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No. 06—2023

Refik Anadol

Info: Daten und Pixel, Algorithmen und Kalkulationen: Das sind die Elemente, aus denen Refik Anadol seine ästhetischen Datenskulpturen voller überraschender Effekte und fließender Formen kreiert. Anadol ist ein Pionier auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Er lotet die Grenzen der Vorstellungskraft aus und verwendet neueste Technologien, um die Wahrnehmung und Erfahrung von Raum und Zeit zu untersuchen. In seinen Arbeiten schafft er immersive Umgebungen und ein hybrides Zusammenspiel von Kunst, Wissenschaft und Technologie. Unsichtbare Daten werden für das menschliche Auge sichtbar und bieten eine neue Erzählung der digitalisierten Welt. Der Kunstpalast präsentiert Anadols monumentale Datenskulptur Machine Hallucinations – Satellite Simulations: B von 2021. Für diese Arbeit wurden über zwei Millionen Bilder verwendet, die von den Weltraumteleskopen der Internationalen Raumstation (ISS), Hubble und dem Magdalena-Ridge-Observatorium (MRO) erfasst und aufgezeichnet wurden. GAN-Algorithmen verarbeiten diese Bilder und produzieren eine neue Ästhetik. Als GAN (Generative Adversarial Network) bezeichnet man ein Machine-Learning-Modell, das selbstständig in der Lage ist, neue Daten zu generieren, weil zwei künstliche neuronale Netzwerke miteinander konkurrieren und voneinander lernen können.

Kunstpalast Refik Anadol ArtJunk

Andreas Achenbach, Oswald Achenbach, Johann Carl Baehr, Jakob Becker, Ludwig Hugo Becker, Jean-Joseph-Xavier Bidauld, Carl Blechen, Arnold Böcklin, Rosa Bonheur, Ernst Bosch, Heinrich Bürkel, Alexandre Calame, Carl Gustav Carus, Franz Catel, Johann Wilhelm Cordes, Jean-Baptiste Camille Corot, Janus la Cour, Georg Heinrich Crola, Louis-Jacques Daguerre, Johan Christian Clausen Dahl, Francis Danby, Théodore Caruell d’Aligny, Johann Georg von Dillis, Johann Joachim Faber, Traugott Faber, Salvatore Fergola, Paul Flandrin, Johann Jakob Frey, Caspar David Friedrich, Ernst Fries, Jean Charles Geslin, Jean-Baptiste Gibert, Christian Friedrich Gille, Carl Friedrich Götzloff, Florian Grospietsch, Théodore Gudin, Maximilian Hauschild, Friedrich Karl Hausmann, Carl Hummel, Edmund Kanoldt, Josephus Augustus Knip, Carl Kummer, Thorald Læssøe, Wilhelm Leibl, Robert Léopold Leprince, Carl Friedrich Lessing, Ludwig von Löfftz, Friedrich Loos, Anders Christian Lunde, Paul Friedrich Meyerheim, Georges Michel, Carl Morgenstern, Friedrich Nerly, Guiseppe de Nittis, Fritz Petzholdt, Anton Sminck van Pitloo, Eduard Wilhelm Pose, Friedrich Preller, Johann Peter Raadsig, Heinrich Reinhold, Frederik Rohde, Johann Martin von Rohden, Julius Rollmann, Carl Rottmann, Théodore Rousseau, Caspar Scheuren, Johann Heinrich Schilbach, Johann Wilhelm Schirmer, Carl Seibel, Hans Thoma, Wolfgang Adam Toepffer, Pierre-Henri de Valenciennes, Frans Vervloet, Auguste Jean-Baptiste Vinchon

Info: Erstmals widmet sich in Deutschland eine Ausstellung einer der größten Revolutionen in der Kunst des 19. Jahrhunderts: der Ölstudie. Ab 1820 malten viele Künstler direkt im Freien in Öl und schufen Naturstudien von großer Unmittelbarkeit. Für die wichtigsten Vertreter der Düsseldorfer Malerschule aber auch für Caspar David Friedrich und Camille Corot war dabei immer wieder das sich wandelnde Licht die zentrale Inspirationsquelle. Gezeigt werden 170 Exponate von 75 Künstler*innen, darunter zahlreiche noch nie öffentlich gezeigte Werke aus musealen und privaten europäischen Sammlungen.

Kunstpalast Lord Frederic Leighton ArtJunk

Aria Dean, Jana Euler, Tobias Hohn & Stanton Taylor, Yuki Kimura, Jorge Loureiro & Hyeju Lee & Luan Xiaochen & Sojeong Park, Pope.L, Arisa Purkpong, Josefine Reisch, Angharad Williams, Amelie von Wulffen

Info: Die Jahresgaben bieten unseren Mitgliedern die Möglichkeit, besondere Werke von zeitgenössischen Künstler*innen in exklusiver Auflage und zu günstigen Konditionen zu erwerben. Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahr sowohl etablierte wie auch jüngere Künstler*innen unseren Kunstverein mit neu entwickelten Arbeiten unterstützen. Die Jahresgaben werden mit verlängerter Laufzeit vom 13. Dezember 2022 bis 26. Februar 2023 im Foyer des Kunstverein präsentiert. Begleitend erscheint ein von dem Grafikdesigner Dan Solbach neu gestaltetes Jahresgaben-Heft mit einführenden Texten zu allen Künstler*innen. Mit Textbeiträgen von Katharina Hausladen, Gesa Hüwe, Nele Kaczmarek, Ania Kołyszko, Christina Lehnert, Cai Katherine Miranda, Blake Oetting und Gregor Quack.

Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf Jahresgaben ArtJunk

Renate Gruber

Info: Am 30. Ok­to­ber 2022 ist die Fo­to­samm­lerin Re­nate Gru­ber ges­tor­ben. Mit ein­er Präsen­ta­tion im Fo­to­raum sagt ihr das Mu­se­um Lud­wig nun Adieu. Zu se­hen sind Werke aus der Samm­lung und dem Archiv Gru­ber zusam­men mit An­sicht­en aus ihrem Haus, das für viele eine be­son­dere Art von In­sti­tu­tion in Köln war. Bere­its 1977 wurde durch den Ankauf von 934 Werken aus der Samm­lung von L. Fritz und Re­nate Gru­ber der Grund­s­tock für die Samm­lung Fo­to­gra­fie am Mu­se­um Lud­wig gelegt. Von Eu­gène At­get bis Ed­ward We­s­t­on span­nt sich der mittler­weile klas­sische Kanon der Fo­to­geschichte des 20. Jahrhun­derts darin auf. Im Laufe der Jahrzeh­nte ka­men hun­derte weitere Werke und um­fan­greiche Archiv­ma­te­rialien hinzu. Ein Blick auf die Samm­lung Gru­ber lässt dabei sch­nell erken­nen: Ihr Sch­w­er­punkt liegt auf dem Men­schen­bild­nis. Kein Wun­der, denn das Ehe­p­aar pflegte ein be­son­ders gast­fre­undlich­es Haus und viele langjährige Fre­und­schaften zu Fo­to­graf*in­nen dies­seits und jen­seits des At­lan­tiks. Bekan­nt waren auch ihre Feiern zum Ge­burt­s­tag der Fo­to­gra­fie. Jedes Jahr am 19. Au­gust trafen sich in ihrem Sa­lon die Fo­tophilen. Der Ti­tel Kiss, kiss spielt an auf jene Gastlichkeit und das el­e­gante Führen ihres Sa­lons.

Museum Ludwig Renate Gruber ArtJunk

José Bedia, Lygia Clark, Carlos Estévez Carasa, Siron Franco, Ramón Pacheco Salazar, René Peña, Lady Pink, Lee Quiñones, Sandra Ramos, Tonel u.a.

Info: Die Sammlungspräsentation Palmipeda wurde anlässlich der Ausstellung von Belkis Ayón (1967–1999) konzipiert. Zu sehen sind Arbeiten von den zwei mit Ayón eng befreundeten Künstler*innen Sandra Ramos (*1969) und Tonel (*1958), sowie Werke von anderen kubanischen Künstler*innen, die zu Ayóns Lebzeiten aktiv waren. In den neu eröffneten Grafikkabinetten des Museums entfaltet sich ein spezifischer künstlerischer Kontext des Kubas der 80er und 90er Jahre. Mit Arbeiten von José Bedia, Carlos Estévez Carasa, Ramón Pacheco Salazar, René Peña, Sandra Ramos und Tonel. Die Sammlungspräsentation erstreckt sich weiter in die Eingangshalle. Mit Werken von Lygia Clark, Siron Franco, Lady Pink und Lee Quiñones.

Ludwig Forum Aachen Rene Pena ArtJunk

Albrecht Schaefer, Anna Fiegen, Atelier ST, Christopher Grabow, Dorothee Liebscher, Johannes Hermann, Marten Anderson, Nick McPhail, Simon Modersohn, Sookyeong Yeong, Stefan Kürten, Tim Eitel, Titus Schade

Info: Ob Exterieur oder Interieur, ob Wirklichkeit oder Fiktion: die Architektur als Gegenstand der Malerei reicht bis weit in das 15. Jahrhundert zurück. Die zweidimensionale Abbildung von Räumlichkeit und Atmosphäre findet ihren Ursprung in den Niederlanden und Italien und wird besonders populär, als mit den ersten architektonischen Wettbewerben die Maler auch zugleich die Architekten sind. Die Ausstellung in der Architekturgalerie Nidus Kosmos zeigt vierzehn zeitgenössische Positionen von Maler*innen und Architekt*innen deren Hauptmotiv die Architektur ist. Über die reine Abbildung einer Perspektive hinaus, werden fiktive Räume, volumetrische Studien, Interieur-Malereien, Alltags-Typologien und landschaftliche Bezüge thematisiert. Dabei entfaltet jede Arbeit ihre eigene Bildsprache und fordert die Betrachter*innen zur räumlichen Auseinandersetzung heraus. (…) Sonderöffnung im Rahmen des Carlstadt Open Galleries.

Nidus Kosmos Nick McPhail ArtJunk
Mental Space Tina Schwarz Ivan Bazak ArtJunk

Malaria!, Brigitte Bühler & Dieter Hormel, Eva Gössling, Werner Schmiedel, Einstürzende Neubauten, Peter Sempel, Strafe für Rebellion, Akiko Hada, Holger Hiller, Karl Bonnie, Jonathan X

Info: Heute ist das Musikvideo ein formal klar definiertes und kommerziell erfolgreiches Genre. Zu Beginn der 1980er-Jahre war das keineswegs der Fall. Künstler*innen, Musiker*innen, Filmemacher*innen und Aktivist*innen experimentierten mit herkömmlichen Super-8-Kameras und neuen Videotechniken, alternativen Erzählweisen, radikalen visuellen Effekten und schnellen rhythmischen Schnitten. Dabei taten sich ihnen immer wieder neue Möglichkeiten für die Präsentation und Distribution der Videos auf: als Projektion bei Konzerten, als VHS auf dem heimischen Videorekorder oder als Musikclip zur Ausstrahlung im Fernsehen. Die Videos, die wir im Rahmen von Flowers from the Underground zeigen, dokumentieren, wie Akteur*innen aus dem Bereich der Independent Musik – Post-Punk, New Wave, Industrial und Elektronik – diese neuen technischen und erzählerischen Möglichkeiten in den 1980er-Jahren ausgelotet und dabei unerwartete Verbindungen zwischen Kunst, Musik und Film geschaffen haben. (…)

NRW Forum Akiko Hada Holger Hiller ArtJunk

Bruce Nauman

Info: Die Konrad Fischer Galerie freut sich, Bruce Nauman’s neue Videoinstallation mit dem Titel Practice zu präsentieren. Seit den Six Sound Problems for Konrad Fischer, 1968 in seiner ersten europäischen Einzelausstellung bei Konrad Fischer installiert, hat die Galerie dem amerikanischen Künstler insgesamt 18 Einzelausstellungen gewidmet und sein Werk auf zahlreichen internationalen Ausstellungen begleitet. Nauman hat seinen Körper und insbesondere seine Hände immer wieder zum Gegenstand seiner Werke gemacht. Practice zeigt die sich langsam bewegenden Hände des Künstlers auf einem alten Holztisch. Dabei wechselt die Kamera zwischen der linken und der rechten Hand, wie sie die Markierung auf die Tischplatte zeichnen. Permutation und Veränderung variieren das Bild und schaffen eine komplexe visuelle Struktur. Die sich scheinbar endlos wiederholende Geste bleibt dabei gleich, sie formt immer wieder ein X. (…) Sonderöffnung im Rahmen des Joint Opening der Galerien in Flingern.

Konrad Fischer Galerie Bruce Nauman ArtJunk

Yalda Afsah, Mary Bauermeister, Grupo Mexa, Jack Halberstam, Jaca, Zoe Leonard, Jorge Loureiro, José Esteban Muñoz, Tavia Nyongo, A.L. Steiner & robbinschilds, Anna R. Winder – curated by Victoria Tarak

Info: Scrambled Ontologies: A Fabulation is a group exhibition based on critical engagement with current research on wildness from Jack Halberstam, Tavia Nyongo, and José Esteban Muñoz. In here, the term wildness seeks to capture new perspectives of polyphony and solidarity beyond capitalist, colonialist, and heteronormative structures. Wildness does not refer to a return of an alleged primitivism or a colonial imaginary, but rather, negotiates meanings and representations by proposing a disorder of things. The ideas around wildness are concerned with reclaiming a myriad of agencies and mean to enable reflections on aesthetic experience that encounter the unspeakable, wayward or unscripted actions, engagement in the margins or within unstable everyday realities. (…) Sonderöffnung im Rahmen des Carlstadt Open Galleries.

Sies und Höke Yalda Afsah ArtJunk