
SIEVERDING & BEUYS! Am Sonntag, den 11. Oktober, eröffnet das Museum Schloss Moyland die Ausstellung ‘Katharina Sieverding im Dialog mit Joseph Beuys’ und stellt erstmals in dieser Tiefe die Verbindungen und Unterschiede zwischen zwei prägenden Positionen der deutschen Nachkriegskunst gegenüber. Im Zentrum stehen Fragen nach Gesellschaft, Politik, Öffentlichkeit und der Selbstdarstellung in der Kunst. Rund 140 Werke aus Fotografie, Zeichnung, Film und Installation zeigen, wie unterschiedlich Sieverding (*1941) und Beuys (1921–1986) auf diese Fragen reagierten. Einen besonderen Akzent setzt die erstmalige Präsentation von rund 30 frühen Kostüm- und Bühnenbildentwürfen Sieverdings aus den 1960er-Jahren, die einen bislang wenig bekannten Ausgangspunkt ihres Schaffens sichtbar machen. Katharina Sieverding wurde in Prag geboren und studierte ab 1964 an der Kunstakademie Düsseldorf, wo sie 1967 in die Klasse von Joseph Beuys wechselte und ihr Studium 1972 als dessen Meisterschülerin abschloss. Später wurde sie mit ihren großformatigen Fotografien und seriellen Selbstporträts bekannt und entwickelte die Fotografie zu einem eigenständigen Medium für gesellschaftspolitische Fragen. Mehrfach stellte sie u.a. bei der Documenta oder der Biennale von Venedig aus und zählt heute zu den wegweisenden Künstler*innen der deutschen Nachkriegszeit. Die Neue Nationalgalerie in Berlin widmet der Künstlerin 2027 eine umfassende Retrospektive – bis dahin lohnt sich der Besuch in Moyland! 😉 Weitere Infos hier:
www.moyland.deBerit Schneidereit, Sigmar Polke
Info: Im Rahmen des internationalen Forschungs- und Vermittlungsprojekts Sigmar Polke. Athanor NOW →, initiiert von der Anna Polke-Stiftung, hat die Künstlerin Berit Schneidereit (* 1988, lebt und arbeitet in Düsseldorf) für das Kunsthaus NRW ein zweiteiliges Ausstellungsprojekt entwickelt. Dieses entfaltet sich über den Zeitraum eines halben Jahres und verbindet den Außen- und Innenraum des Kunsthauses in einem kontinuierlichen künstlerischen Prozess. Den Ausgangspunkt bilden Polkes Dürerschleifen (1986), die Teil seiner Athanor-Installation im Deutschen Pavillon der Biennale von Venedig waren, sowie seine Fotografien von Pflanzenranken aus der gleichen Zeit. Im Garten des Kunsthauses hat Schneidereit über die Sommermonate die Skulptur Entangled Lines (Space) aus rankenden Pflanzen entstehen lassen. An Paravent-Elementen emporkletternd, führen die Pflanzen die Eigenwilligkeit und ornamentale Anmut der natürlichen Form vor Augen. Durch fotografische Verfahren wie unterschiedliche Belichtungen, Fixierungen oder geschüttete Flüssigkeiten hat Schneidereit diesen Wachstumsprozess in poetische Bilder übersetzt. (…) Zur Eröffnung sprechen Elsa Wellmann-Gilcher (Kuratorin der Ausstellung) und Dr. Marcel Schumacher (Direktor, Kunsthaus NRW) / Ort: Kunsthaus NRW →

Wilhelm Mundt
Info: Der Bildhauer Wilhelm Mundt bezeichnet seine skulpturalen Arbeiten Trashstones gerne als Klumpen, die formal an Findlinge erinnern. Er fertigt sie seit den späten 1980er Jahren aus anorganischem Abfall, den er zu einer festen Form zusammenbindet, mit Glasfaser überzieht und z.T. mit Farbe gestaltet. Die Gruppe ist der konzeptionelle und formale Ankerpunkt seines Werks, auf den er in Installationen, Fotoarbeiten, Zeichnungen und Videoarbeiten Bezug nimmt. Inhaltlich beschäftigt sich Mundt sich mit der Frage von Produktion und Erfindung. Die Ausstellung ZUFLUSSREGELUNG vereint unterschiedliche Arbeiten des Künstlers aus mehreren Jahrzehnten seines Schaffens. Behutsam bauen vor allem die Skulpturen eine Beziehung zu den Ausstellungsräumen auf und knüpfen an deren ursprüngliche Funktion als Atelierräume an. Wilhelm Mundt (*1959 Grevenbroich) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg, Klaus Rinke und Irmin Kamp. Er war Professor für Bildhauerei an der HfBK Dresden. Seine Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland.

Katharina Sieverding, Joseph Beuys
Info: Mit Katharina Sieverding im Dialog mit Joseph Beuys widmet das Museum Schloss Moyland erstmals eine Ausstellung in dieser Tiefe den Verbindungen und Unterschieden zwischen den Werken beider Kunstschaffenden. Im Zentrum stehen gemeinsame Fragen nach politischer Wirklichkeit, gesellschaftlichen Prozessen, Öffentlichkeit und der Rolle der eigenen Person in der Kunst – ebenso wie die unterschiedlichen künstlerischen Mittel und Haltungen, mit denen Beuys und Sieverding darauf antworten. Einen besonderen Akzent setzt die erstmalige Präsentation von rund 30 frühen Kostüm- und Bühnenbildentwürfen Sieverdings aus den Jahren 1963 bis 1967, die einen bislang wenig bekannten Ausgangspunkt ihres Werks sichtbar machen. Die Ausstellung umfasst rund 140 Werke von Katharina Sieverding und Joseph Beuys, darunter Fotografien, Zeichnungen, Film- und Diaprojektionen sowie raumbezogene Arbeiten. Ergänzt werden sie durch Fotografien und Dokumente aus dem Joseph Beuys Archiv des Museums Schloss Moyland, dem Archiv Katharina Sieverding und Klaus Mettig sowie verschiedenen Theaterarchiven. (…) Die Stiftung Museum Schloss Moyland lädt Sie und Ihre Freunde herzlich zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 11. Oktober 2026 um 14 Uhr ein. Begrüßung durch Stephan Reinders (Bürgermeister, Gemeinde Bedburg-Hau) und Dr. Antje-Britt Mählmann (Künstlerische Direktorin, Stiftung Museum Schloss Moyland) / Podiumsgespräch mit Dr. Alexander Grönert, Orson Sieverding, Pola Sieverding und Dr. Wolfang Zumdick / Der Eintritt ist ab 13:30 Uhr frei.

Sanna Helena Berger
Info: Œuvre (working title) ist Sanna Helena Bergers erste institutionelle Einzelausstellung, in der sie dem Format Retrospektive als Besiegelung einer Künstlerinnen-Biographie widerspricht. Gegen diese Konvention argumentiert Berger, dass die ausschließlich rückschauende Betrachtung des Gesamtwerkes einer Künstlerin am Ende deren Handlungsfähigkeit für zwischenzeitliche Bedeutungsproduktion (Nachträglichkeit) ausschließt. Diese Interpretation einer archivarischen Geste blickt zugleich zurück und nach vorn. Berger lässt den üblicherweise temporären Platzhalter Arbeitstitel als namengebendes Echo ihrer Philosophie stehen: Ein Lebenswerk ist ein nichtlinearer Prozess. So wird die Ausstellung zu einem Ort, an dem die Vorsilbe re- als deiktische Methode fungiert, die sowohl fertigen als auch liegengelassenen Arbeiten neue, oder überarbeitete Lesarten der bereits existierenden eröffnet. Ein kritisches Hinwenden, bei dem Berger versucht, Werke mit einem reflexiven, kritischen Blick zu erinnern (re-member), erneut zu befragen (re-visit) und neu zusammenzufügen (re-assemble). So wird die Rekontextualisierung zu einer formalen Methode, die den kuratorischen Gestus der Ausstellung bestimmt. (…) Eröffnung mit einer Einführung von Theresa Roessler / 19:30 Uhr: Performance Finale. Langsam, schwer. von Sanna Helena Berger (auf Englisch) gemeinsam mit Angelina Petrović (Querflöte) / Parallel eröffnet die Ausstellung RADAR: Eda Aslan. It was their dust that we breathed in.

Gregor Schneider
Info: Die Kunsthalle Düsseldorf zeigt mit Haus u r 2026 eine umfassende Ausstellung des international renommierten Künstlers Gregor Schneider. Im Zentrum steht sein seit den 1980er-Jahren fortgeführter Werkkomplex Haus u r, der zu den einflussreichsten raumbezogenen Arbeiten der Gegenwartskunst zählt. Spätestens seit Schneider im Jahr 2001 für Totes Haus u r im Deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, ist das Haus u r international bekannt. Seither wurden Räume aus diesem fortlaufenden Werk in zahlreichen bedeutenden Museen weltweit gezeigt. Das Haus u r in der Unterheydener Straße in Mönchengladbach-Rheydt bildet seit den 1980er-Jahren den Kern von Gregor Schneiders künstlerischer Praxis. Es ist nicht nur Ort, sondern zugleich Material und Prozess. Neben seinem Raumlager – seiner Enzyklopädie der Räume – hat Schneider das Gebäude kontinuierlich erweitert, transformiert und verdoppelt. (…) Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Werkkomplexes Haus u r 1985–heute rückt die Ausstellung Haus u r 2026 dieses zentrale Werk erneut in den Mittelpunkt. In der Kunsthalle Düsseldorf werden gebaute Räume, Skulpturen, Fotografien, Filme und Live-Stream-Projektionen aus dem Haus u r zusammengeführt.

Nico Joana Weber
Info: Für das Schaudepot entwickelt die Künstlerin Nico Joana Weber eine ortsspezifische wie multimediale Installation, die mit Bezug zu Sigmar Polkes Biennale-Beitrag Athanor von 1986 naturwissenschaftliche Sammlungen als Orte künstlerischer Inspiration reflektiert. Der neue Werkkomplex untersucht die Historie rund um die Leihgabe von Meteorit und Quarzkristall, die Sigmar Polke in seine Installation in Venedig integrierte und die aus dem ehemaligen Ruhrlandmuseum stammen. (…) Teil von Sigmar Polke. Athanor NOW →, ein Projekt der Anna Polke-Stiftung. Ort: Schaudepot Ruhr Museum, Heinrich-Imig-Str. 9, UNESCO-Welterbe Zollverein, 45141 Essen.
