Info: Man Rays Fotografie von Alice Prin, genannt Kiki de Montparnasse (1901–1953), zeigt sie als Rückenakt, ein Tuch um die Hüften, eines um den Kopf. Inspiriert von Jean-Auguste-Dominique Ingres’ Rückenakten überführt Man Ray das Motiv ins 20. Jahrhundert: Er malt Schalllöcher einer Geige auf die Fotografie, sodass Kikis Rücken zum Körper eines Streichinstruments wird. Der Abzug im Museum Ludwig stammt aus der Sammlung Gruber; die Präsentation beleuchtet Entstehung und Geschichte dieses surrealistischen Meisterwerks.
Winfred Gaul
Info: Der Kunstpalast widmet dem Düsseldorfer Künstler Winfred Gaul im Herbst 2026 eine umfassende Ausstellung. Gezeigt werden rund 120 Gemälde und Papierarbeiten aus der 2011 gestifteten Sammlung von Willi Kemp. Sie bietet einen weitreichenden Überblick über Gauls Werk von 1955 bis 1997 und dokumentiert zugleich den engen Austausch zwischen Künstler und Sammler. Winfred Gaul (1928–2003) prägte die deutsche Nachkriegskunst mit seiner Auffassung der gegenstandslosen Malerei als befreiendem Medium des Neubeginns. Zwischen Offenheit und Strenge, Ausdruck und Zeichen, Heimat und Ferne: Jeder Pinselstrich eröffnete ihm Einsichten in Farbe, Linie, Fläche und deren Zusammenspiel.
Niki de Saint Phalle – mit Dorothy Iannone, Yayoi Kusama, Robert Rauschenberg, Alina Szapocznikow, Jean Tinguely u.a.
Info: Sie fragte nicht um Erlaubnis, sondern nahm sich, was Männer selbstverständlich besaßen: Einfluss und Macht, nicht nur in der Kunst, auch in der Öffentlichkeit. So unterlief Niki de Saint Phalle (1930–2002) seit ihren ersten Aktionen gesellschaftliche Erwartungen und sprengte Grenzen. In einer groß angelegten Ausstellung rückt der Kunstpalast nun Ihre künstlerische Selbstbehauptung inmitten einer männlich dominierten Kunstszene in den Mittelpunkt. Durch vier Jahrzehnte hindurch wird ihr Kampf gegen Strukturen beleuchtet, die die Selbstbestimmung von Frauen verhindern, insbesondere die über ihren eigenen Körper. Gezeigt werden ihre berühmten Schießbilder, Frauenfiguren, Happenings und Filme sowie Modelle von Großplastiken im Landschaftsraum. Ihr künstlerisches Umfeld und Zusammenarbeiten mit Jean Tinguely oder Robert Rauschenberg werden ebenso betrachtet wie ihr Zeitgenossinnen gegenüber gestellt werden, darunter Yayoi Kusama, Dorothy Iannone und Alina Szapocznikow.
Jörg Immendorff
Info: Jörg Immendorff (1945–2007) wurde Ende des 20. Jahrhunderts weltweit als einer der bedeutendsten deutschen Künstler*innen seiner Generation gefeiert. Als berüchtigter Malerfürst pflegte er ein hartes Image und führte einen kontroversen Lebensstil. Umso überraschender ist es, dass die für Herbst 2026 im Kunstpalast geplante Ausstellung die erste umfassende Retrospektive in Düsseldorf ist, wo Immendorff jahrzehntelang studierte, lehrte und arbeitete. Das von dem Nachlass des Künstlers unterstützte Projekt wird alle Phasen seines Schaffens beleuchten, von den Anfängen an der Kunstakademie bis zu den letzten Werken in dem hiesigen Atelier. Die rund 100 ausgestellten Exponate umfassen großformatige Gemäldeserien, Holz- und Bronzeskulpturen sowie noch nie gezeigte Zeichnungen und Archivmaterial. Neben der Bandbreite seines kreativen Wirkens beleuchtet die Präsentation Immendorffs beharrliche Hinterfragung der Rolle des Künstlers in der Gesellschaft. Die simultane Konfrontation mit gesellschaftlich drängenden politischen Kontexten steht ebenso im Fokus wie die Widersprüche seiner eigenen Person.
Jan Dibbets, Simon Dybbroe Møller, Andreas Gefeller, Gudrun Kemsa, Sophie Meuresch, Steven Pippin, Barbara Probst, Amanda Ross-Ho, Juergen Staack – kuratiert von Esther Breinig
Info: Was sehen wir, wenn wir ein Bild betrachten? Und welchen Einfluss haben Raum und Zeit auf unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit? Fotografie und Bewegtbilder dienen längst nicht mehr nur als Abbilder der Realität oder als Dokumentation, um Augenblicke langfristig festzuhalten. Die Künstler*innen der Ausstellung zeigen auf, dass das Bild eine Konstruktion, ein chemischer oder digitaler Prozess, eine räumliche Behauptung oder ein sprachliches Fragment sein kann. Made in Düsseldorf #8 vereint unter dem Titel In Szene gesetzt Werke aus der Kunstsammlung der Stadtsparkasse Düsseldorf im Kunstpalast, die das Spannungsfeld zwischen der Wirklichkeit und der menschlichen Wahrnehmung untersuchen. (…)
Lucien Liebecke
Info: In der Videoarbeit .psf_0219 (.Particle System Flow) beschäftigt sich Lucien Liebecke mit einer Partikelsimulation und deren verschiedenen Darstellungssystemen im zwei- sowie dreidimensionalen Raum. Dabei versucht er, deren Bedingungen zu analysieren, herauszustellen und miteinander in Verbringungen zu setzen. So entsteht die Farbigkeit der Partikel im Video allein durch ihre physikalischen Gegebenheiten. Je schneller ein Partikel wird, desto roter ist er, bzw. je stärker er abgebremst wird, desto blauer. Gleichzeitig spielt aber auch die Dichte der Partikel (ihre Nähe zueinander) für die Farbgebung und für die Diagramme im Video eine entscheidende Rolle. Der Sound orientiert sich dabei am natürlichen Geräusch des Windes und wird hin und wieder von einem künstlich erzeugten Geräusch eines verzerrten Sonargerätes ergänzt. Dabei hat jedes der gezeigten Diagramme seinen einzigartigen Klang. Ort: Rotunde im Hentrichhaus (1.OG).
Dejan Sarić
Info: Die Studioausstellung im Souterrain präsentiert ausgewählte Werke des Bildhauers, Installationskünstlers und Malers Dejan Sarić (*1966 in Smederevska Palanka, Serbien). Im Zentrum stehen seine architektonischen, oft bewegten oder begehbaren Installationen, mit denen er deutschlandweit bekannt geworden ist. Eine große Aufmerksamkeit bekam seine jüngste Schau im Museum Kunstpalast in Düsseldorf im Rahmen der Ausstellung Die Große im Sommer 2024. Für das Lehmbruck Museum konzipiert Sarić eine Präsentation, die dazu einlädt, die Kunst nicht nur zu betrachten, sondern sie durch Bewegung und Interaktion selbst zu erfahren. In der Kombination von statischen und kinetischen Elementen, Gemälden, Spiegelobjekten und beweglichen Konstruktionen entstehen dynamische Raumsituationen, die sich je nach Standpunkt und Bewegung ständig verändern. (…) Wir freuen uns, mit Ihnen am Donnerstag, 2. Juli, um 19 Uhr die Eröffnung der Studioausstellung zu feiern. Bei Sekt und Fingerfood möchten wir Sie dazu einladen, in die Werke von Dejan Sarić einzutauchen. Der Künstler ist anwesend.
Katja Stuke & Oliver Sieber
Info:Fax from the Library begann als Internetprojekt, das sich mit einer Bibliothek, Vorbildern, Idolen und einem Kopierer auseinandersetzte. Ursprünglich um ihre eigene umfangreiche Fotobuch-Bibliothek zu erfassen, kopierten Katja Stuke und Oliver Sieber regelmäßig einzelne Seiten aus Fotobüchern anderer Künstler*innen und übertrugen diese per Fax ins Internet. Mittlerweile hatten sie auch Einblick in anderen Bibliotheken, wie z.B. die Fotobuchsammlung des Fotohof Salzburg, des Tanzarchivs Köln oder des Filmmuseum Düsseldorf. Inspiriert von einer Frage Jean Baudrillards – Haben Sie nie Lust, ein anderer zu sein? – wurden verschiedene fotografische Motive kopiert und täglich auf dem Blog veröffentlicht. Diese Kopien bildeten die Grundlage für ein Video, in dem jedes Bild nur für einen kurzen Moment sichtbar ist, bevor es verschwindet und ein neues erscheint. Ort: Rotunde im Hentrichhaus.
Joëlle Dubois
Info: Die leere Kunsthalle wird zum Ausgangspunkt einer Ausstellung, in der der Raum und seine Wände selbst zu zentralen Akteur*innen werden. Im Rhythmus von jeweils vier Wochen realisieren fünf Künstler*innen nacheinander ortsspezifische Wandmalereien auf den weißen Wandflächen der Kunsthalle. Jede Arbeit ist temporär und wird nach einem Monat wieder weiß überstrichen während bereits die nächste Intervention beginnt. Die Ausstellung ist ein fortlaufender Prozess, bei dem Wandel, Vergänglichkeit und die Spannung zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden in den Fokus rücken. Die Besucher*innen sind eingeladen, diesen Prozess von der leeren, weißen Wand bis zur bemalten Kunsthalle zu begleiten und verschiedene künstlerische Zugänge zur Wandmalerei zu erleben. Jeder Besuch zeigt einen anderen Zustand und offenbart neue Perspektiven auf den Raum.
Stefan Marx
Info: Die leere Kunsthalle wird zum Ausgangspunkt einer Ausstellung, in der der Raum und seine Wände selbst zu zentralen Akteur*innen werden. Im Rhythmus von jeweils vier Wochen realisieren fünf Künstler*innen nacheinander ortsspezifische Wandmalereien auf den weißen Wandflächen der Kunsthalle. Jede Arbeit ist temporär und wird nach einem Monat wieder weiß überstrichen während bereits die nächste Intervention beginnt. Die Ausstellung ist ein fortlaufender Prozess, bei dem Wandel, Vergänglichkeit und die Spannung zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden in den Fokus rücken. Die Besucher*innen sind eingeladen, diesen Prozess von der leeren, weißen Wand bis zur bemalten Kunsthalle zu begleiten und verschiedene künstlerische Zugänge zur Wandmalerei zu erleben. Jeder Besuch zeigt einen anderen Zustand und offenbart neue Perspektiven auf den Raum.