Info: Die Sektion BEST OF FESTIVALS stellt jedes Jahr eine Bühne für preisgekrönte Highlights der internationalen Kurzfilmszene bereit. Fortwährend werden auf kleinen und großen Filmfestivals der ganzen Welt herausragende Kurzfilme gezeigt und gekürt, die es im Anschluss schwer haben, im regulären Kinobetrieb ihren Platz zu behaupten. In drei Programmen versammeln wir hier unsere Favoriten aus der aktuellen Saison. Ort: Filmhaus Köln, Maybachstr. 111, 50670 Köln / Kosten 8 € / 6 € ermäßigt / zum Ticketkauf →
Marleen Gorris
Info: Klang und Zuhören gehören unmittelbar zusammen. Ein reflektiertes Zuhören, geht über das bloße Hören hinaus. Für die Geschlechterforscherin Sara Ahmed ist Zuhören ein Lernen über Machtverhältnisse und Gewalt. In ihren Überlegungen zu einem feministischen Zuhören untersucht sie den Psychothriller A Question of Silence (1982) von Marleen Gorris, der für sie beispielhaft zeigt, wie feministisches Zuhören zu einem geteilten Handeln wird, um Solidarität, Wut und Sorge auszudrücken. Der Debütfilm der Regisseurin wurde u.a. beim Netherlands Film Festival ausgezeichnet, avancierte mit seinem Erscheinen sofort zum feministischen Klassiker und wurde aufgrund seiner Ambiguität heiß diskutiert. Mimosa e.V. ist ein gemeinnütziger Verein in Köln, der sich Kunst, Musik, Film und Gemeinschaft widmet und nomadisch an verschiedenen Orten Filmscreening zu bestimmten Themen organisiert, um einen Raum des Austausches zu schaffen. (…) Einlass ab 19 Uhr, Filmstart 19:30 Uhr / 92 Min niederl. OV mit deutschem Untertitel / max. 30 Plätze.
Info: An diesem Abend wird die Filmwerkstatt zur Musik- und Projektionsbühne. Analoge Live-Visuals, die in der vorangegangenen Projektwoche von jungen Erwachsenen unter der Leitung der Medienkünstler*innen Miri Ian Gossing und Felix Bartke produziert wurden, verschmelzen mit der Musik eines elektronischen Live-Acts und einer Band aus Düsseldorf/Köln zu einer multimedialen Show. Im Sinne des Expanded Cinema lassen Super-8-Filme, Dia- und Overheadprojektionen fließende Bildwelten zwischen Licht, Farbe und Bewegung entstehen. Live erzeugt, folgen die Projektionen unmittelbar der Musik. Im Zentrum stehen utopische und dystopische Zukunftsvisionen, die in Bild und Sprache künstlerisch übersetzt werden.
Filmwettbewerb für One-Take-Kurzfilme von jungen Filmemacher*innen
Info: Der vom FilmClub der Jungen Filmwerkstatt Düsseldorf veranstaltete / UNCUT AWARD ist ein Filmwettbewerb für One-Take-Kurzfilme von jungen Filmemacher*innen zwischen 16 und 26 Jahren. Das Prinzip: ohne einen einzigen Schnitt gedreht, wird die gesamte Handlung in einer durchgehenden Einstellung festgehalten. Eingereicht werden können Filme von 1 bis 10 Minuten Länge. Alle Genres und Themen sind erlaubt – Hauptsache: No cuts! Eine kostenfreie Einreichung ist noch bis zum 30. September 2026 möglich. Alle eingereichten Filme werden gezeigt. Das Festival-Screening der fertigen Arbeiten findet am Abend des 10. Oktober statt. Im Kino der Filmwerkstatt Düsseldorf werden alle eingereichten Videos aus dem Wettbewerb präsentiert. Neben der Vergabe von Jury- und Publikumspreisen bleibt genügend Zeit zum Netzwerken, für Musik und zum Feiern.
Ausstellung Film -klasse -gruppe -werkstatt mit Filmen von AGZ, Alisa Berger, Catherina Cramer & Giulietta Ockenfuss, Elke Jonigkeit, Moritz Krauth, Shoko Matsuyama, Lutz Mommartz, Rolf Neddermann, Jasmin Preiss, Maximilian Klemens Sänger, José Pablo Estrada Torrescano u.a. / Konzerte von Decha, Slideshow (Vault Sessions), Herrmann / DJ-Sets von Kaspar van de Water, Linda Skellington
Info: Wenn die Filmwerkstatt Düsseldorf in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, blickt sie auf eine wechselvolle Geschichte zurück, die, wie viele in dieser Stadt, in der Kunstakademie ihren Anfang nahm. Ihre Wurzeln reichen bis 1970 zurück, als auf Einladung von Hartmut Kaminski der dänische Filmemacher Ole John Povlsen an die Kunstakademie kam und dort eine Filmklasse einrichtete. Zu seinen Schüler*innen gehörten u.a. Astrid Heibach, Candida Höfer, Hartmut Kaminski, Erinna König und Katharina Sieverding. Ein Jahr später gründete er mit einer Gruppe von Studierenden um Kaminski die Filmgruppe Düsseldorf – darunter Lutz Mommartz, Jürgen Kuhfuß und Rainer Komers. Mit der Veranstaltung Film KRITISCH in der Kunsthalle Düsseldorf setzte die Gruppe 1971 ein erstes öffentliches Zeichen. (…) Die Ausstellung Film -klasse -gruppe -werkstatt zeigt eine Auswahl von Arbeiten, die in den vergangenen 50 Jahren in der Filmwerkstatt entstanden sind. Hinzu kommen zwei Filme aus der Filmklasse von 1972 sowie Der gerechte Krieg 1525 aus dem Jahr 1975, nach dessen Produktion die Filmwerkstatt in ihrer heutigen Form entstand. Begleitet wird der Tag von einem musikalischen Programm auf der Terrasse.
Ein filmischer Nachtspaziergang durch die Stadt – mit Kurzfilmen von Saffi Adler, Nazgol Emami, Richard Andreas Finger, Maximilian Karakatsanis, Chanmin Kim, Rosh Zeeba
Info: Der diesjährige Urban Space Videowalk erforscht unter dem Thema Nightshift Perspektiven auf die Nacht als urbanen, sozialen, ökologischen und sinnlichen Raum. Gesucht werden filmische Arbeiten, die sich mit nächtlichen Atmosphären und Übergängen zwischen Schlafen und Wachsein, Erschöpfung und Euphorie, Schutz und Angst, Kontrolle und Kontrollverlust auseinandersetzen. Nachts verändern sich Wahrnehmungen, Körper und Beziehungen. Clubs, Bars, Straßen, Bahnhöfe oder Tankstellen werden zu temporären Resonanzräumen – geprägt von Sound, Licht, Bewegung und Begegnung. Bässe, Stimmen, Maschinen, Sirenen, Stille und das kontinuierliche Rauschen der Stadt strukturieren die Nacht ebenso wie Schichtarbeit, Schlafrhythmen und urbane Infrastrukturen. Die Dunkelheit kann Schutzraum, Rückzugsort und Verwandlung sein – ebenso wie Angstraum, Unsicherheitszone oder Ort der Einsamkeit und Kontrolle. (…) Treffpunkt: Weltkunstzimmer, Innenhof.
Architektur, Globalisierung, Zeitlichkeit im urbanen Raum
Info: Viele Großstädte sind für ihre charakteristische Architektur bekannt. In den Filmen dieses Programms scheint die Architektur selbst zur Protagonistin zu werden. Film 1: Klara Lidén, Grounding, USA, 2018, 6 Min. – In einer einzigen Einstellung durchquert Klara Lidén scheinbar zielstrebig den New Yorker Finanzdistrikt – von der Wall Street bis in Richtung Zuccotti Park. Dabei stolpert und fällt sie immer wieder. Doch so schnell, wie sie gefallen ist, steht sie wieder auf und geht weiter, als wäre nichts passiert. Grounding befragt die ungeschriebenen Verhaltensregeln privatisierter Stadträume und verwandelt den Körper in ein Instrument des Widerstands gegen deren reibungslose Choreografie von Effizienz und Kontrolle. Film 2: Matias Mariani, Cidade Pássaro, Brasilien / Frankreich, 2020, 102 Min. – Der Musiker Amadi reist von Nigeria nach São Paulo, um seinen verschollenen Bruder Ikenna zu finden, einen vermeintlich erfolgreichen Mathematikprofessor. Dabei entdeckt Amadi nach und nach, dass sämtliche von Ikennas Erzählungen nicht der Wahrheit zu entsprechen scheinen. Während Amadis Suche wird die Stadt Sao Paulo selbst zur Protagonistin. Ort: Rheinufer Golzheim.
Metropolen – Subkultur und Community?
Info: Viele Großstädte weltweit verbindet die Einsamkeit ihrer Bewohner*innen. Die Filme dieses Programms zeigen, wie Communities in Metropolen zusammenkommen, um Probleme gemeinsam zu lösen. Film 1: Amélia Umuhire, Polyglot Episode 3: My Own, Deutschland, 2015, 14 Min. – Die dritte Episode der Berliner Webserie Polyglot verlässt Kreuzberg und begleitet Roger, den Bruder der Protagonistin Amanda, durch London auf der Suche nach seinem Platz. Dabei wird die verbindende Kraft von Musik deutlich. Amélia Umuhires preisgekrönte Webserie erzählt fragmentarisch von jungen Schwarzen Kreativen zwischen Sprachen, Städten und Zugehörigkeiten. Film 2: Levan Akin, Crossing, Schweden / Dänemark / Frankreich / Türkei / Georgien, 2024, 105 Min. – Die pensionierte Lehrerin Lia macht sich von der georgischen Stadt Batumi aus auf die Suche nach ihrer verschollenen Nichte Tekla. Gemeinsam mit ihrem Begleiter Achi führt sie die Spur nach Istanbul. Dort treffen sie auf die Anwältin Evrim, die sich für die Rechte von trans Personen einsetzt. Ein Film über Familie, Solidarität und Zugehörigkeit jenseits von Grenzen. Ort: Rheinufer Golzheim.
Metropolen – Raum für alle?
Info: Überwachungskameras und Sicherheitsdienste sollen für Sicherheit in Metropolen sorgen. Doch für wen ist diese vermeintliche Sicherheit und für wen bedeutet dies im Umkehrschluss Bedrohung und Unsicherheit? (…) Film 1: Emily Richardson, Block, UK, 2005, 12 Min – Im Zentrum dieses filmischen Portraits steht ein Hochhaus der 1960er im Südosten Londons. Was geschieht innen und außen? Der Film greift ein subtiles architektonisches Unbehagen auf. Ein schleichendes Gefühl, dass dieses Gebäude vielleicht nicht mehr für Menschen existiert. Durch welche Perspektive blicken wir: Durch die der Filmkamera oder jene der Überwachungskamera? / Film 2: Kleber Mendonça Filho, Neighboring Sounds, Brasilien, 2012, 131 Min. – Bellende Hunde, spielende Kinder, ein schlafender Portier. In einem Wohnblock im brasilianischen Recife breitet sich mit der Ankunft einer privaten Sicherheitsfirma eine nur schwer greifbare Unruhe aus. Zwischen dem Alltag in der Nachbarschaft, den deutlichen Unterschieden zwischen Klassen und kolonialer Vergangenheit entfaltet der Film ein feines Geflecht aus Geräuschen, Blicken und Misstrauen. Ort: Rheinufer Golzheim.
Regie: Nigel Cole, UK 2010, 108 Min.
Info: Kino-Matinee in Kooperation mit Schauburg Filmpalast: Der Film We Want Sex von Nigel Cole erzählt mit britischem Humor vom Streik der Näherinnen im Ford-Werk Dagenham, die unter Führung von Rita bessere Arbeitsbedingungen und gleichen Lohn fordern. Trotz des Widerstands von Vorgesetzten und ihren eigenen Familien entwickeln die Frauen einen mutigen Arbeitskampf, der schließlich historische Bedeutung für die Gleichstellung erlangt. (…) Ort: Schauburg Filmpalast, Horster Str. 6, 45897 Gelsenkirchen / 13:15 Uhr: Umtrunk im Foyer des Kunstmuseum Gelsenkirchen und kurze Einführung zum Thema Frauen im Arbeitskampf in Dagenham und im Ruhrgebiet von Anna Seidel (Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt, Dortmund) / 14 Uhr: Dialogischer Ausstellungsrundgang mit Julia Höner (Direktorin, Kunstmuseum Gelsenkirchen) & Friederike Sigler.