ArtJunk
No. 21—2024

The Institute of Queer Ecology, Joseph Beuys

Info: Mit der Ausstellung nimmt Museum Schloss Moyland die zweifellos existenziellste Debatte unserer Tage ins Programm: Angesichts der Klimakrise ist das international agierende Netzwerk The Institute of Queer Ecology (IQECO) dazu eingeladen, mit Joseph Beuys’ einschlägigen Werken zu Ökologie und Umwelt in Dialog zu treten. Sowohl Beuys als auch das IQECO sehen Kunst als idealen Denk-, Aktions- und Freiraum an, um progressive gesellschaftspolitische Zukunftsvisionen zu entwickeln und dem Klimawandel etwas entgegen zu setzen. Beuys, der 1979 Die Grünen mitgründete, war Natur- und Klimaschützer der ersten Stunde. Ein halbes Jahrhundert später verbindet das IQECO die avantgardistischen Gedanken von Beuys mit neuesten Strömungen der queeren Theorie. Das IQECO steht für das Aufheben eines wertenden, binären Denkens zu Gunsten der Akzeptanz einer diversifizierteren Lebensrealität. (…) Zur Eröffnung sprechen Dr. Antje-Britt Mählmann (Künstlerische Direktorin, Museum Schloss Moyland) und Judith Waldmann M.A. (Kuratorin der Ausstellung) / Gespräch mit Gründungsmitgliedern des IQECO: Lee Pivnik und Nicolas Baird / Musikalische Begleitung von Nono Gigsta (Künstlerin, Musikerin, Umweltaktivistin) – DJane Set The Cosmos is Queer / 15 Uhr: Umtrunk zur Schenkung von 30 Basaltstelen an DASMAXIMUM / Eichenpflanzung zu Ehren von Joseph Beuys Pflanzung und Basaltstelensetzung durch das IQECO, gemeinsam mit den Besucher*innen.

Museum Schloss Moyland The Institute of Queer Ecology ArtJunk

Marina Abramović & Ulay, Action Hero, Emma Adler, Fiona Banner aka The Vanity Press, Katherine Bradford, Jonas Brinker, Lars Eidinger, Famed, Esra Gülmen, Jeppe Hein, Hullmann & Kocheisen, Lucia Kempkes, Juergen Teller, Lisa Tiemann – curated by Susanne Kleine & Katja Andreae

Galerie Judith Andreae Liebe ist alles ArtJunk

Marge Monko, Alex Reynolds – kuratiert von Erika Hock

Info: Die Ausstellung mit dem Titel tell me more bringt zwei künstlerische Positionen aus Brüssel/Barcelona und Tallinn zusammen. Beide nutzen das Medium Video/Film, um uns einen sehr persönlichen Einblick in einen öffentlichen oder privaten Raum zu geben. Die Gegenüberstellung offenbart lineare und gebrochene Strukturen von Erzählungen, in denen die Künstlerinnen anonyme Orte, öffentliche Räume und persönliche Erfahrungen verhandeln. Die Künstlerin Alex Reynolds zeigt einen 34-minütigen Film über den Brüsseler Justizpalast. Unter dem Titel Palais dokumentiert er eine Reihe von Einfällen in den massiven und phantasmagorischen Justizpalast. Die Kamera macht uns zu Mitschuldigen, hält nur inne bei der Gefahr erwischt zu werden und enthüllt mit jeder Aufnahme nach und nach alle Facetten des Gebäudes. In dem Film Dear D von Marge Monko basiert das Voice-Over auf einem fiktiven Liebesbrief, der verschiedene Aspekte zeitgenössischer Liebe berührt. Der Text enthält mehrere Referenzen, u.a. zu den Schriften von Chris Kraus, Siri Hustvedt und Andre Gorz sowie zu dem bekannten Song Something von den Beatles und den soziologischen Recherchen von Eva Illouz. Das Video wird auf dem Computerbildschirm aufgezeichnet und zeigt den Prozess des Schreibens des Briefes, unterbrochen durch das Surfen im Internet und das Durchsuchen von Bilddateien.

Lore Deutz Marge Monko ArtJunk

Paul Kooiker

Info: Paul Kooiker ist derzeit einer der gefragtesten Fotografen der Modewelt, ohne ihre konventionellen Schönheitsideale zu bedienen. In seinen sepiagetönten Schwarz-Weiß-Fotografien nehmen Modelle ebenso wie Mannequins in minimalistischen Settings außergewöhnliche Posen ein. Vielfach ist ihr Körper durch dysfunktionale Kleidungsstücke bis zur Unkenntlichkeit überformt oder ganz durch sie ersetzt. Gesichter werden aus dem Rahmen gerückt oder durch Harre verhängt. Licht und Schatten lassen fragmentierte Körper zu surrealen Skulpturen werden, die allein im Medium der Fotografie existieren. Die Ambivalenz des Körpers steht dabei immer im Fokus. Oftmals ist das Geschlecht der Protagonisten nicht auszumachen und auch nicht, ob es sich um einen Menschen oder eine Puppe handelt. Kooiker spielt durch starre, statuenhafte Posen, das Ersetzen von Körperteilen durch Glieder von Schaufensterpuppen und die Isolation bestimmter Körperteile zu fetischhaften Objekten auf der Klaviatur des Unheimlichen. (…) Eröffnung in Anwesenheit des Künstlers / 19 Uhr: Künstlergespräch mit Magdalena Kröner (Autorin, Kunstkritikerin) / 20:30 Uhr: Tanzperformance von Sonya Mohova.

Parrotta Contemporary Art Burg Lede Paul Kooiker ArtJunk

Paul Kooiker

Info: Paul Kooiker ist derzeit einer der gefragtesten Fotografen der Modewelt, ohne ihre konventionellen Schönheitsideale zu bedienen. In seinen sepiagetönten Schwarz-Weiß-Fotografien nehmen Modelle ebenso wie Mannequins in minimalistischen Settings außergewöhnliche Posen ein. Vielfach ist ihr Körper durch dysfunktionale Kleidungsstücke bis zur Unkenntlichkeit überformt oder ganz durch sie ersetzt. Gesichter werden aus dem Rahmen gerückt oder durch Harre verhängt. Licht und Schatten lassen fragmentierte Körper zu surrealen Skulpturen werden, die allein im Medium der Fotografie existieren. Die Ambivalenz des Körpers steht dabei immer im Fokus. Oftmals ist das Geschlecht der Protagonisten nicht auszumachen und auch nicht, ob es sich um einen Menschen oder eine Puppe handelt. Kooiker spielt durch starre, statuenhafte Posen, das Ersetzen von Körperteilen durch Glieder von Schaufensterpuppen und die Isolation bestimmter Körperteile zu fetischhaften Objekten auf der Klaviatur des Unheimlichen. (…) Eröffnung in Anwesenheit des Künstlers.

Parrotta Contemporary Art Paul Kooiker ArtJunk

Johanna von Monkiewitsch

Info: Mit Johanna von Monkiewitsch. Was der Fall ist. zeigt das Leopold-Hoesch-Museum Installationen und Werkreihen der Künstlerin Johanna von Monkiewitsch in einer umfassenden musealen Einzelausstellung. Dabei werden über die letzten Jahre kontinuierlich entstandene, großformatige gerahmte Papierarbeiten erstmals in einer repräsentativen Zusammenschau zu sehen sein. Sie werden kombiniert mit installativen Interventionen im Raum, die auf Videoprojektionen aufgezeichneten Tageslichts basieren. Hierfür nutzt die Künstlerin vor Ort bestehende Gegebenheiten der Architektur und setzt komplementär skulpturale Formen aus Materialien wie Schaumstoff, Marmor oder Salz ein. Wie die Projektionen basieren auch die Papierarbeiten auf der Einwirkung natürlichen Sonnenlichts. Es handelt sich um farbig belichtete fotografische Aufnahmen von gewölbten oder gefalteten Papierbahnen, deren Abzüge die Faltung wiederholend beziehungsweise die Wölbung aufgreifend montiert sind. Die Werktitel geben jeweils Auskunft über den spezifischen Moment der Aufzeichnung und verweisen so auf den Aspekt der Zeitlichkeit, der für alle Arbeiten von Johanna von Monkiewitsch konstitutiv ist. (…) Zur Eröffnung sprechen Frank Peter Ullrich (Bürgermeister, Stadt Düren), Anja Dorn (Direktorin, LHM) und Markus Mascher (Kurator der Ausstellung) / die Künstlerin ist anwesend.

Leopold Hoesch Museum Johanna von Monkiewitsch ArtJunk

Eloïse Bonneviot & Anne de Boer – kuratiert von Nada Rosa Schroer

Info: In Zeiten ökologischer Katastrophen ist die Hitze in der Stadt zu einem entscheidenden Indikator für soziale und ökologische Gerechtigkeit und Fragen der Handlungsfähigkeit geworden. Wie können Städte widerstandsfähiger gegen steigende Temperaturen werden? Wer entscheidet über die Maßnahmen zur Belüftung und Kühlung bestimmter städtischer Gebiete, während andere der Hitze ausgesetzt bleiben? Und was bedeutet Klimaresilienz aus einer nichtmenschlichen Perspektive, für Pilze, Käfer, Pflastersteine, Ratten, Abwasserrohre, Mikroben oder Unkräuter? Wie sähe Stadtplanung aus, wenn alle Beteiligten ein Mitspracherecht hätten? Das Projekt All of the Critters von Eloïse Bonneviot und Anne de Boer befasst sich mit Veränderungen städtischer Ökosysteme unter Klimadruck. In diesem Zusammenhang leisten urbane Gärten einen unverzichtbaren Beitrag zur nachbarschaftlichen Beziehung zwischen Menschen, mehr-als-menschliche Lebewesen und der Umwelt, sowohl in ihrer gemeinschaftsbildenden Funktion als auch als Lebensraum für eine Vielzahl von Arten. (…)

Temporary Gallery Eloïse Bonneviot und Anne de Boer ArtJunk

Lena Valenzuela

Info: Lena Valenzuela’s research focuses on the representation of the white western female figure and the clichés surrounding issues of race, power and gender. Exploring themes, codes and colors associated by default with a category of people, she delves into the roots of preconceived thought patterns evolving in our societies. By creating ghostly compositions that speak to our humanity, she also finds a balance between the notion of kitsch and symbolism.

TROUBLE Inc. (Michelle Elie, Troi Ollivierre, Mike Meiré)

Info: Through the Wanderer’s Eyes ist eine Intervention von TROUBLE Inc. in der Galerie Gisela Clement. Das Gemälde Wanderer über dem Nebelmeer (1817) mit der Darstellung einer Rückenfigur auf dem Felsvorsprung über dem Nebel ist wie kein anderes Gemälde des Malers Caspar David Friedrich immer wieder reproduziert worden. Die Bilder des bekanntesten Vertreters der Romantik mit den stimmungsvollen, idyllischen Landschaften entstehen in der Zeit der Napoleonischen Kriege und einer Zeit, in der wissenschaftliche Erkenntnisse der Beziehung von Mensch und Natur neue Dimensionen hinzufügten. Das Kollektiv TROUBLE Inc., bestehend aus Michelle Elie, Troi Ollivierre und Mike Meiré, überträgt mit dem Bildzitat des Wanderers über dem Nebelmeer die kontemplative Naturanschauung in die gesellschaftliche, politische und soziale Realität der Klimakrise. In der für das Kollektiv bezeichnenden Arbeitsweise, tritt Michelle Elie in einer eigens für die Intervention entwickelten Rolle an die Stelle des Wanderers. (…) Zur Eröffnung spricht Gérard Goodrow (Kurator, Kunsthistoriker).

Galerie Gisela Clement TROUBLE Inc. ArtJunk

Daniela Baumann

Info: Daniela Baumann geht in ihrer künstlerischen Arbeit den Fragen der Präsenz und Beziehung zur Natur nach. Unter dem Aspekt der Transformation erforscht sie die Aggregatzustände der Elemente und nutzt für ihre großformatigen Zeichnungen gefundene Hölzer, die sie köhlert und zu Zeichenkohle verarbeitet. Die Künstlerin arbeitet in ihrer eigenen Bildsprache zwischen Figuration und Abstraktion und bewegt sich zwischen Raum und Linie. Ihre Arbeiten erzählen von Energie, Bewegung und Wandel. Wesentlich ist für sie die Betrachtung unter dem Aspekt von Distanz und Nähe, Destruktion und Wachstum, von Kraft und Zerbrechlichkeit. (…) Zur Eröffnung spricht Mailin Haberland / in Anwesenheit der Künstlerin.

Atelierhaus Aachen Daniela Baumann ArtJunk