ArtJunk
No. 04—2026

Egeria Aigina Tiasa

Julia Jansen

Info: Julia Jansens Malerei bewegt sich zwischen den Welten des Lichts und der Tiefe. Sie ist eine Mittlerin, die zwischen der Welt der Luft und der Welt des Wassers fungiert, und zeigt, wie Luft, Leben und Lilien durch die Wasseroberfläche miteinander agieren und kommunizieren, sich berühren, brechen und verändern. Jansen greift im Titel der Ausstellung Egeria Aigina Tiasa die Namen von drei Wassernymphen auf, die aus der griechischen Mythologie stammen. Ihre Werke wandeln nicht nur semantisch zwischen Geschichte, Mythologie und Wasser, sondern auch malerisch. In ihren Seerosenstücken zeigt Jansen das Gleichgewicht der Pflanzen, die sich an dieser schimmernden Schwelle zwischen Grund und Oberfläche halten. Ihre Unterwassermalereien enthüllen das Verborgene: das bewegliche Netzwerk aus Ranken, Strömung und Grund. Es ist die Darstellung einer Tiefe, die mit dem Unterbewusstsein korrespondiert. Zwischen Himmel und Grund bringt Jansen Bilder hervor, in denen Pflanzen aus dem Dunkel des Wassers zum Licht aufsteigen. Die Wurzeln bleiben im Dunkel der Erde verankert, während die Blüten sich dem Licht der sichtbaren Welt öffnen. Dieses bricht sich an der Wasseroberfläche und darunter, wird aufgefangen, verzerrt von der Spannung, die wie eine feine, unsichtbare Haut zwischen den Elementen liegt. Weichgezeichnet werden die Landschaften unter Wasser durch dessen Trübe. (…)

Rehbein Galerie Julia Jansen ArtJunk