ArtJunk
No. 49—2023

Leiermann

Matthias Schaller

Info: Die Anwesenheit des Menschen sucht man auf diesen Fotografien vergeblich. Niemandes Spiegelbild ist zu sehen, und die Räume, in denen die Spiegel hängen, scheinen verlassen. Dies ist das Leitmotiv von Matthias Schallers künstlerischer Strategie und Poetik: die Abwesenheit des menschlichen Subjekts. Der Bedeutung des Spiegels als Zeugnis des Verschwindens und der Erinnerung kommt hier eine besondere Rolle zu. In der Serie Leiermann spielt Matthias Schaller auf den Verfall Venedigs an, dessen Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert von Reichtum gekennzeichnet war und wo die Künste in höchstem Maße geschätzt und gefördert wurden. In dieser Zeit entstand eine Kultur, dessen Erbe für uns heute noch Relevanz hat, die aber mit der Gründung der Republik Italiens unter Napoleon ein Ende fand.

Beck und Eggeling Matthias Schaller ArtJunk