ArtJunk
No. 48—2022

Temporary Gallery

Temporary Gallery Köln ArtJunk

Exhibitions

Auf dem Kamm einer hohen und wunderschönen Welle. Kunst als Geisteszustand

Les Arts Incohérents (Alphonse Allais, Mey-Sonier), Michael Craig-Martin, Tom Gould, Justyna Gryglewicz, Stano Filko & Alex Mlynárčik, Ramon Haze (Andreas Grahl & Holmer Feldman), Krõõt Juurak, Flo Kasearu, Martin Kippenberger, Lo Lifes (Rack-Lo), Kud Ljud, Ana Prvački, George Psalmanazar, Man Ray / Marcel Duchamp, John Smith, Hunter Thompson, Karl Valentin, Orson Welles, What Remains Gallery u.a.

Info: Mit Hilfe von parasitären Kunstinstitutionen, nomadischen Kunstsammlungen und fast nichtexistierenden Ausstellungen ist Gonzo Curating eine unabhängige und rebellische Praxis, die etablierte Strukturen der Kunstwelt in Zeiten der ökologischen, wirtschaftlichen und politischen Krise herausfordert. Konzipiert als ein Prozess der Aneignung durch diejenigen, die nicht an der Macht sind, schafft Gonzo halb-fiktionale Erzählungen rund um die sinnliche Ebene der Erfahrung herum. Die Ausstellung ist ein Versuch, verschiedene kuratorische Gonzo-Praktiken zu klassifizieren und zu ordnen. Ein Diagramm, inspiriert von Alfred H. Barrs berühmter Infografik, die die Wurzeln des Kubismus und der abstrakten Kunst darstellt, organisiert diese Aktivitäten in vier miteinander verknüpfte Kategorien: Welt als Medium, Welt der Kunst als Kunstwerk, negative Theologie des White Cube und Metagonzo.

Temporary Gallery Aneta Rostkowska Jakub Woynarowksi ArtJunk

Zentrum für zeitgenössische Kunst Wawel-Schloss. Die erste Dekade

Tim Etchells, Justyna Gryglewicz, Michal Hyjek & Piotr Sikora, Michał Gayer, Jan Hoeft, Magdalena Lazar, Szymon Kobylarz, Cecylia Malik, Mateusz Okoński, Olof Olsson, Agnieszka Piksa, Ana Prvački, Marta Sala & Wojciech Szymański, Łukasz Skąpski, Kuba Skoczek, Łukasz Surowiec, Piotr Swiatoniowski, Johannes Wohnseifer, Jakub Woynarowski u.a.

Info: Das Zentrum für zeitgenössische Kunst Wawel-Schloss erwarb seine ersten Kunstwerke im Jahr seiner Gründung 2012. Heute enthält die sich entwickelnde Sammlung des Zentrums fast 17 internationale Werke der letzten zehn Jahre. Die Sammlung umfasst ein ständig wachsendes Spektrum an visuellen Ausdrucksformen, die die Materialität des Wawelschlosses selbst umfassen und neu interpretieren. Sie beinhaltet Skulptur, Fotografie, Zeichnungen, Architektur, Klangkunst, skulpturale Intervention, Medien- und Performancekunst. (…) Die Ausstellung in der Temporary Gallery in Köln ist die erste umfassende Präsentation der Sammlung des Zentrums für zeitgenössische Kunst Wawel-Schloss. Es umfasst alle Kunstwerke der Sammlung, die seit der zehn Jahre des Bestehens des Zentrums zusammengetragen wurden. Ein einzigartiges Ausstellungsdesign spiegelt den ortsspezifischen Charakter jedes Kunstwerks wider, zusätzliche Materialien in Form von Diagrammen und fotografischer Dokumentation werden zur Verfügung gestellt. Gerahmt wird die Ausstellung von einem öffentlichen Begleitprogramm in Form von Führungen und Vorträgen. Zur Finissage der Ausstellung im Dezember werden neu für die Sammlung produzierte Kunstwerke dem Publikum präsentiert.

Temporary Gallery Matheusz Okonski ArtJunk

Die Wiederverzauberung des öffentlichen Raumes

katze und krieg

Info: Die Temporary Gallery, das Zentrum für zeitgenössische Kunst in Köln lädt Sie zu der Besichtigung einer Ausstellung ein, die sich dem Werk der Performancegruppe katze und krieg widmet. Die Arbeit des Duos, das seit 15 Jahren unzählige Performances lokal wie international gezeigt hat, wird hier in Form einer kleinen Retrospektive meist anhand von Videodokumentationen reflektiert. Die Präsentation soll Gelegenheit bieten, das nahezu gesamte Schaffen von katze und krieg zusammenzufassen und zu reflektieren. Die Künstlerinnen ziehen uns mit ihren Performances konsequent in ihren Bann und laden dazu ein, unsere Städte in einem anderen Licht zu sehen. katze und krieg arbeiten mit Interventionen im Alltag des öffentlichen Raums, z. B. in Supermärkten, Bürogebäuden, Wohngebieten und Fußgängerzonen. Konsequent und mutig hinterfragen sie in ihrer Arbeit die Funktionen dieser Gemeinschaftsräume und ermutigen die Passant*innen, ihr gewohntes Verständnis davon ebenfalls infrage zu stellen.

Temporary Gallery katze und krieg ArtJunk

Events

Forms of Kinship – Neuroqueer Intimacies mit Francisco Trento

Do — 8. Dezember 2022 19:00—21:00 Uhr

Francisco Trento (Artistic Researcher)

Info: Während der Veranstaltung wird Francisco Trento zwei laufende Projekte zum Thema nicht-neurotypische intime Beziehungen vorstellen, die vom Standpunkt des neurotypischen Privilegs abweichen. Francisco wird ihre Forschungen über die Stigmatisierung von Neurodiversität in Online-Dating-Plattformen vorstellen und Auszüge aus einem Artikel präsentieren, der demnächst in der Zeitschrift Culture Unbound veröffentlicht wird. Im zweiten Teil der Veranstaltung werden sie einen Zine-Prototyp vorstellen, T*nder-bender (entwickelt im Rahmen der UrbanApa Home Residency). Das Zine thematisiert Erfahrungen mit Stigmatisierung in der Online-Dating-Szene als neurodiverse Person. Obwohl dieses Projekt stark mit dem Jammern verbunden ist, betont es den neuroqueere SPASS. Aus diesem Grund enthält der Prototyp auch fiktive, spielerische Dating-App-Profile, die einen freudigen Ansatz für mehr-als-menschliche und neuroqueere Ansätze für Intimität zeigen; Profile, die neurodivergente Eigenschaften wie Stimming, Stottern, Überempfindlichkeit und Überwältigtsein durch Texturen, Geräusche und überfüllte Umgebungen wertschätzen. Das Zine zeigt gegensätzliche Dating-App-Profile aus der Perspektive nicht-menschlicher Subjekte wie Steine, Bäume und Spielzeuge auf der Suche nach einer intimen Beziehung. Die konzeptionellen Verbündeten des Zines sind, neben vielen anderen, Remi Yergeaus Buch Authoring Autism: On Neurological Queerness und Sophie Lewis’ Abolish the Family. Anmeldung zum Zoom-Talk →

Temporary Gallery Francisco Trento ArtJunk

HOW TO BE AN ALLY TO RIVERS, PLANTS, MICROORGANISMS – Institutionelle, künstlerische und juristische Zugänge zu den Rechten von Ökosystemen

Sa — 10. Dezember 2022 11:00—20:00 Uhr

Klaas Kuitenbrouwer & Wietske Nutma (Het Nieuwe Instituut, Rotterdam), Marianne Ramsay-Sonneck & Georg Reinhardt (Club Real), Paula Erstmann (Künstlerin)

Info: Einen ganzen Tag lang erforscht die Temporary Gallery verschiedene Zugänge zu den Rechten der Natur an sich selbst und der politischen Teilhabe von mehr-als-menschlichen Lebewesen. 11–13 Uhr: Workshop Zoöp Teil I. Mapping the site – Welche Lebewesen bewohnen den Ort? / 13–14 Uhr: Mittagessen von & mit Paula Erstmann / 14–17:30 Uhr: Workshop Zoöp Teil II. Diskussion und Rollenspiel – wie lassen sich die Interessen aller Entitäten institutionell berücksichtigen? / 17:30–18 Uhr: Kaffeepause / 18–19 Uhr: Lecture Performance Club Real Jenseits der Natur – Ökosysteme als Organismendemokratien / 19–20 Uhr: Input Rechte der Natur: Input aus juristischer Perspektive / Abschlussdiskussion mit Klaas Kuitenbrouwer, Wietske Nutma & Club Real / ab 20 Uhr: Dinner und Drinks von & mit Paula Erstmann / die Veranstaltungen können einzeln besucht werden / alternierend auf Englisch und Deutsch / Anmeldung für den Workshop bis zum 8. Dezember 2022 (bitte Lebensmittelallergien angeben) unter ns@temporarygallery.org →

Temporary Gallery Workshop Rechte von Ökosystemen ArtJunk