ArtJunk
No. 20—2026

 

 

This Week

Der Paravent ist ein Objekt des Dazwischen

Kunstverein Siegen

David Douard, Kasia Fudakowski, Georgina Hill

Info: Der Paravent trennt – und verbindet. Er schafft Intimität, ohne abzuschließen, strukturiert Raum, ohne ihn festzulegen. Faltbar, beweglich, durchlässig wird er zum Instrument eines räumlichen Dazwischen. Das Objekt des Paravents steht seit jeher für Schwellen, Übergänge und Möglichkeiten – in Architektur ebenso wie in der Kunstgeschichte. Als mobiles, durchlässiges Element unterläuft er die Idee eines festen, abgeschlossenen Raumes und rückt Prozesse des Teilens, Verschiebens und Neuordnens in den Fokus. Dabei operiert er mit Transparenz und Andeutung: Er verdeckt und zeigt zugleich, weckt Neugier auf das, was sich dahinter verbirgt, und lässt Assoziationen zwischen Intimität und Inszenierung entstehen. Der Kunstverein Siegen konzipiert mit Der Paravent ist ein Objekt des Dazwischen eine Ausstellung, die von einem einfachen, alltäglichen Gebrauchsgegenstand ausgeht. Der Paravent verweist dabei nicht nur auf architektonische, sondern auch auf kunsthistorische Strategien der Raumgliederung und macht sichtbar, dass Raum kein gegebenes Gefüge ist, sondern immer wieder neu interpretiert werden kann. (…) Zur Eröffnung sprechen Tristan Vitt (Bürgermeister Stadt Siegen) und Jennifer Cierlitza (Direktorin, Kunstverein Siegen).

Kunstverein Siegen Kasia Fudakowski ArtJunk

Sammlungssatellit #10: Emma Talbot. PSYCHE

Kunstmuseen Krefeld | Kaiser Wilhelm Museum

Emma Talbot

Info: Seit 2018 ermöglicht die Ausstellungsreihe der Sammlungssatelliten immer wieder neue, überraschende Perspektiven auf die Sammlung und Geschichte der Kunstmuseen Krefeld. Für die zehnte Ausstellung dieser Reihe reagiert die britische Künstlerin Emma Talbot (*1969 Stourbridge, UK) auf eines der monumentalen Hauptwerke des Kaiser Wilhelm Museums: 1923 schuf der niederländische Künstler Johan Thorn Prikker (1868–1932) im KWM den Wandgemälde-Zyklus Lebensalter. Talbot wird mit einer raumgreifenden Installation im Thorn Prikker Saal und weiteren Werken ihre bildmächtigen Visionen des Lebenskreislaufes in einer multiperspektivischen, verwobenen, instabilen Gegenwart präsentieren. Emma Talbot ist mit ihren farbgewaltigen Installationen aus bemalter Seide, skulpturalen Ensembles, Zeichnungen und filmischen Animationen bekannt geworden. Sie ist Gewinnerin des 8. Max Mara Art Prize for Women und war 2022 auf der Biennale di Venezia in The Milk of Dreams vertreten. (…) Parallel eröffnet die Ausstellung Schöne Anarchie. Johan Thorn Prikker und seine Zeit / Es sprechen Frank Meyer (Oberbürgermeister, Stadt Krefeld), Prof. Dr. Jürgen Wilhelm (Stellvertr. Vorsitzender, Landschaftsversammlung Rheinland), Vera Pues (Stiftungsmanagerin, Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West), Katia Baudin (Direktorin, Kunstmuseen Krefeld) und Dr. Magdalena Holzhey (Kuratorin der Ausstellungen) / Die Künstlerin Emma Talbot wird anwesend sein / 13:30 Uhr: Doppelführung zu Johan Thorn Prikker und Emma Talbot mit Kunstvermittler Thomas Janzen.

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Nacht und Tag auf der Erde

Museum Schloss Moyland

Armin Mueller-Stahl

Info: Der 1930 in Tilsit/Ostpreußen geborene Maler, Musiker und Schauspieler Armin Mueller-Stahl stellt mit der Vielschichtigkeit seiner künstlerischen Ausdrucksweisen eine Ausnahmeerscheinung in der Kunst des 21. Jahrhunderts dar. In seinen unterschiedlichen künstlerischen Aktivitäten spielt die Biografie des Künstlers eine herausragende Rolle: Begegnungen in der Deutschen Demokratischen Republik, der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika prägen das Leben des Künstlers. Das so gewachsene künstlerische Werk von Armin Mueller-Stahl umfasst zahlreiche Gemälde, Zeichnungen, Lithographien, Radierungen und Siebdrucke. (…) Zur Eröffnung sprechen Ina Brandes MdL (Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen), Stephan Reinders (Bürgermeister, Gemeinde Bedburg-Hau), Nicolas Baron von Steengracht (Sprecher, Vorstand Stiftung Museum Schloss Moyland) / Podiumsdiskussion mit Dr. Beate Kemfert (Vorstand, Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen, Rüsselsheim), Noura Dirani (Direktorin, Kunsthalle St. Annen, Lübeck), Dr. Antje-Britt Mählmann (Künstlerische Direktorin, Museum Schloss Moyland) / anschließend Lesung von Volker Skierka (Journalist, Autor): Armin Mueller-Stahl: Die Biografie / Musik von Tobias Morgenstern / Der Künstler ist anwesend / Anmeldung erforderlich →

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Upcoming

Eine Stadt als Atelier

Kölnischer Kunstverein

Michael Van den Abeele, Chantal Akerman, Danai Anesiadou, Ethan Assouline, Sammy Baloji, Marianne Berenhaut, Kasper Bosmans, Jef Cornelis, Jos de Gruyter & Harald Thys, Laurent Dupont, Jana Euler, Arnaud Eubelen, Collectif Faire-Part, Béla Feldberg, Mona Filleul, Gust Duchateau, Felix Kindermann, Aglaia Konrad, Stéphane Mandelbaum, Céline Mathieu, Hana Miletić, Shaun Motsi, Willem Oorebeek, Jurgen Ots, Marina Pinsky, Sophie Podolski, Emile Rubino, Chéri Samba, Michaela Schweighofer, Beat Streuli, Walter Swennen, Angharad Williams

Info: Die Ausstellung Eine Stadt als Atelier richtet den Blick auf Brüssel als vielschichtigen, städtischen Organismus. Die Stadt vereint kosmopolitische Vielfalt, Überlagerungen politischer Machteinflüsse und soziale Spannungen – ein chaotisches, aber inspirierendes Umfeld für künstlerisches Schaffen. Brüssels Architektur, Kolonialgeschichte und Zuwanderung prägen Arbeitsweisen, in denen Nonkonformismus, Widerstand und urbane Realität reflektiert werden. Die Ausstellung untersucht künstlerische Sichtweisen auf Stadtstrukturen, soziale Texturen und historische Spuren. Mit Stationen in Köln und Brüssel verknüpft das Projekt historische und geografische Resonanzen, verdeutlicht kulturelle Verflechtungen zwischen Städten und erweitert die Lesart urbaner Topografien durch künstlerische Praktiken. Brüssel wird so zum Modellraum für die Reflexion, wie Städte als lebendige Organismen durch Kunst immer wieder neu verstanden werden können.

Kölnischer Kunstverein Kasper Bosmans ArtJunk

Kunsthalle unterwegs: Ecologies in Motion

Kunsthalle Düsseldorf

Stefanie Bühler, Arpad Dobriban, Klaus Fritze, Kanade Hamawaki, Aslı Hatipoğlu, Temitayo Ogunbiyi, Katie Paterson

Info: Ecologies in Motion ist eine Kooperation zwischen dem Künstlerverein Malkasten → und der Kunsthalle Düsseldorf, das im Rahmen der Projektreihe Kunsthalle unterwegs realisiert wird. Der Mitte des 18. Jahrhunderts im Zentrum Düsseldorfs angelegte, zweieinhalb Hektar große Malkastenpark steht im Zentrum des Kooperationsprojekts. Dabei fungiert der Park nicht nur als Kulisse, sondern wird als aktiver Mitspieler in künstlerischen und gesellschaftlichen Prozessen sichtbar gemacht – als Ort der Begegnung, der Erinnerung und der Transformation. Skulpturen, Performances und Interventionen beleben den Park auf vielfältige Weise und öffnen ihn als Raum für zeitgenössische Kunst, Biodiversität im urbanen Raum und Begegnungen unterschiedlicher Art. Ecologies in Motion greift den Park als sozialen, ökologischen und ästhetischen Raum auf. Als sozialer Raum bietet er Möglichkeiten der Begegnung, des Austauschs und der kollektiven Erfahrung, während er als ökologischer Raum neue Blickwinkel auf Biodiversität im urbanen Kontext eröffnet. (…) Ort: Malkastenpark.

Kunsthalle Düsseldorf Asli Hatipoğlu ArtJunk

The Emergence of Sound

Ludwig Forum Aachen

Christina Kubisch

Info: Seit den 1970er Jahren arbeitet die Klangkünstlerin und Komponistin Christina Kubisch (*1948 Bremen) auf der Schwelle von bildender Kunst und Musik und verbindet in ihrem Werk Komposition, Installation, Performance, Zeichnung, Video und elektronische Musik. Ihre Ausstellung präsentiert Klang als Phänomen, das sich in der Anordnung von Körper, Material, Signal und Bewegung immer neu bildet und in ihrem Zusammenspiel erfahrbar wird. Klang ist dabei immer auch Handlung: Er vergegenwärtigt sich in einem flexiblen sensorischen Prozess, der die hier gezeigten Arbeiten miteinander verbindet. The Emergence of Sound (dt. Das Werden des Klangs) ist zugleich Titel und Leitmotiv dieser Überblickausstellung, die ausgewählte Werke der letzten fünf Jahrzehnte umfasst. Die Ausstellung würdigt die Pionierarbeit der Künstlerin im Feld der Klangkunst, die sich im deutschsprachigen Raum erst ab den 1970er Jahren unter diesem Begriff als Genre fassen lässt. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf frühen Performances, elektromagnetischen Forschungen und ihrem partizipativen Arbeitsansatz. (…) Zur Eröffnung sprechen Rebekka Seubert (Direktorin, Ludwig Forum Aachen), Ulla Griepentrog (Bürgermeisterin, Stadt Aachen), Dr. Carla Cugini (Geschäftsführende Vorständin, Peter und Irene Ludwig Stiftung) und Miriam Schmidt (Kuratorin der Ausstellung, Ludwig Forum Aachen) / Um 19:30 Uhr findet eine Wiederaufführung und Erweiterung von Christina Kubischs Performance-Serie Emergency Solos mit Francesco Marzano statt.

Ludwig Forum Aachen Christina Kubisch ArtJunk
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