ArtJunk
No. 28—2026

Life during Wartime (Künstler*innenkollektiv: Matthias Aeberli, Rainer Barzen, Anna Byskov, Sibylle Feucht, Markus Goessi, Birgit Kempker, Ingrid Roscheck, stöckerselig, Nika Timashkova, Pat Treyer, Yota Tsotra, Ana Vujic, Stephan Wittmer & Gerd Mies, Michael Nowottny

Info: Zur Midissage der Ausstellung fokussiert eine Kurzlesung von Birgit Kempker eine enge Symbiose aus Bild und Sprache. Unter dem Titel onandons/personals (Publikation Verlag: Urs Engeler, CH 2026) teilt sie poetische Reflexionen und unkonventionelle prägnante Statements über die Kunst mit. Ihre rituellen Texte und poetischen Übungen reagieren direkt auf das Grundrauschen unserer Jetztzeit. Birgit Kempker bricht darin das gesellschaftliche immer-weiter-so auf und erforscht sprachliche Methoden, um der existenziellen Zerrissenheit unserer Gegenwart zu begegnen. Zur Midissage wird Markus Goessi (Preisträger des Swiss Performance Art Award) unter dem Titel Von widerspenstiger Männlichkeit_Köln performen. Er untersucht die fluiden und widersprüchlichen Facetten von Identität. Tradierte Rollenbilder und geschlechtliche Zuordnungen werden unvorhersehbar, aufrüttelnd ins Wanken gebracht.

Labor Projektgalerie Life during Wartime ArtJunk

Vlasta Delimar (Performance-Künstlerin)

Info: Die kroatische Performance-Künstlerin Vlasta Delimar hinterfragt seit den 1980er Jahren die Freiheit der weiblichen Sexualität und deren Kodifizierung durch stereotype Rollen in einer patriarchalischen Gesellschaft. Dabei setzt sie ihren Körper als Mittel der Kunst ein und maskiert ihn mit weiblichen Attributen wie Spitzen und Schleiern. (…) Performance von Vlasta Delimar im Rahmen von MOTHER / Mit einer Einführung von Dr. Andrej Mirčev (Kurator, Künstler, Dramaturg).

Galerie Gisela Clement Vlasta Delimar ArtJunk

Jenny Michel

Info: Die Künstlerin Jenny Michel (*1975 in Worms; lebt und arbeitet in Berlin) nimmt uns mit in vergangene Utopien und verweist mit ihren ästhetischen Gebilden gleichzeitig auf das dystopisch Zukünftige. Informationen aus vergangener Zeit überwuchern die Oberfläche der Welt: Texte sind nicht mehr lesbar, Datenspeicher werden zu nutzlosem Material, ausgediente Bibliotheken werden zu rätselhaf­ten Ruinen fragmentierten Wissens. Jenny Michels Kunst spricht Intellekt und Gefühl gleichermaßen an. Ihr Medium ist das der Collage, obgleich es sich um Zeichnungen, Skulpturen, Wand- oder Rauminstallationen handelt. Jenny Michel hat sich den Materialien Papier und Holz verschrieben, die von hoher haptischer Qualität sind. (…) Nur Museumseintritt / 15:30 Uhr: Künstlerinnenführung mit Jenny Michel im Dialog mit Dr. Ina Dinter / Dauer: 60 Min. / ab 16:30 Uhr: Sektempfang im Foyer.

Kunstmuseum Villa Zanders Jenny Michel ArtJunk

Joel Li Boonma, Iris Edinger, Roman Jäkel, Jaqueline Klose, Eva Marmann, Max Mühlenbein, Cecilia Tue-Bi

Info: Diejenigen, die Kunst schaffen, begeben sich dorthin, wo neue Gedankenräume entstehen können. Sie suchen Antworten auf Fragen, die noch nicht gestellt wurden. Gib mir meine Gedanken ist der Aufruf, den das Kunstwerk an die Betrachter*innen stellt. Denn erst im Zusammenspiel mit den Betrachter*innen zeigt das Werk seine Fülle. Zugleich steht Gib mir meine Gedanken für den Dialog zwischen Werk und Autor*in und kann auch das Verhältnis zwischen Kunstschaffenden beschreiben. Gib mir, du mir, ich dir, wir uns, unsere, deine, meine Gedanken. Wir laden Sie ein, aktiv in diesen Dialog einzusteigen. So öffnet sich vielleicht die Möglichkeit Gedanken zu erlangen, die zuvor noch niemand dachte. Ort: Kunsthaus Essen, Rübezahlstr. 33, 45134 Essen / 18 Uhr: AUSBRUCH – Performance von Roman Jäkel.

HBK Essen Gib mir meine Gedanken ArtJunk

René Kersting

Info: Die Ausstellung 162 ECKEN zeigt erstmalig eine Auswahl der gleichnamigen Werkreihe. Die Serie der »162 Ecken« untersucht die atmosphärische Wirkung von Raumecken. Die Zeichnungen in Pigment auf Papier oszillieren zwischen Fläche, Nische und Körperhaftigkeit, eröffnen Wege, die um die Ecke führen, verschließen diese. Anknüpfend an die Bildreihe der 162 Ecken, werden Arbeiten des Werkzyklus Atmosphärische Situationen ausgestellt. Erweitert werden die ausgestellten Bildarbeiten durch eine begehbare Rauminstallation. Die atmosphärischen Momente der zweidimensionalen Zeichnungen werden in einen raumgreifenden Maßstab übertragen und so leiblich erfahrbar. (…) 18 Uhr: Künstlergespräch mit Dr. Cordula Fink (Dramaturgin, Kuratorin, Köln) / 19 Uhr: Musik – Rhythm Of Consistency von Matej Bonin gespielt von Michael Faust (Professor, RSH Düsseldorf, Begründer des Gargonza Arts Stipendienprogramms).

The pool René Kersting ArtJunk

Frankfurter Hauptschule

Info: Die Klasse der Frankfurter Hauptschule an der Universität der Künste Berlin präsentiert ihre Arbeiten aus dem Wintersemester 2021/22 zum Thema kANzELKuLTuR 666. In Videoarbeiten, Installationen und Performances untersuchen die jungen Künstler*innen in den Räumen des NAK – Neuer Aachener Kunstverein Cancel Culture, Impfskepsis, Sektenwesen und andere dadaistische Kunstformen. Die Frankfurter Hauptschule ist ein gut zwanzigköpfiges Kollektiv aus Frankfurt am Main, das sich an der Städelschule gründete und seit 2013 Kunst- und Schmerzgrenzen im Stresstest des öffentlichen und medialen Raums erforscht. In ihren Arbeiten loten die Künstler*innen gesellschaftliche Belastbarkeiten und juristische Zuständigkeiten aus. Seit dem Wintersemester 2021/22 nimmt die Frankfurter Hauptschule eine Gastprofessur an der Universität der Künste Berlin wahr.

NAK Neuer Aachener Kunstverein Frankfurter Hauptschule ArtJunk