Galerie 3AP


Fürstenwall 74
40219 Düsseldorf
Fr: 14–19 Uhr
Sa: 12–16 Uhr
und nach Vereinbarung
T +49 (0) 211-15 89 50 03
Exhibitions
Scratch, love, let gravity win
Nadjana Mohr
Info: Im Zentrum von Nadjana Mohrs künstlerischer Praxis stehen Beziehungs- und Machtverhältnisse, die sich über Material, Berührung und Oberfläche manifestieren. Ihre Arbeiten untersuchen, wie sich Handlungen einschreiben, welche Spuren sie hinterlassen und wie Material auf Eingriffe reagiert. Für Scratch, love, let gravity win arbeitet Mohr mit Zinn, einem weichen und zugleich widerständigen Metall. Seine Oberfläche lässt sich leicht ritzen und verformen, bewahrt jede Einschreibung jedoch dauerhaft. Diese Ambivalenz von Verletzbarkeit und Widerstand bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung. Zugleich richtet Mohr den Blick auf die gegenwärtige Wiederkehr von Mystifizierung und irrationalen Erklärungsmodellen. Angesichts gesellschaftlicher Krisen, politischer Polarisierung und antifeministischer Entwicklungen fragt die Ausstellung danach, wie Unsicherheit verarbeitet und in neue Glaubenssysteme übersetzt wird. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Videoarbeit mit Aufnahmen verschiedener Proteste im öffentlichen Raum. Die Bilder werden so weit abstrahiert, dass sich Menschen, Transparente und konkrete Ereignisse in flirrende Farbfelder auflösen. Im Fokus stehen die Bewegungsmuster und affektiven Dynamiken kollektiver Artikulation. Die Ausstellung findet in der Wohnung Lauxtermann, dem 2023 von Aileen Treusch gegründeten Ausstellungs- und Residenzprojekt am Fürstenwall 74 in Düsseldorf, statt.

Intime Komplizenschaft – Ein arides Flirren
Nadine Karl
Info: In der Ausstellung entwickelt Nadine Karl einen Zugang zum archipelischen Denken nach Édouard Glissant. Mit Licht, fotografischen Objekten und olfaktorischen Komponenten untersucht sie Landschaft als Erfahrungs- und Beziehungsraum, in dem unterschiedliche Zeitlichkeiten und Formen des Lebens aufeinandertreffen. Arides Flirren, im Sinne von Édouard Glissant, beschreibt die oszillierende Natur von Begegnungen und Identitäten jenseits fester Grenzen. Im Zentrum stehen konkav bzw. konvex geformte, monochrom bedruckte Aluminiumarbeiten, deren Oberflächen Bild, Licht und Spiegelung in ständiger Bewegung halten. Fotografische Aufnahmen der Atacama-Wüste treten in Beziehung zu Fotografien des Naturschutzgebiets Himmelgeister Rheinbogen und bringen zwei geografisch und ökologisch unterschiedliche Landschaftsräume miteinander in Beziehung. Karl führt damit ihre Untersuchung von Erinnerung, Landschaft und ökologischen Beziehungen sowie ihre Suche nach einem erweiterten Verständnis von Materialität fort. Die Arbeiten verschieben den Blick von Landschaft als abbildbarem Gegenstand hin zu einem komplexen Beziehungsraum, in dem menschliche und nichtmenschliche Akteur*innen miteinander verflochten sind. Die Ausstellung bildet einen weiteren Knotenpunkt innerhalb einer Praxis, in der Motive, Materialien und Wahrnehmungsformen über verschiedene Arbeiten hinweg wiederkehren, sich verschieben und neu miteinander verbinden. (…)








