Westfälischer Kunstverein

Rothenburg 30
48143 Münster
Mi–So: 11–19 Uhr
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Exhibitions
The Puzzle's Pulled Apart
Jahresprogramm 2026
Info: Dort, wo das erlernte Vokabular an seine Grenzen stößt, wo es zerbröselt und sich seine Unübersetzbarkeit wie Uneindeutigkeit eingestehen muss, setzt The Puzzle’s Pulled Apart an. Das einjährige Forschungs-, Ausstellungs- und Diskursprogramm widmet sich den Ambivalenzen von Sprache. Denn als Instrument des Ausschlusses und der Unterdrückung kann Sprache gleichwohl neue Weisen hervorbringen, die Welt zu bewohnen, zu übersetzen und auszudrücken. (…) Ausgehend von diesen Überlegungen bilden drei umfassende Ausstellungen den Kern des Programms 2026 – Julia Heyward, Steffani Jemison und Sanna Helena Berger – begleitet von der Performance-Reihe Écris-toi!, schreib dich! sowie Gesprächsreihe Imprint.

Écris-toi!, schreib dich!
Performancereihe
Info: »Es ist unerlässlich, dass die Frau sich schreibt,« – heißt es in dem Essay Das Lachen der Medusa (1975) der französischen Philosophin Hélène Cixous. Damit formuliert sie nicht nur einen an Frauen adressierten Auftrag – sich selbst durch das Schreiben hervorzubringen, sich zu zeigen – sondern letztlich auch eine provokante Behauptung: Das Schreiben erklärt Cixous zur »Möglichkeit selbst«, ja, zur »Vorbotin einer Umgestaltung der sozialen und kulturellen Strukturierungen«. Es ist ein Bekenntnis zur politischen wie körperlichen Dimension des Schreibens im Ausgang von weiblichem Begehren. Écris-toi!, schreib dich! ist eine Performance-Reihe, für die Künstler*innen mit der Produktion neuer Texte und Performances beauftragt werden, die Sprache, Stimme und Körper als Mittel einer ästhetischen wie politischen Artikulation nutzen. Eintritt frei!
Voices of Many Voices
Julia Heyward
Info: Die Künstlerin und Performerin Julia Heyward (*1949, US) beschreibt ihren Umgang mit Sprache als verworren, assoziativ, fieberhaft und didaktisch – ein spielerisches Mittel, um durch Exzess und Störung Emotionen auszulösen. Inspiriert von Vaudeville-Theater, Slapstick, Jodeln, mongolischem Kehlkopfgesang, sowie Bauchrednerei und verschiedenen Methoden der phonetischen Verzerrung entwickelte Heyward eine eigenständige theatrale Ästhetik. Die Ausstellung Voices of Many Voices konzentriert sich auf Heywards frühe Performances, deren überlagerte Projektionen, Live-Musik, Requisiten und Kostümen sich fließend zwischen Spoken-Word-Performance, Konzertformaten und Theater bewegten. Statt an ein einzelnes Medium gebunden zu sein, entfaltet sich ihre Praxis über verschiedene Formate hinweg und verfolgt eine kontinuierliche, medienübergreifende Auseinandersetzung mit Sprache, Klang und Bild.

RADAR: Tornike Gognadze. Merry-Go-Round
Tornike Gognadze
Info: Tornike Gognadze (*1999 in Tiflis, Georgien, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main, DE) studiert seit 2021 an der Städelschule in Frankfurt am Main, wo er seine skulpturale Sprache weiterentwickelt, die in persönlichen Erfahrungen und kritischer Reflexion verwurzelt ist. Von 2018 bis 2020 studierte Gognadze an der Schule für Bildende Kunst, Architektur und Design (VA(A)DS) der Freien Universität Tiflis. In den letzten Jahren hatte er mehrere Einzelausstellungen, darunter Forever Spin, SCHLEUSE, Opelvillen Rüsselsheim, 2024, und The Dream, fffriedrich, Frankfurt am Main, 2023. Darüber hinaus realisierte er zusammen mit der Künstlerin Mari Kalabegashvili die Duo-Ausstellung Last song, Gallery 4710, Tiflis, Georgien. Seine Arbeiten wurden auch in Gruppenausstellungen in Georgien, Deutschland und Großbritannien gezeigt, darunter Präsentationen auf der Tiflis Art Fair, dem HETEROTOPIA International London Art Festival und der Tiflis Online Biennale. Er ist permanent im Skulpturenpark der Ria Keburia Foundation in Kachreti, GE, vertreten. Gognadze ist Gründer von Communion, einer von Künstler*innen geführten Community und 12-stündigen Performance-Reihe, die 2022 in Frankfurt am Main ins Leben gerufen wurde und in deren Rahmen er zwei Bücher veröffentlicht hat. Im Jahr 2025 war er Mitbegründer des Kunstverein Communion e.V.

Steffani Jemison
Info: Ausgangspunkt der Einzelausstellung von Steffani Jemison (*1981, US) ist die Sprache der Vögel, ein Begriff, der in unterschiedlichen spirituellen und mythologischen Traditionen dazu dient, eine göttliche, vollkommene Sprache zu beschreiben, die nur Eingeweihten zugänglich ist. Jemisons neue Installation knüpft unmittelbar an ihr langjähriges Interesse am Fliegen an, als eine sowohl symbolische als auch körperliche Erfahrung eines Schwebezustandes und Transzendenz. Ebenso wird hier Jemisons Auseinandersetzung mit Sprache deutlich – insbesondere die Frage, inwiefern Sprache, Text und Gestik gleichzeitig dem Ausdruck und der Verschleierung dienen.

Œuvre (Arbeitstitel)
Sanna Helena Berger
Info: Œuvre (Arbeitstitel) ist Sanna Helena Bergers erste institutionelle Einzelausstellung, in der sie dem Format Retrospektive als Besiegelung einer Künstlerinnen-Biographie widerspricht. Gegen diese Konvention argumentiert Berger, dass die ausschließlich rückschauende Betrachtung des Gesamtwerkes einer Künstlerin am Ende deren Handlungsfähigkeit für zwischenzeitliche Bedeutungsproduktion (Nachträglichkeit) ausschließt. Diese Interpretation einer archivarischen Geste blickt zugleich zurück und nach vorn. Berger lässt den üblicherweise temporären Platzhalter Arbeitstitel als eponymes Echo ihrer Philosophie stehen: Ein Lebenswerk ist ein nichtlinearer Prozess. So wird die Ausstellung zu einem Ort, an dem das Präfix re- als deiktische Methode fungiert, die sowohl fertigen als auch liegengelassenen Arbeiten neue, oder überarbeitete Lesarten der bereits existierenden eröffnet. Ein kritisches Hinwenden, bei dem Berger versucht, Werke mit einem reflexiven, kritischen Blick zu re-membern (wieder-erinnern), re-visit (erneut befragen) und re-assemble (neu zusammenfügen), sodass Re-Kontextualisierung zur formalen Methode wird, die den kuratorischen Gestus der Ausstellung bestimmt.

Events
RADAR: Tornike Gognadze und Alisia Wood im Gespräch
Tornike Gognadze (Künstlerin), Alisia Wood (Kunstvermittlerin, Designerin)
Info: Tornike Gognadze (*1999 in Tiflis, Georgien, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main, DE) studiert seit 2021 an der Städelschule in Frankfurt am Main, wo er seine skulpturale Sprache weiterentwickelt, die in persönlichen Erfahrungen und kritischer Reflexion verwurzelt ist. Von 2018 bis 2020 studierte Gognadze an der Schule für Bildende Kunst, Architektur und Design (VA(A)DS) der Freien Universität Tiflis. In den letzten Jahren hatte er mehrere Einzelausstellungen, darunter Forever Spin, SCHLEUSE, Opelvillen Rüsselsheim, 2024, und The Dream, fffriedrich, Frankfurt am Main, 2023. (…) Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Eintritt frei!

Öffentliche Führung: Julia Heyward. Voices of Many Voices
Julia Heyward
Info: Die Ausstellung Voices of Many Voices konzentriert sich auf Heywards frühe Performances, deren überlagerte Projektionen, Live-Musik, Requisiten und Kostümen sich fließend zwischen Spoken-Word-Performance, Konzertformaten und Theater bewegten. Statt an ein einzelnes Medium gebunden zu sein, entfaltet sich ihre Praxis über verschiedene Formate hinweg und verfolgt eine kontinuierliche, medienübergreifende Auseinandersetzung mit Sprache, Klang und Bild.

Öffentliche Führung: Julia Heyward. Voices of Many Voices
Julia Heyward
Info: Die Ausstellung Voices of Many Voices konzentriert sich auf Heywards frühe Performances, deren überlagerte Projektionen, Live-Musik, Requisiten und Kostümen sich fließend zwischen Spoken-Word-Performance, Konzertformaten und Theater bewegten. Statt an ein einzelnes Medium gebunden zu sein, entfaltet sich ihre Praxis über verschiedene Formate hinweg und verfolgt eine kontinuierliche, medienübergreifende Auseinandersetzung mit Sprache, Klang und Bild.




Im Gespräch mit Elisa R. Linn und Lennart Wolff
Elisa R. Linn (Autorin, Kuratorin), Lennart Wolff (Kurator)
Info: Talk im Rahmen der aktuellen Ausstellung Julia Heyward. Voices of Many Voices.


Öffentliche Führung: Julia Heyward. Voices of Many Voices
Julia Heyward
Info: Die Ausstellung Voices of Many Voices konzentriert sich auf Heywards frühe Performances, deren überlagerte Projektionen, Live-Musik, Requisiten und Kostümen sich fließend zwischen Spoken-Word-Performance, Konzertformaten und Theater bewegten. Statt an ein einzelnes Medium gebunden zu sein, entfaltet sich ihre Praxis über verschiedene Formate hinweg und verfolgt eine kontinuierliche, medienübergreifende Auseinandersetzung mit Sprache, Klang und Bild.











