ArtJunk
No. 08—2024

Talia Chetrit

Info: Die in New York lebende Fotografin Talia Chetrit (*1982) macht Dynamiken von Macht, Sex und Rollenbildern anhand ihres persönlichen Umfelds sichtbar. Sie zieht dabei ebenso ihr privates Bildarchiv aus Teenagertagen hinzu als auch ihren Lebensgefährten, ihren kleinen Sohn und ihre Eltern, die regelmäßig – in unterschiedlichen Zuständen von Verkleidung bis Nacktheit – als Protagonisten ihrer bis ins Detail durchkomponierten Fotografien auftreten. Talia Chetrits eigener Körper wird von ihr zudem schonungslos und uneitel zum Einsatz gebracht, um die Schnittmengen von Erotik, Häuslichkeit und Familie neu abzubilden. »Ich fotografiere meinen Partner, meine Familie, meinen Körper, das sind intime Themen, aber ich würde nicht sagen, dass die Bilder von Intimität handeln. Ich benutze mich selbst, aber es geht nicht um mich; ich bin nur das Werkzeug, das mir zur Verfügung steht,« sagt Chetrit. Ein wichtiges Instrument in Talia Chetrits Bildern ist das Selbstauslöserkabel, das sie regelmäßig sichtbar in der Hand hält, während sie (sexualisiert) vor der Linse posiert. Sie inszeniert sich damit deutlich als Autorin ihres eigenen Bildes und konterkariert die hergebrachte Rollenverteilung von (männlichem) Fotograf und (weiblichem) Modell. (…)

Sies und Höke Düsseldorf Talia Chetrit ArtJunk