ArtJunk
No. 25—2022

Filmwerkstatt Düsseldorf

Filmwerkstatt Düsseldorf Juan Antonio Olivares Moleculas ArtJunk

Birkenstr. 47 (Innenhof)
40233 Düsseldorf

Mo–Do: 10–13 Uhr
Mo, Mi, Do: 14–16 Uhr

T +49 (0) 211-40 80 701

E

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Events

Bertram Jesdinsky

Sa — 25. Juni 2022 20:00 Uhr

Bertram Jesdinsky, AGZ, Stefan Ettlinger, Otto Müller, U L I Sappok, Stefan Schwander

Info: Anlässlich der Ausstellung des 1992 verstorbenen Düsseldorfer Künstlers Bertram Jesdinsky in der Skulpturenhalle Neuss zeigen wir die in den 80er Jahren mit dem Künstlerkollektiv AGZ (Anarchistische Gummizelle) entstandenen Filme. Außerdem Kurzfilme von Stefan Ettlinger, Otto Müller und U L I Sappok. Dazu gibt es im geselligen Rahmen Ausschnitte aus den AGZ-Performances auf Video und Live Musik von Stefan Ettlinger, Stefan Schwander (Antonelli Electr.) und dem AGZ Freundeskreis.

Filmwerkstatt Düsseldorf Bertram Jesdinsky

Open Air Kino: L’eclisse

Do — 30. Juni 2022 21:00 Uhr

Regie: Michelangelo Antonioni, I/F 1962, 123 Min., mit Monica Vitti, Alain Delon

Info: Vittoria arbeitet als Übersetzerin in Rom. Nach einer durchstrittenen Nacht verlässt sie ihren langjährigen Freund Riccardo. Sie trifft ihre Mutter, die an der Börse als Spekulantin ihr Glück versucht. Dort lernt Vittoria den jungen Börsenmakler Piero kennen. Piero ist ebenso ziellos wie Vittoria, hat kein eigenes Zuhause, lebt manchmal bei den Eltern oder übernachtet im Büro. Den Handel an der Börse betrachtet er als Sport. Langsam und einsilbig beginnen sie eine Beziehung, da sie glauben, dass ihr beiderseitiges Gefühl von Verlorenheit sie miteinander verbindet. Der Kultfilm der 1960er Jahre handelt von der Aushöhlung sozialer Beziehungen in der Moderne, einer Auflösungserscheinung, in deren letzter Konsequenz Antonioni schließlich auch seine Figuren zum Verschwinden bringt. Anlässlich von Monica Vittis Tod im Februar dieses Jahres erinnern wir an eine große Schauspielerin, Komödiantin und Ikone des italienischen Autorenfilms.

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Open Air Kino: Azor

Sa — 2. Juli 2022 21:00 Uhr

Regie: Andreas Fontana, S/F/ARG 2021, 100 Min.

Info: Der Leiter einer Schweizer Privatbank fliegt 1980 nach Argentinien, um nach dem Verschwinden seines Vorgängers die Geschäftspartner vor Ort zu beruhigen. Zuerst zögernd, doch dann immer entschlossener dringt er in das innere Geflecht von Macht und Dekadenz vor. Der ruhig, spannend und visuell mit großer Kraft inszenierte Politthriller handelt vom Wandel eines jungen, ehrgeizigen Geschäftsmannes zum skrupellosen Bankier. Ein Psychogramm der herrschenden Kaste in Argentinien, das zugleich die Rolle internationaler Kreditinstitute bei der Finanzierung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit thematisiert. Azor ist ein komplexer, vielschichtiger Film, weil er so vieles offen lässt und dennoch alles verständlich wird. Im ausgezeichneten Schauspielerensemble beeindruckt insbesondere der Hauptdarsteller Fabrizio Rongione, der sich fast unschuldig und doch zielstrebig ins Labyrinth trüber Eliten vorkämpft.

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Open Air Kino: Hive

Do — 7. Juli 2022 21:00 Uhr

Regie: Blerta Basholli, XK/CH/MZ 2021, 84 Min.

Info: Fahrije hat ihren Mann verloren und im Kampf ums Überleben gewinnt sie ihre Freiheit. Fahrijes Ehemann wird seit dem Kosovo-Krieg vermisst und neben ihrer Trauer hat ihre Familie auch finanziell zu kämpfen. Um sie zu versorgen, gründet sie ein kleines landwirtschaftliches Unternehmen, aber in dem traditionellen patriarchalischen Dorf, in dem sie lebt, werden ihr Ehrgeiz und ihre Bemühungen, sich und andere Frauen zu stärken, nicht als positiv angesehen. Sie kämpft nicht nur darum, ihre Familie über Wasser zu halten, sondern auch gegen eine feindselige Gemeinschaft, die ihren Misserfolg herbeisehnt. Hive ist von der wahren Lebensgeschichte von Fahrije Hoti inspiriert. Die Kosovo-Albanerin hatte ihren Ehemann nach einem Massaker durch serbische Streitkräfte im Dorf Krusha e Madhe am 25. März 1999 als vermisst gemeldet. Hotis Haus wurde während des Krieges niedergebrannt und sie musste sich alleine um zwei kleine Kinder und die Eltern ihres Mannes kümmern.

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Open Air Kino: Deserto Rosso

Sa — 9. Juli 2022 21:00 Uhr

Regie: Michelangelo Antonioni, IT 1963, 117 Min., mit Monica Vitti, Richard Harris, Carlo Chionetti

Info: Die Frau eines Ingenieurs in Ravenna leidet nach einem Autounfall an neurotischen Ängsten: Mann und Kind werden ihr fremd; die künstliche Umwelt der Fabriken und Raffinerien dagegen rückt bedrohlich nahe und verwandelt sich in apokalyptische Visionen des Zerfalls. Nach einer kurzen Liaison mit dem Kollegen ihres Mannes kehrt sie ins alltägliche Leben zurück, dessen Haltlosigkeit sie zu akzeptieren gelernt hat. Antonioni verfolgt in seinem ersten Farbfilm die thematischen und formalen Ansätze aus Die mit der Liebe spielen (1959), Die Nacht (1960) und Liebe 1962 (1961) auf neuer Ebene weiter: Die Sinnkrise ist radikal; nach dem Verlust von religiösen, emotionalen und sozialen Bindungen bleibt nur die sinnliche Oberfläche der Dinge, deren Poesie erst erlernt und deren Sinn erst gefunden werden muss. Antonioni beschreibt die Entfremdung der Heldin mit Hilfe einer bewusst irrealen Farbdramaturgie.

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Open Air Kino: Niemand ist bei den Kälbern

Do — 14. Juli 2022 21:00 Uhr

Regie: Sabrina Sarabi, D 2021, 112 Min.

Info: Es ist Hochsommer in Schattin, einem Kaff im Norden von Mecklenburg-Vorpommern. Die 24-jährige Christin lebt hier mit ihrem ein Jahr älteren Freund Jan auf dem Milchviehhof seines Vaters mitten in der Provinz. Hier gibt es fünf Häuser, eine Bushaltestelle, Kühe und jede Menge Felder. Von der Aufbruchstimmung der Nachwendejahre, die die Jugend von Jan und Christin prägte, spüren sie schon seit langer Zeit rein gar nichts mehr. Hinzu kommt, dass auch ihre Liebe zueinander weitgehend erloschen ist. Christin hat dieses Leben mehr als nur satt und will aus der provinziellen Enge Schattins verschwinden. Wohin, weiß sie noch nicht. Als eines Tages der 46-jährige Windkraftingenieur Klaus aus Hamburg auftaucht, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt. Das intensive Spiel von Saskia Rosendahl und die sinnlich-atmosphärische Inszenierung eines tristen Alltags auf dem Land machen diesen Film zu einem Ausnahmebeitrag des aktuellen jungen deutschen Kinos.

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Open Air Kino: C’mon C’mon

Sa — 16. Juli 2022 21:00 Uhr

Regie: Mike Mills, USA 2021, 108 Min., mit Joaquin Phoenix, Gaby Hoffmann, Woody Norman

Info: Johnny ist ein Radiojournalist. Er reist durch das Land und befragt Kinder, was sie über ihr Leben und die Welt denken. Eine Familienkrise bringt sein Leben plötzlich durcheinander: Seine Schwester Viv bittet ihn, sich ein paar Tage um ihren Sohn zu kümmern, damit sie ihrem Ex-Mann bei der Bewältigung seiner psychischen Probleme helfen kann. Obwohl sich die Geschwister nach dem Tod der Mutter nicht mehr nahestehen, willigt er ein. Johnny, der es gewohnt ist, andere zu befragen und ihre Geschichten zu sammeln, findet sich über Nacht in der Rolle des Vollzeit-Babysitters für seinen neun-jährigen Neffen Jesse wieder, der ein neugieriges und eigenwilliges Kind ist, das ihn mit neuen Gefühlen und Fragen konfrontiert. Ein zutiefst humanistisches Meisterwerk, das so intelligent wie melancholisch flexible Formen der Vergemeinschaftung erkundet und nachdrücklich für die Kraft des zugewandten Gesprächs plädiert.

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Open Air Kino: Lingui

Do — 21. Juli 2022 21:00 Uhr

Regie: Mahamat-Saleh Haroun, FR/DE/BE/TD 2021, 87 Min., mit Achouackh Abakar Souleymane, Riha- Ne Khalil Alio, Youssouf Djaoro

Info: Als ihre junge Tochter ungewollt schwanger wird, scheint sich die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter in der Hauptstadt des Tschad zu wiederholen. Doch die Tochter will nicht sozial geächtet werden und entschließt sich zu einer Abtreibung. Diese ist aber gesetzlich verboten und auch aus religiösen Gründen undenkbar – ein Dilemma, das durch weibliche Solidarität unterlaufen wird. Mahamat-Saleh Haroun greift ein universelles Thema auf, das leider immer noch aktuell ist, nicht nur in Afrika – auch in Europa gibt es immer noch restriktive Gesetze, die von rückschrittlichen Parlamenten verabschiedet werden oder wurden. Der tschadische Filmemacher nimmt sich des Themas auf seine Weise an, beobachtet die Umgebung genau. Es liegt eine Poesie in diesen Bildern, die in der Thematik wie in der Betrachtungsweise an den italienischen Neorealismus erinnert.

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Open Air Kino: Martin Eden

Sa — 23. Juli 2022 21:00 Uhr

Regie: Pietro Marcello, I/F 2019, 129 Min., mit Luca Marinelli, Jessica Cressy, Carlo Cecchi

Info: Als sich der Matrose Martin Eden in die großbürgerliche Elena Orsini verliebt, merkt er bald, dass sein Charme allein nicht reicht, um ihr Herz und das ihrer Eltern zu erobern. Ungestüm beginnt er, seine bescheidene Bildung zu erweitern. Er liest jedes nur verfügbare Buch, lernt und das Schreiben wird seine Leidenschaft. Kaum einer glaubt an ihn, selbst Elena verfolgt seine Arbeit mit nachsichtiger Herablassung. Das ändert sich erst, als Martin Eden den Bohemien Russ Brissenden kennenlernt, der das ungeheure Talent des radikalen Individualisten erkennt. Regisseur Pietro Marcello hat Jack Londons autobiografisch gefärbten Roman ins Neapel des frühen 20. Jahrhunderts versetzt und verwebt Martin Edens bewegende Geschichte mit den politischen Prozessen Europas des 20. Jahrhunderts zu einem bildgewaltigen Film.

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