
SHOWTIME! Am Donnerstag, den 5. November, startet die 59. Ausgabe der Art Cologne, und zwar zum letzten Mal an ihrem angestammten Platz: 2027 zieht die älteste Kunstmesse der Welt in den Neubau Confex. Rund 165 Galerien aus aller Welt sind dieses Mal dabei, darunter internationale Player wie Mennour mit dem koreanischen Künstler Lee Ufan (*1936), dem das Museum Ludwig am Freitag den Wolfgang-Hahn-Preis 2026 verleiht. Ein Tipp für Sparfüchse: Wer sich für die Kölner Museumsnacht am Samstag, den 7. November, ein Ticket kauft, kommt an diesem Abend von 16 bis 19 Uhr deutlich günstiger auf die Messe als mit einem regulären Messeticket. Rund um die Art Cologne gibt es in der ganzen Stadt ebenfalls viel zu sehen. Neben zahlreichen Eröffnungen in Kölner Galerien findet erstmals auch die Boutique-Messe Prospect Cologne mit rund 20 eingeladenen Ausstellern statt, während das Festival Neu Cöln mit einer Ausstellung, Konzerten und Lesungen bereits seine zweite Ausgabe feiert – dieses Jahr im Kloster Heilig Kreuz. Can’t wait! 😊 OPENINGS: Art Cologne (5.–8.11.), Prospect Cologne (5.–7.11.), Neu Cöln (5.–8.11.), Museum Ludwig (Lee Ufan), Kunst-Station St. Peter (Ani Schulze & Isabel Nolan), Braunsfelder (‘Both Directions…’), Buchholz (Yair Oelbaum), buvac contemporary (Emmélie Lempert), Dittrich & Schlechtriem (Soufiane Ababri), Gisela Capitain (Ryan Sullivan / Jack O’Brien), ICA (Adrián Balseca), Labor (‘Städte unter Einfluss’), Zander (Candida Höfer), Josef Albers Museum Quadrat Bottrop (‘Longing for Trust’), Kunstmuseum Bonn (Herlinde Koelbl), Kunstmuseum Gelsenkirchen (‘Villa Kinderbunt’), Kunstpalast (‘Gym’), Malkasten (N. Tarzyan / A. M. Zemlianski / S. M. Baumann), Bilker Bunker (Max Frintrop)…
Alle Termine dieser WocheEmmélie Lempert
Info: Emmélie Lemperts Arbeiten bewegen sich zwischen Textilkunst, Skulptur und Malerei. Verbindende Themen sind Körpertransformationen, weibliche Identitätskonstrukte und surreale Mutationen zwischen Menschen und tierisch anmutenden Wesen. stay, stray, stay, der Ausstellungstitel, verweist auf das Bleiben und das Abweichen von Zuständen, auf einen rhythmischen Prozess der Veränderung, des Sich-Entfernens, Zurückkommens und Offenbleibens. Darin befinden sich Lemperts Körperwesen. Hinter den Glasplatten scheinen ihre Textilobjekte zu schweben. Sie erinnern an vielarmige Kraken, an historische Kostüme und alienartige Frauenkörper. Ohne starke Farben, Kontraste oder oberflächliche Aufschreie wirken die Arbeiten, als würden sie flüstern und sich dabei magisch wie ein Schattenspiel ohne Schatten entfalten. Lemperts Sprache besteht aus Wörtern wie zarte, organische Gebilde, ihre Grammatik steht hell in hell, und Nähte, Knitter und Falten erschließen die Sinnzusammenhänge. Sie näht jedes Kleidungsstück selbst. Es sind Teile, die man meistens direkt auf der Haut spürt, wie Unterwäsche, Shapewear, Handschuhe oder Nachtwäsche. »Sie tragen bereits Vorstellungen davon in sich, wie ein Körper geformt, bedeckt, diszipliniert oder präsentiert werden soll.« Die Stücke wurden getragen, benutzt und teils etwas verdreckt. Schmutz, Dehnung, Risse und Erdpartikel bleiben zurück. (…)

Soufiane Ababri
Info: DITTRICH & SCHLECHTRIEM freut sich, mit The Alis’ Narrative die dritte Einzelausstellung der Galerie mit Soufiane Ababri und seine erste Einzelausstellung in Köln zu präsentieren. Die Ausstellung eröffnet in der Woche der ART COLOGNE und ist vom 3. November 2026 bis zum 30. Januar 2027 in den neuen Galerieräumen in der Roonstraße 108 zu sehen. Ababris künstlerische Praxis schöpft aus Literatur, Film, Musik sowie sozialen und politischen Geschichtsschreibungen, um Fragen von Anderssein, Begehren und Zugehörigkeit zu untersuchen. Indem er seine eigene Biografie und Herkunft mit einem umfassenden Archiv queerer kultureller und intellektueller Referenzen verknüpft, hinterfragt er die Art und Weise, wie Geschichte geschrieben wird, und rückt dabei marginalisierte Geschichte, persönliche Erinnerungen und intime Begegnungen in den Vordergrund. Seine fortlaufende Serie farbiger Buntstiftzeichnungen, die Bedworks, entstehen im Liegen im Bett. Damit verlagert Ababri die Künstlerische Produktion bewusst aus dem vertikalen Raum des Ateliers in den horizontalen, privaten Raum des Schlafzimmers. Intimität und Häuslichkeit werden so zu Ausgangspunkten für die Auseinandersetzung mit queeren und migrantischen Erfahrungen sowie mit den komplexen Bedingungen eines Lebens zwischen verschiedenen Kulturen. (…) Am Dienstag, 3. November, findet von 16 bis 20 Uhr eine Preview statt.

Lee Ufan
Info: Der Künstler Lee Ufan (*1936, lebt in Kamakura, Japan) wird mit dem 32. Wolfgang-Hahn Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 6. November 2026 um 18:30 Uhr während der Kunstmesse Art Cologne im Museum Ludwig statt. In seiner Kunst begegnen sich konträre Kräfte wie Leere und Spannung, Stille und Energie. Als Mitbegründer der aus Japan stammenden minimalistisch arbeitenden Mono-ha-Bewegung (Schule der Dinge), einem Kollektiv von Künstler*innen in Tokio zwischen 1968 und 1975, sucht er bis heute nach einer harmonischen Neuordnung der Dinge. Seit den 1970er-Jahren prägt vor allem seine reduzierte Malerei die internationale Kunstszene. Auch in seiner jüngsten Gemäldeserie Response (2024–2026) arbeitet Lee mit einem breiten Pinsel, mit dem er Striche auf großformatigen Leinwänden platziert. Diese Elemente erscheinen als isolierte Formzeichen, rhythmisch strukturierte Muster, monochrom mit Schattierungen ins Hellweiße und Dunkelgraue. Den Malakt betrachtet Lee dabei als ein reines und absolutes Ereignis mit einer unmittelbaren, vom rationalen Kalkül gelösten Begegnung zwischen Künstler, Material und Bildträger – einer transzendenten Erfahrung des Einsseins mit der Welt, einer Erfahrung, die er mit den Betrachtenden teilen möchte. (…)

Info: Thomas Schütte (*1954) zählt zu den international bedeutendsten Künstler*innen unserer Zeit und lebt in Düsseldorf. Nach zuletzt viel beachteten Einzelausstellungen, unter anderem im Museum of Modern Art (MoMA) in New York, widmet ihm die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen eine umfassende Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entsteht. Schüttes Werk zeichnet sich durch eine kritische, oft ironische Auseinandersetzung mit Menschsein, Gesellschaft und Macht aus. Er arbeitet in verschiedenen Gattungen wie Skulptur, Aquarell, Malerei, Keramik, Installationen und Modellen. Neben seinen überlebensgroßen Skulpturen wie Vater Staat und Mutter Erde werden noch nie gesehene Werke gezeigt, die direkt aus der Gießerei kommen. Und auch Schüttes Architekturmodellen widmet die Ausstellung erstmals einen umfassenden Überblick. Die Schau eröffnet einen neuen Blick auf Thomas Schüttes außergewöhnlich vielseitiges Schaffen und zeigt, wie er Vertrautes hinterfragt, um damit neue Vorschläge für Gegenwart und Zukunft zu geben. (…) Zur Eröffnung sprechen Susanne Gaensheimer (Direktorin, Kunstsammlung NRW), Ina Brandes MdL (Ministerin für Kultur und Wissenschaft, Land Nordrhein-Westfalen), Thomas A. Lange (Vorstandsvorsitzender, National-Bank AG), Andrea Firmenich (Generalsekretärin, Kunststiftung NRW), Jürgen Wilhelm (Stellv. Vorsitzender, Landschaftsversammlung Rheinland) und Falk Wolf (Kurator, Kunstsammlung NRW).

André Bauchant, Erich Bödecker, Ilija Bosilj Bašičević, Max Raffler, Anna Mary Robertson, Adalbert Trillhaase, Henryk Zegadlo u.a.
Info: Für viele Menschen bereichern Katzen, Hunde, Vögel oder auch andere Haus- und Nutztiere das eigene Leben. Insbesondere in der Naiven Kunst richten zahlreiche Künstler*innen einen natürlichen Blick nicht nur auf die Eigenarten der Tiere, sondern auch auf ihr spezielles Verhältnis zum Menschen. Mit etwa 120 Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen von rund 40 internationalen Vertreter*innen der Naiven Kunst – wie André Bauchant, Anna Mary Robertson, Adalbert Trillhaase oder auch Adam Zegadlo – zeigt das Clemens Sels Museum Neuss in Beste Freunde zahlreiche Werke, die mit ihrer strahlenden Farbigkeit, grenzenlosen Fantasie und ihrem tiefgründigen Humor beeindrucken.

Elisabeth Corvey, Käthe Kollwitz, Marianne Kolsheen-Richter, Sigrid Kopfermann, Lou Loeber u.a. – kuratiert von Annika Hardy, Anna Sexton und Lena Reinhardt
Info: Darstellungen des Weiblichen in Kunstwerken von Frauen – kuratiert von Frauen: Wir zeigen einen besonderen Blick in die Sammlung der Stiftung Museum Schloss Moyland und präsentieren Räume, die den Künstlerinnen aus unserer Sammlung gewidmet sind. Die Kabinettausstellung zeigt eine Auswahl von etwa 30 Werken von Künstlerinnen, deren gemeinsames Thema die Darstellung von Frauen ist: unter anderem Gemälde von Lou Loeber und Sigrid Kopfermann, Collagen von Elisabeth Corvey, Zeichnungen von Marianne Kolsheen-Richter und Drucke von Käthe Kollwitz. Die Präsentation geht den Fragen nach, unter welchen Bedingungen Künstlerinnen im Gegensatz zu ihren männlichen Counterparts arbeiten und warum die Kunst von Frauen sich seltener im offiziellen Kunstkanon und in Museumssammlungen wiederfindet. (…) Um 14 Uhr führen die Kuratorinnen durch die Präsentation. Daran schließt um 15 Uhr ein zweistündiger Workshop mit Kirsten Becken an: Female Gaze Vice Versa. Der Eintritt und die Teilnahme sind frei. Zum Workshop bitten wir um eine Anmeldung an besucherservice@moyland.de →
