
ES GEHT WIEDER RUND! Hier die spannendsten Kunsttermine der Woche im Überblick: Im Kölner Kunstraum nw9 eröffnet das Malerduo Gert & Uwe Tobias am Donnerstag, den 29. Oktober, eine neue Solo-Show, während der Off-Space CO³ zum Opening der indischen Künstlerin und Filmemacherin Pallavi Paul bittet. Tags darauf laden die Kölner Galerien Rehbein, Drei, fiebach minninger und der Kunstverein Siegen zu neuen Ausstellungen ein. Am Samstag, den 31. Oktober, präsentiert der Bonner Kunstverein erstmals Werke des britischen Bildhauers, Malers und Konzeptkünstlers Jack O’Brien (s. Titelbild). In Wuppertal startet die Kunsthalle Barmen ihre große Gruppenschau ‘Unfinished Paradise’, parallel dazu eröffnen die Düsseldorfer Galerien Droste Galladé, PAW, Pfab und Petra Rinck neue Shows. Am Sonntag folgen Eröffnungen der Fuhrwerkswaage in Köln und des alten Wachhauses auf der Raketenstation Hombroich. In diesem Sinne, see you around! 😊 OPENINGS: Kunsthalle Düsseldorf (Julia Reisinger), Gustav-Lübcke-Museum (‘Die Männer hinter der Mumie’), Kunstverein Siegen (Thuy Tien Nguyen), Bonner Kunstverein (Jack O’Brien), Kunsthalle Barmen (‘Unfinished Paradise’), Insel Hombroich (Sumin Shin), Droste Galladé (Felix Kultau), PAW (Miriam Schmitz), Pfab (Lars Breuer & Julia Bünnagel), Petra Rinck (Jörn Stoya), Ruttkowski;68 (Henrik Godsk), Anna Laudel (Mathias Hornung / Serkan Küçüközcü), Drei (Anna Virnich), fiebach minninger (Tobias Hauser), Rehbein (‘Der Raum… der entsteht’), CO³ (Pallavi Paul), Fuhrwerkswaage (Franz Schmidt / Philip Emde), nw9 (Gert & Uwe Tobias), Künstlerforum Bonn (‘konkret, was sonst’)…
Alle Termine dieser WocheAnna Virnich
Info: When is an image a sculpture? This intersection between the compositional structure of painting and the physicality of the object is central to the work of Anna Virnich. Her works echo the structure of painting – window-like rectangular compositions that hang at eye level on the wall. Yet these fabric assemblages sit far closer to sculpture. Her pieces are assembled on the floor and the wall, so the artist’s own body, and by extension the viewer’s, has a direct encounter with them. It makes sense that she compares these collage-like works to dioramas: scenes or landscapes created from layers that form a whole. In the latest series, these compositions also reflect the influence of nature on the artist, who has moved from Berlin to the Norwegian countryside. Virnich’s works are defined by their materiality – an amalgam of textiles with different textures, colors and opacities. Her early fascination with time-based media, alongside her interest in how fabrics move and affect form, remains present in her deeply haptic methods. The carefully sourced fabrics are all treated the same, sitting in piles around her studio waiting to be activated at the right moment – like actors in the wings ready to make their entrance. (…)

Thuy Tien Nguyen (Förderpreisträgerin Junge Kunst)
Info: Der Förderpreis Junge Kunst wird alle zwei Jahre von der Stiftung der Sparkasse Siegen für Kunst und Kultur in Kooperation mit dem Kunstverein Siegen vergeben. Er unterstützt Künstler*innen am Beginn ihrer professionellen Laufbahn. Die Sparkasse Siegen begleitet die Ausstellung als Sponsorin. (…) Wie finden wir Halt, wenn wir zwischen Orten, Sprachen und Erwartungen leben? Was bleibt von Erfahrungen, die sich in unsere Körper eingeschrieben haben? In Intervall beschäftigt sich Nguyen mit Erinnerung, Zugehörigkeit und dem Versuch, das eigene Gleichgewicht zu finden. Die zwischen Vietnam und Deutschland arbeitende Künstlerin nimmt persönliche Erfahrungen zum Ausgangspunkt, um gesellschaftliche Regeln und Vorstellungen von Normalität zu untersuchen. Wie lernen wir, uns zu bewegen, zu schreiben und unseren Platz in einer Gemeinschaft zu finden? Wann bietet eine Struktur Sicherheit – und wann verlangt sie von uns, dass wir uns anpassen? Nguyen übersetzt diese Fragen in Materialien und räumliche Situationen, die Vertrautes ungewohnt erscheinen lassen. Weiches trifft auf Starres, Feuchtigkeit auf Trockenheit; Gegenstände erscheinen verschoben, verbogen oder verwandelt. Intervall erkundet die Zwischenräume von Halt und Disziplin, Nähe und Distanz, Festhalten und Veränderung. (…) Zur Eröffnung sprechen Tristan Vitt (Bürgermeister, Stadt Siegen), Dr. Nadine Uebe-Emden (Vorstandsvorsitzende, Sparkasse Siegen), Dr. Eva Schmidt (Vorsitzende, Kunstverein Siegen) und Jennifer Cierlitza (Direktorin, Kunstverein Siegen).

Felix Kultau
Info: Les Choses. The things. But not in the sense of noumena, of things-in-themselves. The term points to the great collective mass of objects with which we, today, construct our lives; the things we hanker after, that we use to define ourselves as individuals, both socially and culturally. The things are slightly menacing, threatening to take over. The title of Felix Kultau’s new exhibition at Droste Galladé is borrowed from Georg Perec’s 1965 novel about a young French couple whose lives are dominated by their material desires, to the extent that their fantasies about furniture and design all but paralyse their existence. Theirs is a life barely lived, a life lived through dreams, in a tale told through long and detailed descriptions of perfect apartments and the objects that fill them. We never quite grasp who they really are, because their half-baked identities never successfully flower into real personalities. They remain agents of desire, and never more than that. This loose, even faulty, connection between identity and objects is the subject of the exhibition Les Choses. – Text excerpt by Gillian Osborne

Emmélie Lempert
Info: Emmélie Lemperts Arbeiten bewegen sich zwischenTextilkunst, Skulptur und Malerei. Verbindende The-men sind Körpertransformationen, weibliche Identitätskonstrukte und surreale Mutationen zwischenMenschen und tierisch anmutenden Wesen. stay, stray, stay, der Ausstellungstitel, verweist auf das Bleiben und das Abweichen von Zuständen, auf einen rhythmischen Prozess der Veränderung, des Sich-Entfernens, Zurückkommens und Offenbleibens. Darin befinden sich Lemperts Körperwesen. Hinter den Glasplatten scheinen ihre Textilobjekte zu schweben. Sie erinnern an vielarmige Kraken, an historische Kostüme und alienartige Frauenkörper. Ohne starke Farben, Kontraste oder oberflächliche Aufschreie wirken die Arbeiten, als würden sie flüstern und sich dabei magisch wie ein Schattenspiel ohne Schatten entfalten. Lemperts Sprache besteht aus Wörtern wie zarte, organische Gebilde, ihre Grammatik steht hell in hell, und Nähte, Knitter und Falten erschließen die Sinnzusammenhänge. Sie näht jedes Kleidungsstück selbst. Es sind Teile, die man meistens direkt auf der Haut spürt, wie Unterwäsche, Shapewear, Handschuhe oder Nachtwäsche. »Sie tragen bereits Vorstellungen davon in sich, wie ein Körper geformt, bedeckt, diszipliniert oder präsentiert werden soll.« Die Stücke wurden getragen, benutzt und teils etwas verdreckt. Schmutz, Dehnung, Risse und Erdpartikel bleiben zurück. (…)

Soufiane Ababri
Info: DITTRICH & SCHLECHTRIEM freut sich, mit The Alis’ Narrative die dritte Einzelausstellung der Galerie mit Soufiane Ababri und seine erste Einzelausstellung in Köln zu präsentieren. Die Ausstellung eröffnet in der Woche der ART COLOGNE und ist vom 3. November 2026 bis zum 30. Januar 2027 in den neuen Galerieräumen in der Roonstraße 108 zu sehen. Ababris künstlerische Praxis schöpft aus Literatur, Film, Musik sowie sozialen und politischen Geschichtsschreibungen, um Fragen von Anderssein, Begehren und Zugehörigkeit zu untersuchen. Indem er seine eigene Biografie und Herkunft mit einem umfassenden Archiv queerer kultureller und intellektueller Referenzen verknüpft, hinterfragt er die Art und Weise, wie Geschichte geschrieben wird, und rückt dabei marginalisierte Geschichte, persönliche Erinnerungen und intime Begegnungen in den Vordergrund. Seine fortlaufende Serie farbiger Buntstiftzeichnungen, die Bedworks, entstehen im Liegen im Bett. Damit verlagert Ababri die Künstlerische Produktion bewusst aus dem vertikalen Raum des Ateliers in den horizontalen, privaten Raum des Schlafzimmers. Intimität und Häuslichkeit werden so zu Ausgangspunkten für die Auseinandersetzung mit queeren und migrantischen Erfahrungen sowie mit den komplexen Bedingungen eines Lebens zwischen verschiedenen Kulturen.

Lee Ufan
Info: Der südkoreanische Künstler Lee Ufan (*1936, lebt in Kamakura, Japan) wird mit dem 32. Wolfgang-Hahn Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ausgezeichnet. In seiner Kunst begegnen sich konträre Kräfte wie Leere und Spannung, Stille und Energie. Als Mitbegründer der aus Japan stammenden minimalistisch arbeitenden Mono-ha-Bewegung (Schule der Dinge), einem Kollektiv von Künstler*innen in Tokio zwischen 1968 und 1975, sucht er bis heute nach einer harmonischen Neuordnung der Dinge. Seit den 1970er-Jahren prägt vor allem seine reduzierte Malerei die internationale Kunstszene. (…) Preisverleihung und Eröffnung um 18:30 Uhr.
