ArtJunk
No. 48—2021

This Week

Werkschau

JUBG

Wolfgang Voigt

Info: Wolfgang Voigts kreatives Schaffen ist von jeher geprägt von Vielschichtigkeit, Grenzenlosigkeit, Unberechenbarkeit. Die Negation von Genre-, Stil- und Geschmacksgrenzen waren und sind ebenso maßgebliche Elemente seines Werkes wie das Aufgreifen / Zitieren und Weiterverarbeiten externer Inhalte vermittels universellem Sampling. Sozialisiert in der Popsubkultur der 1970er und 80er Jahre, kreiert Wolfgang Voigt seither aus unterschiedlichsten Einflüssen wie Glamrock und Jazz, New Wave und Volksmusik, Pop Art und digitalem Expressionismus seinen ganz eigenen Kunst-Musik Kosmos. Teil der Ausstellung ist die Veröffentlichung des Albums GAS – Der Lange MarschOrt: KOMPAKT, Werderstraße 15-19, 20672 Köln.

UNLEASH THE BEAST – CAPTER II: HAGENBECKS ZOO

JULIA STOSCHEK COLLECTION

Catherina Cramer & Giulietta Ockenfuß

Info: CHAPTER II – HAGENBECKS ZOO (2021, Video, 26:48 Min., Farbe, Ton) ist der zweite Teil der mehrteiligen Videoserie UNLEASH THE BEAST von Catherina Cramer und Giulietta Ockenfuß, die sich mit Fragen nach Herkunft und Identität beschäftigt. Anhand realer und fiktionaler Interviews sowie des Einsatzes von Found-Footage-Material folgt Teil II der Suche einer Wasseräffin nach ihrer eigenen Biografie. Die Protagonistin deckt auf, dass sie von den Gründern des berühmten Tierparks Hagenbeck gegen ihren Willen gefangen, nach Hamburg verschifft und dort im Varieté vorgeführt wurde. Als Reaktion auf ihre eigenen Erfahrungen gründet sie eine Protestbewegung, die sich für die Rechte von Wildtieren einsetzt. Auf teils humoristische Weise entsteht so in Kombination mit Textfragmenten aus Franz Kafkas Bericht für eine Akademie ein improvisierter Dialog, der die Verflechtungen der Firma Hagenbeck im Wildtierhandel des 19. Jahrhunderts kritisch hinterfragt. Um 13 Uhr werden die beiden Künstlerinnen eine kurze Einführung zu ihrem Werk geben / Eintritt frei.

JSC Julia Stoschek Collection Catherina Cramer Giulietta Ockenfuß ArtJunk

ReferenzRäume

Museum Morsbroich

Mischa Kuball

Info: Mit ReferenzRäume zeigt das Museum Morsbroich erstmals eine umfassende Rückschau auf Mischa Kuballs Werk, die sich über die letzten drei Jahrzehnte seines Schaffens erstreckt. Eine Reihe von ebenso faszinierenden wie konzeptuell versierten Lichtinstallationen wird ergänzt durch die Präsentation grundlegender Projekte für den öffentlichen Raum. Zudem werden Werke gezeigt, in denen sich Mischa Kuball mit den Grundlagen der Moderne auseinandersetzt, sowie die große multimediale Arbeit New Pott, in der der Künstler von den Menschen im heutigen, von Migration geprägten Ruhrgebiet erzählt.

Museum Morsbroich Leverkusen Kunstmuseum Wolfsburg Mischa Kuball ArtJunk
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Upcoming

Electro. Von Kraftwerk bis Techno

KUNSTPALAST

Kraftwerk, Jacob Khrist, Jean Michel Jarre, Andreas Gursky, Peter Keene u.a.

Info: In über 500 teils interaktiven Exponaten werden multiperspektivisch die unter dem Begriff elektroni­sche Musik gebündelten Musikrichtungen beleuchtet. Gezeigt werden Instrumente, selbstgebaute Klangerzeuger, Fotografien, Audioeinspielungen, Videos und Grafik­design. Das Spektrum der Schau reicht von den ersten zukunftweisenden elektroni­schen Musikinstrumenten aus dem frühen 20. Jahrhundert bis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der zeitgenössischen elektronischen Klangproduktion. Neue Musikströmungen wie Detroit Techno, Chicago House und Hip-Hop aus den 1980er Jahren finden ebenso ihren akustischen und fotokünstlerischen Widerhall wie die in 1990er Jahren aufkommende Rave-Kultur. Die spektakuläre Inszenierung des Gesamtwerks des 1970 von Ralf Hütter und Florian Schneider in Düsseldorf gegründeten Multimedia-Projekts Kraftwerk bildet einen Höhepunkt der Ausstellung im Kunstpalast.

Kunstpalast Düsseldorf Kraftwerk Electo Techno ArtJunk

6 Friedberg-Chicago

Dortmunder Kunstverein

James Gregory Atkinson

Info: 6 Friedberg-Chicago, die erste institutionelle Einzelausstellung des deutsch-amerikanischen Künstlers James Gregory Atkinson, beleuchtet auf persönlicher, gesellschaftlicher und politischer Ebene einen Teil afroamerikanisch-deutscher Geschichte. In der Ausstellung präsentiert der Künstler seinen neuen gleichnamigen Film, der in den Ray Barracks, einer ehemaligen US Army Base in Friedberg, gedreht wurde. Er entstand u.a. in Zusammenarbeit mit dem Tänzer und Choreografen Josh Johnson sowie mit der Harfenistin und Sängerin Ahya Simone. Die Ausstellung präsentiert außerdem ein nichtlineares Archiv, das sich mit der Geschichte Schwarzer Soldaten in Deutschland und deren Nachkommen auseinandersetzt und das Atkinson gemeinsam mit Eric Otieno (Soziologe und Politikwissenschaftler) und Mearg Negusse (Kunsthistorikerin) erarbeitete.

Dortmunder Kunstverein James Gregory Atkinson ArtJunk

Vom Leben in Industrielandschaften II – Den Strukturwandel im Blick

Leopold-Hoesch-Museum

Bernd und Hilla Becher, Prunella Clough, Alice Creischer, Dieter Dressler, Günther Friedrich, Eberhard Göschel, Adolf Erbslöh, Olaf Karnik und Volker Zander, Per Kirkeby, Thomas Kläber, Aglaia Konrad, Carl Lohse, Antje Majewski, Wolfgang Mattheuer, Stephan Mörsch, Olaf Nicolai, Natacha Nisic, Silke Schatz, Carl Schütz, Wilhelm Schürmann, Franz W. Seiwert, Fritz Tröger, Karl Zerbe, Zwetan Zonew u.a.

Info: Vom Leben in Industrielandschaften – Den Strukturwandel im Blick ist der zweite Teil eines Ausstellungsprojekts, das im Herbst/Winter 2019/2020 mit der Ausstellung Vom Leben in Industrielandschaften – Eine fotografische Bestandsaufnahme begonnen hat. In dieser Präsentation ging es darum, sich mittels der indexikalischen und konzeptuellen Qualitäten von Fotografie den Erscheinungsformen industriell geprägter Landschaften zu nähern. Ausgangsmotiv des zweiteiligen Ausstellungsprojekts ist das für die Sammlung des Leopold-Hoesch-Museums ikonische Gemälde Das Lendersdorfer Walzwerk (1838) von Carl Schütz – ein typisches Beispiel für das ausgeprägte Selbstbewusstsein und die Art der Selbstdarstellung von Industriellenfamilien zur Zeit der frühen Industrialisierung. Bis heute ist die Landschaft um Düren, zwischen Garzweiler und den Stauseen der Eifel, durch ihre industrielle Nutzung geprägt. Das Projekt ist eine Aufforderung, sich mit dieser Landschaft auseinanderzusetzen, mit den widersprüchlichen und komplexen Räumen, die sich zwischen Tagebau, Hochspannungsmasten, Papierfabriken, Zuckerrübenäckern und dem nahen Kernkraftwerk Tihange öffnen.

LHM Leopold-Hoesch-Museum Düren Industrie Carl Schütz ArtJunk
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