ArtJunk
No. 32—2022

Kuratiert von Miri­am Szwast

Info: Die Auss­tel­lung Grüne Mod­erne. Die neue Sicht auf Pflanzen führt zurück ins frühe 20. Jahrhun­dert und un­ter­sucht, wie in den Kün­sten nicht die Na­tur im großen Maßstab, son­dern das einzelne Gewächs be­trachtet wurde. Wal­ter Ben­jamins Text Neues von Blu­men von 1928 ist Zeug­nis der sein­erzei­ti­gen vi­suellen und tech­nischen In­no­va­tio­nen: Ob wir das Wach­sen ein­er Pflanze mit dem Zei­traf­fer besch­le­u­ni­gen oder ihre Ges­talt in vierzig­fach­er Ver­größerung zei­gen – in bei­den Fällen zischt an Stellen des Da­seins, von de­nen wir es am wenig­sten dacht­en, ein Geysir neuer Bilder­wel­ten auf. Die Fasz­i­na­tion Ben­jamins wurde von einem großen Pub­likum geteilt, das die Ki­nos füllte, als Das Blu­men­wun­der das Leben der Pflanzen ganz neu vor Au­gen führte. Dabei la­gen dem Wun­der mit Zei­traf­fer ge­filmte Ex­per­i­mente mit dem er­sten kün­stlichen Dünger zu­grunde.

Museum Ludwig Biermann ArtJunk

Dennis Tyfus

Richard Burton

Info: Wir freuen uns, mit SEINESGLEICHEN GESCHIEHT (The Like of It Now Happens) die erste Einzelausstellung von Richard Burton in der Galerie Norbert Arns ankündigen zu können.

Galerie Norbert Arns Richard Burton ArtJunk

Mira Mann

Albrecht Schaefer, Anna Fiegen, Atelier ST, Christopher Grabow, Dorothee Liebscher, Johannes Hermann, Marten Anderson, Nick McPhail, Simon Modersohn, Sookyeong Yeong, Stefan Kürten, Tim Eitel, Titus Schade

Info: Ob Exterieur oder Interieur, ob Wirklichkeit oder Fiktion: die Architektur als Gegenstand der Malerei reicht bis weit in das 15. Jahrhundert zurück. Die zweidimensionale Abbildung von Räumlichkeit und Atmosphäre findet ihren Ursprung in den Niederlanden und Italien und wird besonders populär, als mit den ersten architektonischen Wettbewerben die Maler auch zugleich die Architekten sind. Die Ausstellung in der Architekturgalerie Nidus Kosmos zeigt vierzehn zeitgenössische Positionen von Maler*innen und Architekt*innen deren Hauptmotiv die Architektur ist. Über die reine Abbildung einer Perspektive hinaus, werden fiktive Räume, volumetrische Studien, Interieur-Malereien, Alltags-Typologien und landschaftliche Bezüge thematisiert. Dabei entfaltet jede Arbeit ihre eigene Bildsprache und fordert die Betrachter*innen zur räumlichen Auseinandersetzung heraus.

Nidus Kosmos Nick McPhail ArtJunk

Jessica Tille

Info: Die Ausstellungsreihe Fem Art No. 2 stellt als Fortsetzung zum letztjährigen Auftakt bei den DC Open eine Bühne für junge Künstlerinnen in den großzügigen Räumen von LIVE LAB STUDIOS. Jessica Tille verhandelt den Raum zwischen Art und Research in ihrer künstlerischen Arbeit, in der sie in Form spekulativer Recherchen nach neuen Wissensräumen im Poetischen sucht, die zwischen Fakt und Fiktion verortet sind. In einem multimedialen, interdisziplinären Ansatz legt sie den Fokus auf die Zwischenräume der Medien, wo ein Medium das andere infiziert und Informationen sich in Übersetzungsprozessen zwischen verschiedenen Plattformen ständig verschieben. Dabei entstehen Narrationen, die sich aus dem Prozess ergeben, indem Räume und Objekte als Score oder Script für eine Arbeit fungieren. In einer digital-alchemistischen Arbeitsweise des Scannens, Archivierens, Dokumentierens und Verknüpfens wird die Spur des Materiellen im Immateriellen gejagt; in der vermittelten Realität des Digitalen, wo Bilder zirkulieren und mehrfach recycelt werden.

Live Lab Studios Jessica Tille ArtJunk

Birgit Jensen, Michael Buthe, Johannes Brus u.a.

Info: In der Herbstsaison wird eine Sammlungsschau mit dem Titel Fahrt ins Blaue gezeigt. Sie nimmt ebenso landschaftliche Darstellungen wie Eindrücke der Weite und Bilder der Sehnsucht metaphorisch in den Blick. Aus der museumseigenen Sammlung werden unter anderem der Blaue See von Birgit Jensen mit Arbeiten von Michael Buthe und Johannes Brus kombiniert. Es ergeben sich thematische Verbindungen zu den Außenskulpturen des Ratinger Kunstwegs.

Museum Ratingen Birgit Jensen ArtJunk

Kerstin Brätsch, Alexis Gautier, Britta Thie

Info: Im Herbst 2022 präsentiert das Leopold-Hoesch-Museum die Ausstellungen der Preisträgerin 2020 und der Stipendiat*innen 2020–2022. Kerstin Brätsch erhält den Peill-Preis 2020. In Kerstin Brätschs Arbeiten, die eine singuläre Position im zeitgenössischen Malereidiskurs markieren, spielt die Leinwand keinerlei tragende Rolle mehr. In ihnen kollidiert ein traditioneller, statischer Bildbegriff mit einer experimentellen, von Konzeptkunst und Institutionskritik grundierten künstlerischen Praxis, die ihn einer kontinuierlichen Erweiterung und Neubestimmung unterzieht. Die Peill-Förderstipendien 2020–2022 gehen an Alexis Gautier und Britta Thie. Zentral für Alexis Gautiers künstlerische Praxis sind das Reisen und die oft zufällige Begegnung mit Räumen, Kulturen und Menschen. Britta Thies Arbeit speist sich aus einer medial geprägten, hochgradig vernetzten Lebensrealität, in der einer Selbstinszenierung in sozialen Medien eine zentrale Rolle zukommt.

Leopold Hoesch Museum Kerstin Brätsch ArtJunk

Hans Arp, Lothar Baumgarten, Joseph Beuys, Tacita Dean, Max Ernst, Claudia Fährenkemper, Fischli/Weiß, Ernst Fuhrmann, Tamara Grcic, Rebecca Horn, Paul Klee, Nanne Meyer, Joan Miró, Hartmut Neumann, Richard Oelze, Sigmar Polke, Dieter Roth, Thomas Ruff, Eva-Maria Schön, Nicole Schuck, Bernard Schultze, Ursula Schultze-Bluhm, Yves Tanguy, Wols

Info: Die Ausstellung Max Ernst und die Natur als Erfindung untersucht das Werk von Max Ernst als Entwurf einer alternativen Naturgeschichte im Kontext der Kunst seiner Zeit bis in die Gegenwart. In seiner Histoire naturelle von 1926 hat Max Ernst dazu selbst ein Modell formuliert, das von der Entstehung der Welt, über Flora und Fauna zum Menschen und zum Kosmos reicht. Natur wird als provozierender und inspirierender Raum des Möglichen erfasst, der mit der Haltung Max Ernsts übereinstimmt, dass Kunst keine Festlegung und keine Grenzen sucht, dass der Künstler sich selbst nicht finden darf. Mit der Hilfe von Techniken wie Collage, Frottage oder Décalcomanie schuf Max Ernst ein so ver­führerisches wie beunruhi­gendes surreales Universum, eine eigene parallele Bildwelt, die die gleiche Wahrscheinlich­keit und Überzeugungskraft besitzt wie die scheinbar wissenschaftlich bestätigte Natur. Die Auswahl der Gemälde, Zeichnungen, druckgrafischen Blätter und Fotografien bezieht neben Max Ernst 25 Künstler*innen ein, die die Natur ebenfalls als das zugleich vertraute und fremde Andere entwerfen.

Kunstmuseum Bonn Ernst Max ArtJunk

Ellen Yeon Kim