
WAS LÄUFT!? Auch wenn gerade die Herbstferien begonnen haben, gibt es in NRW diese Woche wieder spannende Kunstveranstaltungen zu entdecken – hier unsere Highlights: Am Donnerstag, den 22. Oktober, lädt Urbane Künste Ruhr mit der ‘Grand Snail Tour’ nach Essen ein. Gemeinsam mit Studierenden der Folkwang Universität der Künste wird der Viehofer Platz zum klingenden Resonanzraum, an dem Klangexperimente und Field Recordings den Stadtraum hörbar machen. Ebenfalls am Donnerstag feiert KUNSTFORUM International gemeinsam mit der Photographischen Sammlung der SK Stiftung Kultur den Launch seiner neuen Ausgabe zum Thema ‘200 Jahre Fotografie’. Im Gespräch mit Chefredakteurin Ann-Katrin Günzel, Kuratorin Claudia Schubert und Gastherausgeber Damian Zimmermann geht es um die Geschichte und Gegenwart des Mediums. Passend dazu ist die aktuelle Ausstellung ‘August Sander – Zum 150. Geburtstag’ geöffnet, die neben bekannten Porträts auch weniger bekannte Aufnahmen aus Sanders vielseitigem Werk zeigt (s. Titelbild). Am Sonntag, den 25. Oktober, endet in der Kunst-Station Sankt Peter Köln die Einzelausstellung ‘Magnificent Transmutations’ der kanadischen Künstlerin Shannon Bool mit einer Finissage und einem Artist Talk. Bools Arbeiten verbinden Modegeschichte, Architektur und gesellschaftliche Fragen. So treten im Kirchenraum ein gewebter Bildteppich, Keramiken und eine Straßenlaterne miteinander in Dialog. In diesem Sinne, ein Halleluja für die Kunst und viel Spaß beim Besuch! 😉
Alle Termine dieser WocheJan St. Werner (Musiker, Komponist, Klangkünstler), Michael Akstaller (Klangkünstler, Komponisten), Norbert Palz (Architekt, Forscher), Studierende der Folkwang Universität der Künste
Info: In Essen lädt das Sound-Practice-Research-Kollektiv der Folkwang Universität der Künste gemeinsam mit der Tanzkompanie Constanza Macras / Dorky Park dazu ein, den Viehofer Platz als klingenden Resonanzraum zu erkunden. Instrumente, Klangobjekte, Mikrofone sowie die von Norbert Palz an der Universität der Künste Berlin entwickelten Urban Reflectors machen die architektonischen und situativen Bedingungen des Stadtraums hörbar und körperlich erfahrbar. Studierende und Gäste aus Musik, Architektur und Tanz gestalten offene Klangaktionen, Field Recordings und Experimente zum Mitmachen. Ort: Viehhofer Platz 1, 45127 Essen / 10 Uhr: Klangliche Erkundungen des Stadtraums / 17 Uhr: Sound Practice Research-Kollektiv / 19 Uhr: Lecture mit Norbert Palz und gemeinsames Hören.

Dr. Ann-Katrin Günzel (Chefredakteurin, KUNSTFORUM International), Claudia Schubert (Kuratorin, Photographische Sammlung/Stiftung Kultur), Damian Zimmermann (Gastherausgeber der Ausgabe)
Info: Anlässlich der neuen KUNSTFORUM-Ausgabe 200 Jahre Fotografie. Zwischen Materialität, Kunstmarkt und künstlerischer Unschärfe lädt Die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn gemeinsam mit dem KUNSTFORUM International zum Launch-Event. Im Gespräch mit Dr. Ann-Katrin Günzel, Chefredakteurin KUNSTFORUM International, Claudia Schubert, Kuratorin der Photographischen Sammlung/Stiftung Kultur und Damian Zimmermann, Gastherausgeber der Ausgabe, wird ein gemeinsamer Blick auf 200 Jahre Fotografie geworfen und was diese für die Gegenwart bedeutet. In diesem Kontext stellt Claudia Schubert eine Verbindung zur aktuellen August-Sander-Ausstellung her, die vor Ort zu sehen ist. Anschließend laden wir zu einem gemeinsamen Umtrunk ein. Es besteht die Möglichkeit, sich auszutauschen und im Rahmen der Sonderöffnung bis 21 Uhr die aktuelle Ausstellung August Sander – Zum 150. Geburtstag zu besuchen. Die neue KUNSTFORUM-Ausgabe ist an diesem Abend zu einem einmaligen Sonderpreis zu erwerben. Zu entdecken sind außerdem alle bisher erschienenen Ausgaben zum Thema Fotografie online im KUNSTFORUM Archiv. Wir freuen uns auf einen anregenden Abend über 200 Jahre Fotografie, ihre Geschichte, ihre Gegenwart und ihre Perspektiven für die Zukunft.

Shannon Bool
Info: Mit der Ausstellung Magnificent Transmutations von Shannon Bool startet die Kunst-Station Sankt Peter Köln im Rahmen der DC Open und parallel zur Wiedereröffnung der Kölner Oper in die Herbstsaison 2026. Die szenische Präsentation der Künstlerin Shannon Bool umfasst mehrere Objekte, die miteinander in Beziehung treten: Ein figürlicher Bildteppich, Grandiose Magnificent Borderline, wird mit einer Straßenlaterne, Gaslight (name TBD), und Keramiken, Untitled, kombiniert. Die Künstlerin wählt für ihre handwerklich anspruchsvollen Werke das breite Hauptschiff und die Taufkapelle der gotischen Kirche aus, die auch Werke von Peter Paul Rubens, Gerhard Richter und Eduardo Chillida zeigt. Auf der Tapisserie sind elegant gekleidete Frauengestalten im Stil des Pariser Maison Lanvin der 2015er Jahre zu sehen, die in die Hochhausarchitektur von New York, den JP Morgan Chase Tower in Manhattan, im wahrsten Sinne des Wortes verwoben sind. Der Jacquard-Teppich – bei dieser Technik wird das Motiv direkt in das Gewebe eingewebt und nicht aufgedruckt – betont dieses Ineinandergreifen von Modegeschichte, futuristischer Architektur und gesellschaftlicher Bedeutung von Gestaltung. (…) Zur Finissage findet ein Gespräch mit der Künstlerin in der Kunst-Station Sankt Peter statt.

Henrik Godsk
Info: Henrik Godsk (b. 1975 in Hjørring, DK) presents his fourth solo exhibition, Carnivalesque, at Ruttkowski;68 in Düsseldorf. The exhibition is comprised of new paintings, installations and sculptural objects that were all made for the space in Dūsseldorf. The title of the exhibition refers to the thinker and theorist Mikhail Bakhtin, who in his literary and cultural studies used the medieval carnival as a metaphor for what he called the carnivalesque. The carnivalesque can be described as a ritualistic spectacle where traditional ideas, hierarchies and power structures are suspended, so that a coexistence of different social registers and cultural expressions arises. Henrik Godsk, who is a seventh generation traveller and is part of the Scandinavian traveller- and circus family Hertzberg, began decorating fairground facades from a very early age. The folkloric aesthetics from his founding years are still present in his work, which also contain a wide range of art historical references, ranging from Renaissance and Baroque court painting to modernism.

Thuy Tien Nguyen (Förderpreisträgerin Junge Kunst)
Info: Der Förderpreis Junge Kunst wird alle zwei Jahre von der Stiftung der Sparkasse Siegen für Kunst und Kultur in Kooperation mit dem Kunstverein Siegen vergeben. Er unterstützt Künstler*innen am Beginn ihrer professionellen Laufbahn. Die Sparkasse Siegen begleitet die Ausstellung als Sponsorin. (…) Wie finden wir Halt, wenn wir zwischen Orten, Sprachen und Erwartungen leben? Was bleibt von Erfahrungen, die sich in unsere Körper eingeschrieben haben? In Intervall beschäftigt sich Nguyen mit Erinnerung, Zugehörigkeit und dem Versuch, das eigene Gleichgewicht zu finden. Die zwischen Vietnam und Deutschland arbeitende Künstlerin nimmt persönliche Erfahrungen zum Ausgangspunkt, um gesellschaftliche Regeln und Vorstellungen von Normalität zu untersuchen. Wie lernen wir, uns zu bewegen, zu schreiben und unseren Platz in einer Gemeinschaft zu finden? Wann bietet eine Struktur Sicherheit – und wann verlangt sie von uns, dass wir uns anpassen? Nguyen übersetzt diese Fragen in Materialien und räumliche Situationen, die Vertrautes ungewohnt erscheinen lassen. Weiches trifft auf Starres, Feuchtigkeit auf Trockenheit; Gegenstände erscheinen verschoben, verbogen oder verwandelt. Intervall erkundet die Zwischenräume von Halt und Disziplin, Nähe und Distanz, Festhalten und Veränderung. (…) Zur Eröffnung sprechen Tristan Vitt (Bürgermeister, Stadt Siegen), Dr. Nadine Uebe-Emden (Vorstandsvorsitzende, Sparkasse Siegen), Dr. Eva Schmidt (Vorsitzende, Kunstverein Siegen) und Jennifer Cierlitza (Direktorin, Kunstverein Siegen).

Felix Kultau
Info: Les Choses. The things. But not in the sense of noumena, of things-in-themselves. The term points to the great collective mass of objects with which we, today, construct our lives; the things we hanker after, that we use to define ourselves as individuals, both socially and culturally. The things are slightly menacing, threatening to take over. The title of Felix Kultau’s new exhibition at Droste Galladé is borrowed from Georg Perec’s 1965 novel about a young French couple whose lives are dominated by their material desires, to the extent that their fantasies about furniture and design all but paralyse their existence. Theirs is a life barely lived, a life lived through dreams, in a tale told through long and detailed descriptions of perfect apartments and the objects that fill them. We never quite grasp who they really are, because their half-baked identities never successfully flower into real personalities. They remain agents of desire, and never more than that. This loose, even faulty, connection between identity and objects is the subject of the exhibition Les Choses. – Text excerpt by Gillian Osborne
