ArtJunk
No. 18—2026

Antonia Jüdt

Info: Die Stiftung Insel Hombroich lädt am Sonntag, den 3. Mai 2026, um 16 Uhr zur Eröffnung der Wachhaus-Ausstellung Wenn der Frühling eine Herbstlandschaft erzählt von Antonia Jüdt auf die Raketenstation Hombroich ein. Antonia Jüdt beschäftigt sich in ihrer eigens für das Wachhaus konzipierten Arbeit mit den dekorativen Qualitäten der Kunst: Sie übersetzt das Gemälde Herbstlandschaft mit vier Bäumen von Vincent van Gogh in eine Zeichnung, mit der sie eine Leinwand umhüllt. Das Leitmotiv ist ihre romantisch-methodische Auseinandersetzung mit Landschaftsmalerei. Die Positionierung des Bildes im Wachhaus verschränkt ihre bildhauerische Arbeit mit der zeichnerischen Auseinandersetzung. Antonia Jüdt studiert seit 2020 an der Kunstakademie Düsseldorf, bis 2025 bei Prof. Thomas Grünfeld und seit 2026 bei Prof.in Ima-Abasi Okon. Ort: Wachhaus, Raketenstation.

Stiftung Insel Hombroich Antonia Juedt ArtJunk

Sarah Szczesny

Info: In der Animation Amentü Gemisi Nasıl Yürüdü (Wie segelte das Schiff Amentü?, 1969) des türkischen Karikaturisten Tonguç Yaşar bewegt sich das Schiff zunächst nicht. Zumindest bis Hz. Ali mit seinem Ya Hak-Pfeil ein Herz durchbohrt. Dieses seufzt Ah mine’l-aşk! – O, die Liebe! –, Tränen fließen, und erst in diesem Fließen kommt das Schiff in Fahrt. In der Ausstellung The Heart Said Now I Am Love zitiert Sarah Szczesny diese Logik nicht, sondern wiederholt sie mit anderen Mitteln. In ihrer Arbeit ist es der Pinsel, der abschießt. Der Strich, der trifft. Die Geste, die das Bild in Bewegung versetzt. Dafür wird das Original zunächst zerlegt. Amentü Gemisi Nasıl Yürüdü wird gerastert, zersetzt, bemalt und neu zusammengesetzt: eingefroren, überlagert, aus nächster Nähe untersucht, erneut animiert. (…) – Text: Melissa Canbaz

Bloom Sarah Szczesny ArtJunk

Info: Mit der Ausstellung Endlich Schöner Wohnen. Farbige Öldrucke zwischen Kitsch und Kostbarkeit widmet sich das Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik ab dem 10. Mai 2026 in seiner nächsten Jahresausstellung den vielfältigen Facetten des Öldrucks. Farbige Elfenreigen, röhrende Hirsche oder sentimentale Madonnenbilder – passend gerahmt und in teils besonderen Formaten wie dem sogenannten Schlafzimmerbild fand der farbige Öldruck um 1900 eine weite Verbreitung. Während sich viele der populären Bildmotive deutlich von musealer Kunst unterschieden, spezialisierten sich einige Firmen auf täuschend echte Faksimile-Drucke. Dank glänzender Firnisschicht und strukturierter Oberfläche waren sie für das ungeübte Auge von echten Ölgemälden kaum zu unterscheiden.

Clemens Sels Museum Neuss Elfenspiel Chromolithographie ArtJunk

Nie Pastille (mit Tom Hunter, Ewa Kuryluk, Molly Palmer)

Info: In ihrem Buch Vibrant Matter (2010) argumentiert die amerikanische Philosophin und Politikwissenschaftlerin Jane Bennett gegen die Vorstellung von Materie als totem, passivem Stoff, der darauf wartet, durch menschliche Intention Form und Bedeutung zu erhalten. Sie schreibt, dass Materie lebendig ist und eine eigene Handlungsfähigkeit besitzt. Objekte handeln nicht wie Menschen, sind aber auch nicht bloße Werkzeuge, die eine Funktion erfüllen. Irgendwo dazwischen bilden sie eine Kraft, die affiziert, widersteht, überrascht – und mitgestaltet. In der Kunst von Nie Pastille ist diese Kraft spür- und sichtbar zugleich. Ihre Objekte folgen nicht den festgelegten Pfaden eines einzigen Mediums, sondern vereinen unterschiedlichste Materialien wie Holz, Wolle, Leinwand, Stoffe, Pigmente, Blätter und Zweige. Es sind unregelmäßige Formen, die keinen rechteckigen Rahmen kennen. Stoffe, die gleichzeitig bemalt und genäht sind, die sich wölben und hängen. Sperrholz, das wie ein Körper ausgesägt wurde, nicht wie ein Bild. Farben, die nicht dekorieren, sondern drängen. Die Bilder wirken wie Wesen, die Luft in die Lungen genommen haben, aus den Rahmen ausgebrochen sind und nun durch den Galerieraum streunen. Jedes Werk existiert für sich, doch zusammen bilden sie eine geheimnisvolle, anarchische Gemeinschaft. (…) Eröffnung mit Brunch von AMA TWI und Kinderaktivitäten.

Ulf Aminde, Renate Bertlmann, Joseph Beuys, Candice Breitz, Philipp Gufler, Hans Hemmert, Alfredo Jaar, Nikolaj Larsen, Franco & Eva Mattes, Katharina Mayer, Boris Mikhailov, Claudia Robles-Angel, Evamaria Schaller

Info: Angesichts von Kriegen, postkolonialen Debatten, Klimaaktivismus, Fragen der Geschlechtergerechtigkeit sowie wachsendem Rassismus und politischer Radikalisierung werden Fragen nach gegenseitigem Verstehen, Verantwortung und solidarischem Handeln immer dringlicher. In diesem Zusammenhang gewinnt Empathie an Bedeutung. Sie bezeichnet die Fähigkeit, sich auf die Gedanken, Gefühle und Perspektiven anderer Menschen einzulassen. Empathie kann helfen, Unterschiede wahrzunehmen und Verständigung zu ermöglichen – zwischen Einzelnen ebenso wie zwischen Gruppen und Gesellschaften. Die Werke der Ausstellung nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Sie beschäftigen sich mit gesellschaftlichen, sozialen und politischen Fragen rund um Empathie und zeigen, wie diese in der zeitgenössischen Kunst verhandelt wird. (…)

Kunstmuseum Bonn Candice Breitz ArtJunk

Travis Boyer, Monika Grabuschnigg, Bridget Mullen, Larissa Rogers, Kerttu Saali, Jia Sung

Info: Gaa is delighted to present Soft Storage, a group exhibition featuring new and recent works by Jia Sung, Travis Boyer, Monika Grabuschnigg, LaRissa Rogers, Bridget Mullen, and Kerttu Saali opening on Tuesday, April 28 from 6 to 8 pm in our Cologne gallery. The body, in Soft Storage, is not treated as a fixed container but as a shifting archive that absorbs, alters, and releases memory through its surfaces and folds. The six artists approach embodiment as a form of storage grounded in material: fabric, clay, pigment, and porcelain carry traces of lived and inherited experience. Rather than offering clean records, these works hold what resists documentation – impressions, distortions, and fragments that persist in physical form. What remains in the body is residue: the quiet, continuous pressure of sensation against forgetting.

Gaa Gallery Travis Boyer ArtJunk

Clark Winter

Info: Zander Galerie is pleased to present its first solo exhibition with work by American photographer Clark Winter. Spanning several decades, the exhibition Untold Stories brings together works from 1970 through 2017, offering an overview of an oeuvre shaped by sustained observation and experience. Clark Winter developed his photographic practice alongside a long career in international finance, living and working across Europe, Latin America, and the United States. Throughout decades of global travel, he continuously photographed – always carrying a camera. His work emerges from an intuitive engagement with the world, guided less by predefined subjects than by a sustained attentiveness to what unfolds in front of him. As Winter notes; »The world is what’s interesting to me. As one looks with curiosity the world reveals more, and the more fascinating it then becomes.« (…) The artist is present.

Zander Galerie Clark Winter ArtJunk

Lake Verea

Info: Zander Galerie is delighted to present Full Moon Party, the first exhibition with Mexican artist duo Lake Verea. The presentation gathers, as guests to a party, key bodies of work from their ongoing series DarkRooms, initiated in 2011. Working with different cameras and formats, both analogue and digital, Lake Verea explore iconic works of modern architecture under conditions of darkness and reflective full moon light. Through long exposures and a practice of slow photography, the duo indulge in experimenting with Deep Time in search of intimacy and sexiness. Their images reveal atmospheres and spatial experiences that remain invisible in daylight. The works shift attention from architectural form to the subtle interplay of light, shadow, and time. (…) The artists are present.

Zander Galerie Lake Verea ArtJunk

Armin Mueller-Stahl

Info: Der 1930 in Tilsit/Ostpreußen geborene Maler, Musiker und Schauspieler Armin Mueller-Stahl stellt mit der Vielschichtigkeit seiner künstlerischen Ausdrucksweisen eine Ausnahmeerscheinung in der Kunst des 21. Jahrhunderts dar. In seinen unterschiedlichen künstlerischen Aktivitäten spielt die Biografie des Künstlers eine herausragende Rolle: Begegnungen in der Deutschen Demokratischen Republik, der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika prägen das Leben des Künstlers. Das so gewachsene künstlerische Werk von Armin Mueller-Stahl umfasst zahlreiche Gemälde, Zeichnungen, Lithographien, Radierungen und Siebdrucke. Das Museum Schloss Moyland widmet dem Künstler eine Einzelausstellung, in Kooperation mit der Kunsthalle Emden und der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim zur Würdigung seines vielschichtigen Oeuvres. Ziel der Ausstellung ist, die Künstlerpersönlichkeit und deren Schaffen anhand einiger exemplarisch ausgewählter Themen- und Werkblöcke darzustellen. (…) Eröffnung in Anwesenheit des Künstlers.

Museum Schloss Moyland Armin Mueller-Stahl ArtJunk