
DOPPELERÖFFNUNG! Den Jahresauftakt begeht die Galerie Gisela Clement in Bonn mit gleich zwei Premieren: Am Freitag, den 23. Januar, eröffnen parallel die ersten Einzelausstellungen der Wiener Künstlerin Renate Bertlmann und des Bonner Architekten Uwe Schröder in der Galerie. Renate Bertlmann (*1943) zählt seit den frühen 1970er-Jahren zu den zentralen Figuren feministischer Kunst im deutschsprachigen Raum. Unter dem Leitsatz ‘Amo Ergo Sum’ (Ich liebe, also bin ich) untersucht sie seit über fünf Jahrzehnten Machtgefüge, Geschlechterrollen und Formen struktureller Unterdrückung – mit einer Bildsprache, die auf Ironie, Überzeichnung und gezielte Irritation setzt. Ihre Ausstellung ‘Im Visier’ ist unterdrückten Frauen weltweit gewidmet und vereint Arbeiten der letzten 20 Jahre: Installationen, Objekte und Vitrinenarrangements, in denen Themen wie Freiheitsentzug, Gewalt und Widerstand verhandelt werden. Bertlmanns Werk wurde international ausgestellt. 2019 zeigte sie als erste Künstlerin eine Einzelschau im österreichischen Pavillon der Biennale von Venedig. Erstmals würdigt die Galerie auch Uwe Schröder (*1964) mit einer Ausstellung. Der Architekt, Autor und Universitätsprofessor präsentiert Fotografien realisierter Bauten, Entwurfszeichnungen, Modelle und Collagen. Das Galeriehaus selbst wurde nach seinen Plänen gebaut und bildet den Rahmen für eine seit über drei Jahrzehnten geführte Auseinandersetzung mit Raum, Topologie und Ästhetik. Am Eröffnungstag findet ein umfangreiches Begleitprogramm statt – mit einer Matinée und Architekturführung zu Uwe Schröders Bauten ab 14 Uhr und einer Filmvorführung zu Renate Bertlmann samt anschließender Eröffnung ab 17 Uhr. In diesem Sinne, don’t miss out! 😊 Mehr Infos:
www.galerie-clement.deRenate Bertlmann
Info: Seit Mitte der 1960er-Jahre unterlaufen die radikalen, ironischen und provokativen Werke von Renate Bertlmann gesellschaftliche Zuschreibungen und Stereotype rund um Geschlecht und Machtstrukturen. Sie thematisieren sowohl den weiblichen Körper als umkämpftes Terrain als auch die Ambivalenzen von Lust und Schmerz, Begehren und Verletzlichkeit, Allmacht und Widerstand. Die Ausstellung Im Visier vereint Werke (von 2004 bis 2025), die sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt auszeichnen und Themen wie Leid oder Freiheitsentzug mit stark Camp-artigen Materialien verknüpfen. Tatort-Szenen (wie Herbst, 2025), Aufbahrungsraum oder Trauerzimmer (wie Wedding Night, 2025), Selbstverteidigungszubehör oder getarnte Waffen (wie Messer-Rucksack: Le Voyage, 2025 oder Fuck off, 2004)… Renate Bertlmann stellt in Vitrinenboxen, wie in Völkerkundemuseen, arrangierte Objekte aus und bedient sich Bildwelten, die als Kitsch und obszön gelten. (…) 17 Uhr: Filmvorführung Renate Bertlmann. Später Triumph von Susanne Riegler / 18 Uhr: Eröffnung mit einer Einführung von Christina Végh (Direktorin, Kunsthalle Bielefeld) / Parallel eröffnet die Ausstellung Uwe Schröder. Werkausstellung.

Raphael Brunk
Info: Raphael Brunk’s new series of works begins with an associative process of the artist, where he describes a scene to an AI program, which then represents it as a photograph. This is the starting point for his artistic process. In the first step, Brunk reworks the resulting scene on the computer, emphasizes elements, softens structures, or changes the spatiality. After printing, Raphael Brunk reinterprets this motif with acrylic, oil, and crayon. By intuitively bringing out colors and textures, he adds a new dimension to the painting. In this new series of works, he is ostensibly concerned with the more direct interaction with his canvas. The visible, human, component. Thus, the cultivated coincidence of an AI meets the intuitive creative process of painting. Raphael Brunk (*1987, DE) lives and works in Frankfurt, Germany. He graduated from the Freie Kunst at the Academy of Arts in Düsseldorf, as a master student in the class of Andreas Gursky. (…) Joint opening of the galleries in Düsseldorf-Flingern.

Claus Goedicke
Info: Mit der Ausstellung Plastik zeigen wir erstmals in der Galerie Haus Schlangeneck Fotografien von Claus Goedicke. Plastik, so Goedicke, ist billig, praktisch, formbar und langlebig – zugleich aber Ausdruck manischen Konsums, globaler Vermüllung und ökologischer Zerstörung. Die zwischen 1989 und 2003 entstandenen Arbeiten sind konsequent aus und mit diesem Material entwickelt: Die Sujets bestehen aus Kunststoff, ebenso der fotografische Träger, das Papier und die eigens gebauten Bildräume. Doch Goedickes Bilder erschöpfen sich nicht in einer Kritik der Materialität. Sie verhandeln Farbe und Volumen, Oberfläche und Haptik, das Stillleben als Bühne, Kontemplation und den Lärm unserer Welt. Aus dem bewussten Umgang mit Material und Medium entstehen Bilder von subtiler Komplexität und sinnlichem Reichtum. Harmonien und Dissonanzen, Reibungen und Spannungen prägen ihre Kompositionen. Vertraute Formen der Konsumwelt werden aus ihrem funktionalen Zusammenhang gelöst und in einen Zustand konzentrierter Betrachtung überführt. Goedickes Werk nimmt dabei eine singuläre Position zwischen Fotografie und Malerei ein. Seine Bilder sind weder Werbung noch Dokumentation, weder reine Fotografie noch Malerei, sondern das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit den Bildsprachen unserer Gegenwart. (…) Einführung um 14 Uhr: Gabriele Conrath-Scholl (Leiterin, Photographische Sammlung, SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn) im Gespräch mit Jeane von Oppenheim und Claus Goedicke.

Anya Janssen
Info: Anya Janssen malt Menschen, Personen, ihre Auren, ihre Geschichten. Das, was jene umgibt. Sie findet in diesen Verbindungen eine Essenz, die sie auf die Leinwand bringt. Sie ist fasziniert von Menschen, die scheinbar an einer Schwelle stehen; in ihrem Denken, ihrem Leben und ihren Emotionen. Janssen arbeitet mit Musen. Der Begriff der Muse hat in der Kunstgeschichte eine lange Tradition. Häufig ist dieser mit einem idealisierten, passiven Bild der Frau verbunden, die als Inspirationsquelle für den männlichen Künstler diente. Doch trägt das Wort Muse im Ursprung den Atem sehr alter Zeiten mit sich. Es stammt aus dem Griechischen – moũsa – und bezeichnete ursprünglich kein Modell, kein stilles Gegenüber, sondern eine Göttin des Klanges, des Wissens, des Erinnerns. So arbeitet Anya Janssen mit ihren Musen im herkömmlichen Sinne des Wortes. In ihren neuesten Werken arbeitet sie eng mit der Performerin Britt Liberg zusammen. Britt Liberg ist Tänzerin, Performerin, eine Stimme und ein Körper, der in der Bewegung verrät, dass wirkliche Präsenz sichtbar gemacht werden kann. (…)

Dennis Aycicek, Yue Cao, Jeongan Choi, Bella Comsom, Karen Fritz, Justus Kaufmann, Hans W. Koch, Kyuwon Moon, Samuels Ozoliņš, Yiran Qi, Esther Rosiny-Wieland, Tina Tonagel, Farah Wind
Info: Streichen, Kratzen, Schlagen, Zupfen, Scharren, Blasen, Imaginieren – die Entstehung von Klängen durch mechanische Prozesse steht im Fokus dieser Ausstellung. Die Künstler:innen untersuchen den Klang als skulpturales Medium, beschäftigen sich mit Aspekten der auditiven Wahrnehmung und reflektieren die ästhetischen und konzeptuellen Möglichkeiten klangerzeugender Objekte im Raum. Werkzeuge sind unter anderem Arduinos, Sensoren und Motoren, aber auch Wasser und Luft. Einzig Lautsprecher sind nicht erlaubt. Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Sound-Bereich der Kunsthochschule für Medien Köln statt.

Béla Pablo Janssen
Info: Mit Theater der Sonnenzuwendung entwickelt Béla Pablo Janssen (BPJ) eine ästhetische Sprache, die Fragen der Wahrnehmung als Teil übergeordneter planetarer Zusammenhänge begreift. Die Sonnenzuwendung erscheint dabei als kosmischer Rhythmus, in dem menschliche und nicht-menschliche Prozesse miteinander verschränkt sind. Durch die Zusammenführung verschiedener Werkgruppen und ortsspezifischer Setzungen reflektiert die Ausstellung zugleich das zeitgenössische Potential eines Gesamtkunstwerks. Dabei knüpft BPJ an seine Auseinandersetzung mit Logiken des Archivs an: durch Verfahren des Sammelns, Schichtens und der Remontage werden Erzählweisen und Prozesse der Ordnungsbildung sichtbar gemacht und teils unterlaufen. Statt in ein einzelnes Narrativ zu münden, eröffnet die Ausstellung so eine Mehrstimmigkeit von Bezügen, mit denen nicht zuletzt alternative Formen des Zusammenlebens erkundet werden. (…) Gartensauna für Gäste (Handtuch mitbringen) / Begrüßung durch Prof. Ilka Helmig (Vorstandsvorsitzende, NAK) um 19 Uhr / Einführung durch Maurice Funken (Direktor, NAK) um 19:15 Uhr / Live-Radiosendung: pilot.radio.fm →
