ArtJunk
No. 24—2026

A Chiasmatic Body

Adrián Balseca

Info: Anlässlich seiner ersten institutionellen Einzelausstellung in Deutschland präsentiert der ecuadorianische Künstler Adrián Balseca eine raumgreifende Installation, in der zwei seiner zentralen Werk- und Forschungszyklen erstmals in einer ortsspezifischen Inszenierung aufeinandertreffen. Verbunden durch persönliche und kollektive Geschichten untersuchen die beiden Arbeiten Elogio a la Oscuridad (Ode an die Dunkelheit) (2011–2024) und The Skin of Labour (2016) die Beziehungen zwischen Körper und Landschaft sowie zwischen Gesundheit und Territorium. Die Installation eröffnet einen vielschichtigen Dialog über die Zusammenhänge von Rohstoffausbeutung, industrieller Moderne und Bildtechnologien als wichtige Instrumente westlicher Macht. Balseca verweist exemplarisch auf die berühmte erste Röntgenaufnahme von 1895. Dargestellt ist die Hand Anna Bertha Ludwigs, die ihr Ehemann Wilhelm Conrad Röntgen samt Eheringen ablichtete. Ihr Ausspruch Ich habe meinen Tod gesehen! verweist auf die Ambivalenz der Röntgentechnologie zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit sowie zwischen Leben und Tod. Das Röntgenbild ist eng mit der extraktiven Rohstoffgeschichte verbunden, da die ersten Röntgenbilder auf dem fluoreszierenden Stoff Bariumplatinocyanid basierten. Die Originalplatte befindet sich heute im Labor des Instituts für Physik der Universität Würzburg.

Leopold-Hoesch-Museum Düren LHM Adrian Balseco ArtJunk