Info: Minigolfen im Museum? Minigolfen im Museum! Die Trümmerbahnen der Künstlerin Ina Weber laden ab April zum Minigolf spielen im Museum Ostwall ein. Die zwölf Betonbahnen sind mit Hindernissen aus erfundenen Bauten versehen, die insbesondere im Ruhrgebiet vertraut vorkommen. Ihre Architektur erinnert an die Nachkriegsbauten, die als Zeichen des Aufbruchs galten. So kommen die Bahnen auch zu ihrem Namen: Trümmerbahnen waren Züge, die den Schutt des Zweiten Weltkriegs aus deutschen Städten entsorgten, um Platz für neue Gebäude zu schaffen. Bevorzugtes Material für die Neubauten war Beton. Beim Spielen oder beim Schlendern durch die Ausstellung lässt sich somit auch darüber nachdenken, wie stark sich unsere Städte damals verändert haben. Neue Bahn, Kiosk und gemischte Tüten: Ina Weber wird speziell für diese Präsentation eine neue Bahn entwickeln, die vom Gesundheitshaus Dortmund – einem bekannten Bauwerk der Nachkriegsmoderne – inspiriert ist. Zusätzlich baut sie einen Kiosk, an dem ihr euch Schläger und Bälle zum Spielen leihen könnt. Und gemischte Tüten gibt’s zum kreativen Zusammenstellen!
Derek Bennett, Christiane Eisler, Ute Mahler, Henry Maitek, Evelyn Richter, Karl C. Kugel, Erasmus Schröter
Info: Fotografien aus Ost- und Westdeutschland um 1980 dokumentieren die Lebenswelten in beiden Staaten, geprägt von unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Systemen. Porträts und Alltagsszenen von Derek Bennett, Christiane Eisler, Ute Mahler, Henry Maitek, Evelyn Richter, Karl C. Kugel und Erasmus Schröter vermitteln Einblicke in diese Realitäten. Ergänzende Titel und historische Verweise vermitteln häufig erst, wo die Aufnahmen entstanden sind, und verdeutlichen gesellschaftlichen Spannungen und kulturellen Perspektiven.
Pierre Bonnard, Paul Cézanne, Gustave Courbet, Edgar Degas, Francisco de Goya, Henri Matisse, Claude Monet, Pablo Picasso, Auguste Renoir, Henri de Toulouse-Lautrec u.a.
Info: Erstmals wird die Scharf Collection präsentiert, eine deutsche Privatsammlung französischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts sowie zeitgenössischer internationaler Kunst. Sie führt in vierter Generation einen Zweig der bedeutenden Berliner Sammlung Otto Gerstenberg weiter, deren Spektrum von den Anfängen der Moderne bei Francisco de Goya bis zur französischen Avantgarde der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Gustave Courbet und Edgar Degas und dem gesamten graphischen Werk von Henri de Toulouse-Lautrec reicht. Trotz vieler Kriegsverluste konnte Gerstenbergs Tochter Margarethe Scharf den Großteil der Sammlung retten und an die beiden Söhne Walther und Dieter Scharf vererben. Nach der Teilung der Sammlung zwischen den Enkeln knüpften Walther Scharf, dessen Frau Eve und Sohn René an den französischen Fokus an und ergänzten u. a. Werke von Claude Monet, Paul Cézanne, Pierre Bonnard, Henri Matisse und Pablo Picasso. Heute richten René Scharf und seine Frau Christiane Scharf den Blick auf zeitgenössische internationale Positionen, unter anderem mit Werken von Sam Francis, Daniel Richter und Katharina Grosse. (…)
Marina Abramović & Ulay, John Baldessari, Ron Hays, Joan Jonas, Hakudō Kobayashi, Robert Morris, Bruce Nauman, Jacques-Louis Nyst, Ulrike Rosenbach
Info: Ende der 1960er Jahre wurden Video und Film zu gängigen ästhetischen Ausdrucksformen der zeitgenössischen Kunst. Das Videoarchiv des Ludwig Forums umfasst rund 200 Arbeiten aus der künstlerisch bedeutsamen Phase der 1960er und 1970er Jahre. Viele davon sind substanziell für die Geschichte des künstlerischen Bewegtbildes. Die Videokunst der 1970er Jahre war eine Pionierphase, geprägt von der Verfügbarkeit tragbarer Video- und Filmkameras. Sie nutzte das Medium, um sich von etablierten Kunstformen und dem Fernsehen abzugrenzen. Zentrale Themen waren Körperlichkeit, Identität, feministische Kritik, die Reflexion des Mediums selbst sowie soziokulturelle Analysen. Zu ihren ästhetischen Mitteln zählen Spiegelungen, Lichtbrechungen, technische Manipulationen sowie spielerische Momente, Ironie und Humor. (…)
Herbert Albert, Wolfgang von Contzen, Peter Helm, Heiner Ix, Irmel Kamp, Hans-Martin Küsters, Hans Laven, Daniel Poensgen, Wilhelm Schürmann
Info: Was bedeutet es, von einem Bild getroffen zu werden? Eine physische Begegnung, eine emotionale Berührung? Vielleicht auch eine durchdringende Erkenntnis oder Verletzung, oft plötzlich und unerwartet. Und berühren Fotografien uns anders als andere Kunstwerke? Anhand dieser Fragen setzt die Ausstellung im Grafischen Kabinett des Ludwig Forum zu einer kleinen Fingerübung in Sachen Fotografiebetrachtung an. Die Auswahl aus dem Sammlungsbestand folgt dabei nicht nur thematischen Linien auf der Grenze zwischen Dokumentation und künstlerischem Anspruch, sondern auch der Freude am Wiederentdecken von Werken, die aufgrund ihrer hohen Lichtempfindlichkeit lange im Depot verborgen lagen und deren besondere Kraft sich erst bei der genauen Betrachtung in intimer Zweisamkeit vollständig entfaltet.
Horst Antes, Hede Bühl, Jaques Callot, Achim Duchow, Rolf Escher, Herbert Falken, Peter Gilles, Antonius Höckelmann, Rolf Iseli, Karl Junker, Hartmut Kraft, Roy Lichtenstein, Gustav Mesmer, Hermann Nitsch, Wolfgang Oppermann, Otto Piene, Leysis Quesada Vera, Dieter Rot, Ferdinand Spindel, Friedrich Schröder-Sonnenstern, Walter Stöhrer, Joe Tilson, Ursula Schultze-Blum, Walter Vogel, Josef Wittlich, Herbert Zangs
Info: Herzliche Einladung zur neuen Ausstellung Das Alphabet der Sammlung – Eine persönliche Ordnung der Kunst von Maria und Hartmut Kraft in den Räumen des Vereins.
Saskia Tamara Kaiser – Performer*innen: Uwe Michael Biedermann & Lara Nevada
Info: In BIRD geht es Saskia Tamara Kaiser um die Melancholie, Kontrolle und Durchdringung von Intimität durch digitale Bildregime. In einem nahezu abstrakten, schneeweißen Raum summt eine Frau, während sie zwischen körperlicher Präsenz und dem endlosen Scrollen durch Social-Media-Reels oszilliert. Das Auftreten eines Mannes, der ihr einen metallischen Kopfkäfig anlegt und ein Smartphone an die Stelle ihres Mundes setzt, markiert einen Moment der externalisierten Kontrolle. Die Sichtbarkeit der filmenden Person destabilisiert zusätzlich die Grenzen zwischen Subjekt, Objekt und Beobachtung. Dadurch möchte Kaiser die weibliche Sichtbarkeit, Selbstüberwachung und die geschlechtsspezifische Asymmetrie der Blickmacht offenlegen. Ort: Rotunde im Hentrichhaus.
Alwin Lay
Info: In BIC Maxi Short zeigt Alwin Lay den verkleinerten Körper eines BIC-Feuerzeugs, das sein Inneres langsam freigibt und sich dabei in einer Form von Hyper-Funktionalität entlädt. Das Video folgt Lays Interesse am spekulativen Realismus: Statt den Menschen über das Objekt zu stellen, löst es die Hierarchie zwischen beiden auf. In der Abwesenheit jeglicher menschlicher Präsenz wird das Objekt selbst zur handelnden Figur, in der Momente von Verwirrung, Stillstand und Manipulation zentral werden. Das Video entstand für Daata und erscheint dort. Ort: Rotunde im Hentrichhaus.
Info: Der Fußballfanclub, die Familie, das politische Kollektiv – Menschen streben nach Zugehörigkeit. Seit der Erfindung der Fotografie hält das Medium Zugehörigkeit nicht nur fest, sondern kann sie ebenso befeuern oder infrage stellen. Fotografie macht es möglich zu demonstrieren, dass man Teil von etwas Größerem ist. Ebenso kann sie sich in den Dienst der Grenzziehung zu jenen stellen, die nicht Teil der eigenen Community sind. Die Ausstellung, die vom 10. Februar bis 25. Mai 2026 im Kunstpalast zu sehen sein wird, beleuchtet das facettenreiche Verhältnis von Fotografie und Gemeinschaft in Geschichte und Gegenwart. Sie versammelt angewandte wie künstlerische Positionen, die diesem Verhältnis nachgehen – sei es mit subtilem Witz, in eindrücklicher Solidarität, oder mit dem Ziel einer präzisen Analyse.
Lili Voigt
Info: Die klassische Redewendung ex ovo omnia (aus dem Ei stammt alles) verweist auf das Ei als Ursprung allen Lebens. Der Titel ex ovo machina verdreht dieses Prinzip bewusst: Aus dem Ei, Symbol für Geburt und organische Entwicklung, tritt nicht Leben hervor, sondern Maschine. Das Werk ist als klassisch komponiertes Stillleben angelegt. Es zeigt eine geöffnete Eierschale – umgeben von Spuren des Verfalls, bewohnt von einer technischen Konstruktion. Was ursprünglich für Wachstum stand, wird zur Trägerform einer künstlichen Übernahme. ex ovo machina beschreibt diesen Bruch mit dem natürlichen Zyklus: den Moment, in dem Technik den Platz des Lebendigen einnimmt – eine subtile, aber unumkehrbare Verschiebung des Ursprungsbegriffs. Der Videoloop verstärkt diese Spannung: Die Endlosschleife lässt den Eingriff in den Lebenszyklus als dauerhaft und unumkehrbar erscheinen. Lili Voigt hat eine fotografische Ausbildung absolviert und ihr Studium mit einem Diplom für Audiovisuelle Medien an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln abgeschlossen. Seitdem ist sie kontinuierlich als Medienkünstlerin tätig. Ort: Rotunde im Hentrichhaus.