ArtJunk
No. 33—2026

Westfälischer Kunstverein

Westfälischer Kunstverein Münster ArtJunk

Rothenburg 30
48143 Münster

Mi–So: 11–19 Uhr

T +49 (0) 251-394 96 30

E

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Exhibitions

Écris-toi!, schreib dich!

Performancereihe

Info: »Es ist unerlässlich, dass die Frau sich schreibt,« – heißt es in dem Essay Das Lachen der Medusa (1975) der französischen Philosophin Hélène Cixous. Damit formuliert sie nicht nur einen an Frauen adressierten Auftrag – sich selbst durch das Schreiben hervorzubringen, sich zu zeigen – sondern letztlich auch eine provokante Behauptung: Das Schreiben erklärt Cixous zur »Möglichkeit selbst«, ja, zur »Vorbotin einer Umgestaltung der sozialen und kulturellen Strukturierungen«. Es ist ein Bekenntnis zur politischen wie körperlichen Dimension des Schreibens im Ausgang von weiblichem Begehren. Écris-toi!, schreib dich! ist eine Performance-Reihe, für die Künstler*innen mit der Produktion neuer Texte und Performances beauftragt werden, die Sprache, Stimme und Körper als Mittel einer ästhetischen wie politischen Artikulation nutzen. Eintritt frei!

Augur

Steffani Jemison

Info: Ein Sprung – und die Leere. Ein Augur stellt sich die Zukunft vor und findet Inspiration in den unvorhersehbaren Gesten des Fliegens. In Steffani Jemisons raumgreifender Ausstellung verbinden sich Zustände des Aushaltens und Entkommens zu einer dichten Installation aus Klang, Skulptur, Zeichnung und Video. Die Idee, sich unter Bedingungen der Einschränkung zu bewegen, prägt die Praxis der Künstlerin Steffani Jemison maßgeblich. Fugitivity (Dt.: Flüchtigkeit/Entzug) ist ein wiederkehrendes Anliegen in ihrer visuellen und textuellen Arbeit, in der Flucht nicht als physisches Entkommen erscheint, sondern als ein sich verändernder Zustand von Sprache, Körper und Denken. »[W]as es bedeutet zu fliehen und was es bedeutet zu bleiben, is untrennbar damit verbunden, was es bedeutet zu kämpfen.« Ausgangspunkt für ihre Einzelausstellung in Münster ist die Sprache der Vögel (Engl. language of the birds) – ein Konzept, das sich in spirituellen, mystischen und literarischen Traditionen wiederfindet und eine göttliche und vollkommene Sprache beschreibt, die nur Eingeweihten zugänglich ist. Was als symbolische Figur beginnt, entfaltet sich nach und nach als Methode – eine Art des Lauschens auf Bedeutungen und Gesten, die flüchtig bleiben.

Westfälischer Kunstverein Steffani Jemison ArtJunk

RADAR: Swinda Oelke. Ray Optics

Swinda Oelke

Info: Swinda Oelke (*1995 in Düsseldorf, GE, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main, DE und Lissabon, PT) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, DE und schloss im Jahr 2022 als Meisterschülerin von Prof.in Franka Hörnschemeyer ab. Zuvor studierte sie an der Royal Danish Academy of Fine Arts in Kopenhagen, DK und nimmt zurzeit am Maumaus Independent Study Programme in Lissabon, PT teil. Swinda Oelke war Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, der Konrad-Krieger-Stiftung, der Staff-Stiftung/Stadt Lemgo sowie der Metro-Stiftung. 2022 wurde ihre Arbeit mit dem Absolvent:innenpreis der Kunstakademie Düsseldorf ausgezeichnet. 2023 war sie Artist in Residence in der Villa Filanda Antonini, Treviso, IT. Zuletzt waren ihre Arbeiten unter anderem im MMIII Kunstverein Mönchengladbach, im Museum Schloss Moyland, im Museum Insel Hombroich sowie im Friedberger Kunstverein zu sehen. Ab September 2026 wird sie im Rahmen von Borderland Residencies am Residency-Programm im IKOB-Museum, Eupen, BE teilnehmen.

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Œuvre (Arbeitstitel)

Sanna Helena Berger

Info: Œuvre (Arbeitstitel) ist Sanna Helena Bergers erste institutionelle Einzelausstellung, in der sie dem Format Retrospektive als Besiegelung einer Künstlerinnen-Biographie widerspricht. Gegen diese Konvention argumentiert Berger, dass die ausschließlich rückschauende Betrachtung des Gesamtwerkes einer Künstlerin am Ende deren Handlungsfähigkeit für zwischenzeitliche Bedeutungsproduktion (Nachträglichkeit) ausschließt. Diese Interpretation einer archivarischen Geste blickt zugleich zurück und nach vorn. Berger lässt den üblicherweise temporären Platzhalter Arbeitstitel als eponymes Echo ihrer Philosophie stehen: Ein Lebenswerk ist ein nichtlinearer Prozess. So wird die Ausstellung zu einem Ort, an dem das Präfix re- als deiktische Methode fungiert, die sowohl fertigen als auch liegengelassenen Arbeiten neue, oder überarbeitete Lesarten der bereits existierenden eröffnet. Ein kritisches Hinwenden, bei dem Berger versucht, Werke mit einem reflexiven, kritischen Blick zu re-membern (wieder-erinnern), re-visit (erneut befragen) und re-assemble (neu zusammenfügen), sodass Re-Kontextualisierung zur formalen Methode wird, die den kuratorischen Gestus der Ausstellung bestimmt.

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RADAR: Eda Aslan. It was their dust that we breathed in

Eda Aslan

Westfälischer Kunstverein Eda Aslan ArtJunk

Events

Performance: Flight Theater

So. — 6. September 2026 16:00 Uhr

Steffani Jemison (Künstlerin)

Info: Steffani Jemison wird in enger Zusammenarbeit mit dem Autor Quincy Flowers eine neue Iteration der Arbeit Flight Theater präsentieren, die im September 2024 im Centre d’Art Contemporain Genève in Genf als Lesung der Autor:innen uraufgeführt wurde. Im Januar 2025 inszenierten sie das Stück im Museum of Contemporary Art Denver im Rahmen der Gruppenausstellung Movements Toward Freedom als Theateraufführung. Flight Theater ist sowohl eine Performance als auch eine fortlaufende Praxis, die eine poetische, vielschichtige Reflexion über das Verlangen formuliert, der Erde zu entfliehen – sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinne.

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Œuvre (Arbeitstitel)

Fr. — 16. Oktober 2026 18:00 Uhr

Sanna Helena Berger

Info: Œuvre (Arbeitstitel) ist Sanna Helena Bergers erste institutionelle Einzelausstellung, in der sie dem Format Retrospektive als Besiegelung einer Künstlerinnen-Biographie widerspricht. Gegen diese Konvention argumentiert Berger, dass die ausschließlich rückschauende Betrachtung des Gesamtwerkes einer Künstlerin am Ende deren Handlungsfähigkeit für zwischenzeitliche Bedeutungsproduktion (Nachträglichkeit) ausschließt. Diese Interpretation einer archivarischen Geste blickt zugleich zurück und nach vorn. Berger lässt den üblicherweise temporären Platzhalter Arbeitstitel als eponymes Echo ihrer Philosophie stehen: Ein Lebenswerk ist ein nichtlinearer Prozess. So wird die Ausstellung zu einem Ort, an dem das Präfix re- als deiktische Methode fungiert, die sowohl fertigen als auch liegengelassenen Arbeiten neue, oder überarbeitete Lesarten der bereits existierenden eröffnet. Ein kritisches Hinwenden, bei dem Berger versucht, Werke mit einem reflexiven, kritischen Blick zu re-membern (wieder-erinnern), re-visit (erneut befragen) und re-assemble (neu zusammenfügen), sodass Re-Kontextualisierung zur formalen Methode wird, die den kuratorischen Gestus der Ausstellung bestimmt.

Westfälischer Kunstverein Sanna Helena Berger ArtJunk

RADAR: Eda Aslan. It was their dust that we breathed in

Fr. — 16. Oktober 2026 18:00 Uhr

Eda Aslan

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