ArtJunk
No. 18—2026

the unnecessary familiarity made me dislike it at once

Nexus Nails Projectroom

Lillith Sachsenhauser

Info: Lillith Sachsenhauser verdreht in ihrer ersten Solohow the unnecessary familiarity made me dislike it at once vertrauten Materialien des Alltags ihre ursprüngliche Bedeutung. Objekte, die sie mit sozialem Austausch, Heimeligkeit oder familiären Strukturen assoziiert, werden aus ihrem ursprünglichen Handlungsraum gelöst und erscheinen im Nexus Nails in einer ambivalenten Funktion und Lesbarkeit. So bahnen sich selbst gemachte Nudeln durch das Schaufenster wie Wurzeln oder Haare und erschaffen einen Moment des Abjekten. In körperlich Fragmentierten tritt das Elternhaus Sachsenhausers zwischen den sich ziehenden Fäden auf. Die Ansichten von online recherchierten Satellitenaufnahmen des Hauses versinnbildlichen das Gefühl von Nähe und Distanz. Die Sehnsucht nach einem vertrauten Ort wird durch ihre Entfernung und Entkontextualisierung entfremdet. Die Ambivalenz von Bekanntem in neuen Umständen führt zu einem Fremdeln mit den Dingen selbst. Aus der Vehandlung mit Vertrautem entwickelt sich ein Eigenleben aus Material und Erinnerung.

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