Gamze Can. Im Anschluss besuchen wir gemeinsam den Proberaum des Museum Morsbroich, in dem die Künstler*innen Michael M.C. Driesch, Markus Henschler und Juliana Paek Werke von Ralph Fleck, Juergen Teller, Manabu Yamanaka und Georg Baselitz aus der Sammlung des Museums neu kontextualisiert haben.

Julian Irlinger
Info: Ein Telefon klingelt ins Leere. In einem Architektur- und Stadtplanungsbüro schlafen Angestellte über ihren Entwürfen, während draußen Kräne einem mechanischen Rhythmus folgen. Die Menschen verlieren die Kontrolle, doch die Systeme laufen unbeirrt weiter – als hätte sich die Stadt längst von ihren Planer*innen gelöst. In Verplant zeigt Julian Irlinger die Animationsfilme The Curtain of Time (2025) und Chronotopia (2026) gemeinsam mit eigens gestalteten Laternen. Die als nahtlose Loops konzipierten Filme folgen keiner linearen Erzählung. Statt der Figuren bestimmen Raster, Interieurs und Architekturen das Geschehen und prägen ihre charakteristische Formensprache. Irlingers Bildwelten modifizieren die Form und Struktur von Animations- und Instruktionsfilme der Nachkriegszeit. Klare Linien, flächige Farben und reduzierte Bewegungen standen für Fortschritt, Orientierung und gesellschaftliche Erneuerung. Zugleich wurde diese Bildsprache in Lehrfilmen, Werbung und Propaganda eingesetzt. Was leicht, spielerisch und unmittelbar verständlich erscheint, vermittelt daher immer auch eine bestimmte Vorstellung davon, wie Gesellschaft gestaltet werden soll. (…)

Anushka Chkheidze, Aleksandra Domanović, Kein schöner Archiv, Katrin Mayer, Ari Benjamin Meyers, Ziran Sha Pei, Joanna Piotrowska, Neda Saeedi, sakasaka, Transsolar, UH HUH HER, Driant Zeneli
Info: Vertraute Lebensräume verändern sich, grundlegende Ordnungen verschieben und bedrohliche Ereignisse wiederholen sich: Das Unheimliche könnte als ein Zustand gelten, der die Grundstimmung der Gegenwart beschreibt. Während engagierte Wissenschaftler*innen disziplinübergreifend versuchen, Wege aus den globalen Krisen zu finden, vermischen sich im durch autoritäre Stimmen angeheizten Diskurs Gefühle von Angst und Verunsicherung mit Polemisierung, Verleugnung und Abwehr. Die Ausstellung Unheimliche Verschiebungen widmet sich vom 22. August bis 4. Oktober mit künstlerischen Mitteln ökologischen, sozialen und politischen Wechselwirkungen unserer Zeit. An unterschiedlichen Orten in Dortmund begegnen skulpturale, installative und performative Arbeiten einer komplexen Gegenwart mit neuen Erfindungen, Neugier, Umsicht, Schönheit und melancholischen Analysen. Ort: Ev. Stadtkirche St. Petri, Westenhellweg / Petrikirchhof 1, 44137 Dortmund / Zur Eröffnung sprechen Christel Schürrmann (Geschäftsführung, Ev. Stadtkirche Sankt Petri), Britta Gövert (Bürgermeisterin, Stadt Dortmund), Ivo Van Hove (Intendant, Ruhrtriennale) und Britta Peters (Künstlerische Leitung, Urbane Künste Ruhr).

herman de vries
Info: Wie viele Pflanzen befinden sich auf 0,16 m2? Hätten Sie vermutet, dass es 473 unterschiedliche Sorten sind? herman de vries – er benutzt seit über 70 Jahren ausschließlich die kleinschreibung – hat diese Pflanzen auf einer Fläche von 16 dm² gefunden, gesammelt, getrocknet und jeweils akkurat in eine Folie gelegt. Eine ganze Wand füllt die Arbeit 16 dm² aus und zeigt uns – wie in einer Explosionszeichnung – die Vielfalt des Lebensraums Erde, den wir so arg- wie achtlos täglich mit den Schuhen treten. Wie kein zweiter Künstler hat herman de vries seit seinen künstlerischen Anfängen Ende der 1950er Jahre ein Auge für die Schönheit der Natur, die er puristisch und ohne Zugaben vor uns ausbreitet. Nach einem Hagelsturm 1978 sammelte er 20 Blätter seines Apfelbaumes, die von den Hagelkörnern durchlöchert unterschiedliche Verletzungen aufweisen. So identisch das genetische Material auch sein mag, so vielfältig fallen die durch die Umwelt entstandenen Verwundungen aus. (…) Begrüßung durch Miriam Koch (Beigeordnete für Kultur, Integration und Gesundheit der Landeshauptstadt Düsseldorf), Heinz Mack (ZERO-Gründer, Künstler und Freund von herman de vries) und Hannah Tijmes (Generalkonsulin in Düsseldorf, Königreichs der Niederlande) / Dialogführung mit Barbara Könches (Direktorin, ZERO foundation, Kuratorin der Ausstellung) und Katharina Winterhalter (Autorin, Studioleiterin von herman de vries).

Thomas Baldischwyler, Johannes Bendzulla, Julius Hofmann, Marta Vovk
Info: Warum malen? Erstaunlicherweise sind es gerade die digitalen, vorrangig sozialen Medien, in denen die klassisch-analoge Malerei gefeiert wird. Diese Gruppenausstellung stellt vier verschiedene Positionen innerhalb der aktuellen zeitgenössischen Malerei vor. Die Autor*innen sind Digital Natives, ehemalige Gaming-Fans, Netzkritiker*innen oder Urheber*innen digitaler Werke. Sie übertragen digitale sowie popkulturelle Ästhetiken in die Malerei oder aus sie heraus. Sie spüren den Reibungsflächen zwischen Materiellem und Digitalem nach. Thematisch kreisen die Arbeiten um existenzielle Fragen des von Identitätskrisen geschüttelten Selbst, assoziativem Wechseln zwischen Banalität und Pathos, Webkultur, Werbung, Fehlern und Kritik am Postkapitalismus, der nicht mehr hält, was er verspricht. (…) Sommerfest von 18:30–22 Uhr: Es gibt eine Auswahl an Speisen und Getränke / Es spielen und singen Maren Montauk und der Gitarrist Philipp Brämswig / Zur Eröffnung um 19:30 Uhr sprechen Rainer Weichelt (Vorsitzender, Neue Galerie Gladbeck e.V.), Alexander Borchard (Kulturamtsleiter, Stadt Gladbeck) und Dr. Sabine Maria Schmidt (Kuratorin und Leitung, Neue Galerie Gladbeck) / Verlesung von Künstler*innenstatements.

Lorena Cocioni – kuratiert von Julika Bosch
Info: Wir freuen uns auf die Eröffnung der neuen Ausstellung von Lorena Cocioni bei VAW. Für die kommende Ausstellung hat Kuratorin Julika Bosch die in Bukarest lebende Künstlerin Lorena Cocioni (*1995 Constanța, Rumänien) eingeladen, eine ortsspezifische Arbeit für die Vitrine zu entwickeln. Cocionis künstlerische Praxis untersucht körperliche Wahrnehmung im Kontext materieller, technologischer und biopolitischer Umgebungen. Ausgehend von Formen körperlicher und emotionaler Erfahrung, legt sie dabei auch verborgene Körperpolitiken offen, die unsere Beziehungen zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft formen. Ort: VAW – Vitrine am Wasserturm.
