ArtJunk
No. 09—2024

Broken Road

Koen van den Broek

Info: Die neuen Arbeiten, die wir in Broken Road zeigen, sind keine (Ab-)bilder der Welt, keine Repräsentation einer durch die Linse einer Kamera gesehenen Wirklichkeit. So sehen wir hier also keine abgestufte, auf eine zweite (oder eher: dritte) Ebene abgeleitete Wirklichkeit mehr, sondern wir erleben die Welt an sich, wie sie auf der Leinwand stattfindet. Wenn der Begriff nicht für anderes besetzt wäre, könnte man das, was wir jetzt sehen, als konkrete Kunst beschreiben, und zwar in dem Sinne, dass die ganz konkreten Materialien und die Farben der Welt auf die Leinwand aufgebracht sind. Van den Broek greift zu Farben, die er in Fachgeschäften für Straßenmarkierung erwirbt, Farben, die für das Auftragen auf Straßenbelägen gedacht und gemacht sind und sich nicht mischen lassen. Ihm bietet sich eine Auswahl bestehend vor allem aus den drei Primärfarben und Grün sowie Schwarz und Weiß. Dazu verwendet er Teer, eine klebrige, kaum zu bearbeitende Masse. Mit diesen Mitteln schafft er lesbare Materialräume, die genau als solche – und nicht als Bilder – verstanden oder besser erlebt werden können. van den Broek geht einen weiten Schritt hin zu malerischer, aus seiner Intuition gewonnenen Abstraktion. (…)

Philipp von Rosen Galerie Koen van den Broek ArtJunk