ArtJunk
No. 25—2021

VACZINE

Info: VACZINE ist ein virtuelles Kunstkollektiv, das in Kooperation und kollaborativ agiert. Bestehenden Machtstrukturen – innerhalb und außerhalb der Kunstwelt – kann nur mit Multiperspektivität und Vielstimmigkeit begegnet werden. Deshalb schafft VACZINE Plattformen für Diskurse und Begegnungsräume, um unterschiedliche Stimmen zusammenzubringen.
How to Overcome the Body ist eine künstlerische Forschungsreihe, die sich mit den Möglichkeiten des digitalen Raums, dem Verhältnis von Körper und Virtualität und dessen politischen Dimensionen beschäftigt. Können visuelle Attribute wie Geschlecht oder Ethnizität und körperliche Fähigkeiten durch Technologie unterlaufen werden oder handelt es sich dabei um ein utopisches Konzept? In engl. Sprache. Anmeldungen unter bildung@kunsthalle-duesseldorf.de →

Kunsthalle Düsseldorf Vaczine ArtJunk

Defrag Zine

Info: Spiegel ermöglichen es, den eigenen Körper wahrzunehmen. Sind wir in einer aktiven Position des Schauens oder werden wir angeschaut? Spiegel reflektieren Licht und verlangsamen seine Geschwindigkeit minimal. Das heißt, wir erblicken uns selbst nie in genau dem Moment, in dem wir in den Spiegel schauen. Spiegel können so als Medium für Zeitreisen verstanden werden. Ermöglicht der Blick in den Spiegel eine Form queerer Zeitlichkeit, in welcher als anders markierte Menschen sich eine selbstbestimmte Utopie schaffen? In seiner Lecture Performance wagt Defrag Zine die Reise ins Spiegellabyrinth. Anmeldungen unter bildung@kunsthalle-duesseldorf.de →

Kunsthalle Düsseldorf Defrag Zine ArtJunk

Nicole Wolf (Senior Lecturer in Visual Cultures, Goldsmiths, University of London)

Info: Das Seminar lädt dazu ein, über Ethik und Prinzipien der Permakultur in einem erweiterten kulturellen und politischen Sinn zu reflektieren. Während des Sommers 2019 hat Nicole Wolf eine Reihe von Begegnungen mitentwickelt, um, ausgehend vom Erbe extraktivistischem Anbaus und rassistischem Kapitalismus, permakulturelle Ansätze zur Gestaltung von Formen des Zusammenlebens zu ermöglichen, zu lernen, zu diskutieren und zu praktizieren. Wie denken und praktizieren wir Reparaturen, wenn Beziehungen zu Land und Boden die Gewalt des Plantagenozäns anerkennen? Nach dem Austausch von Materialien und Fragen aus den oben genannten Begegnungen sind alle zu einer offenen Diskussion zur weiteren Erkundung verantwortlicher agrarkultureller Praktiken eingeladen. Zur Zoom-Anmeldung →

Temporary Gallery Nicole Wolf ArtJunk

Burcu Dogramaci (Professorin am Institut für Kunstgeschichte, Ludwig-Maximilians-Universität München)

Info: Der Vortrag Working Camera: (Gast-)Arbeit und Migration im Blick der Fotografie von Burcu Dogramaci diskutiert Fotografien seit den 1960er Jahren, die sich dem Themenfeld Arbeit und Migration widmen. Anlässlich der ab dem 19. Juni 2021 laufenden Ausstellung Vor Ort. Fotogeschichten zur Migration im Museum Ludwig werden Bildproduktionen zu und von arbeitenden Migrant*innen in Deutschland, ihren Wohnverhältnissen und dem Arbeitsalltag besprochen. Das Museum Ludwig präsentiert in der Ausstellung in Kooperation mit dem DOMID (Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V.) Privatfotografien von Arbeitsmigrant*innen zwischen den Jahren 1955 und 1989, welche im Raum Köln und weiteren Städten des Rheinlands entstanden. (…) Anmeldung zum Zoom-Vortrag unter anmeldung@gesellschaft-museum-ludwig.de →

Museum Ludwig Burcu Dogramaci ArtJunk

 

Karen Ah-nwei Lee (author)

Info: A short lecture, discussion and writing exercise with author Karen Ah-nwei Lee presented by Akademie Schloss Solitude. Register via Zoom →

Priska Pasquer Karen Ah-nwei Lee ArtJunk

Digitaler Vortrag von Prof. Dr. Matthias Weiß (Paris-Lodron-Universität Salzburg)

Info: Bis heute ist Beuys eine hohe Medienpräsenz zu bescheinigen: Film, Radio, Video und vor allem das Fernsehen nutzte er zur Bekanntmachung und Verbreitung, vor allem aber zur Verwirklichung seines Erweiterten Kunstbegriffs – zum Beispiel in Form von Aktionen, die nie live, sondern nur im Fernsehen anzuschauen waren. Der Vortrag wird veranschaulichen, warum das Fernsehen einen so hohen Stellenwert im künstlerischen Schaffen von Beuys einnahm und inwieweit seine Fernsehauftritte als Kunst einzuordnen sind. Zum Livestream →

Kunstsammlung Nordrhein Westfalen NRW Düsseldorf Joseph Beuys KPMG K20 K21 ArtJunk

Prof. Dr. Karen van den Berg (Lehrstuhl für Kunsttheorie und inszenatorische Praxis an der Zeppelin Universität Bodensee)

Info: Noch vor einigen Jahren waren sozial engagierte Kunstprojekte eine Randerscheinung. Heute spielen sie eine immer prominentere Rolle. Künstler*innen betreiben autonome Bildungseinrichtungen, initiieren Projekte mit Geflüchteten und sind wichtige Akteur*innen im Rahmen kooperativer Stadt- und Regionalplanungsprozesse. Damit hat sich auch die gesellschaftliche Funktion der Kunst insgesamt gewandelt. Leben wir also in einer Zeit, in der Joseph Beuys‘ Konzept der Sozialen Plastik längst in die Alltagspraxis überführt wurde? Oder beziehen sich die genannten Initiativen gar nicht auf diesen Begriff? Der Vortrag beleuchtet, welche Rolle das Konzept der Sozialen Plastik in der gegenwärtigen Community Art und sozial engagierten Kunstprojekten spielt. Inwieweit wird Beuys Konzept aufgegriffen, transformiert oder tradiert? Zum Livestream →

Skulpturenpark Waldfrieden Karen van den Berg Joseph Beuys ArtJunk

Kai van Eikels

Info: Niedlichkeit zieht alles ins Zweidimensionale und schickt es von dort in die jeweilige Ausdehnung zurück: Der Körper geht aus einer Zeichnung neu hervor. Kawaii-Kultur erlaubt es auszutesten, wie das Spiel von Linien und Proportionen die körperliche Wirklichkeit zu verändern vermag. Queeres Cosplay löst Grenzen zwischen männlich und weiblich, jung und alt, Mensch, Tier und Ding auf, um andere, aufregendere Unterscheidungen einzuführen. Was erwartet uns östlich des Binären? Anmeldungen unter bildung@kunsthalle-duesseldorf.de →

Kunsthalle Düsseldorf Queer Kawaii ArtJunk

Dr. Walter Kugler (Professor of Fine Art, Brookes University Oxford)

Info: Kapitalismus oder Sozialismus? – Das war eine zentrale Frage, die so manchen in den 60er und 70er Jahren umtrieb. Beuys’ Einstellung dazu: weder noch, ein dritter Weg musste begangen werden und er fand eine in die Zukunft weisende Richtung in den Überlegungen Rudolf Steiners. Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit in der Wirtschaft diktierte Beuys gemäß Steiners Dreigliederungsmodell in die Notizbücher seiner Zuhörer und verbildlichte sie in diversen Schemata an der Tafel. Diese Dreigliederung des sozialen Organismus war für Beuys real existierend, sie musste gar nicht erst eingeführt werden. Aber es braucht ein Umdenken, denn der soziale Organismus, so Beuys, ist krank, ist verfilzt, existiert nur in einer verzerrten Form. Es geht darum, ihn zu therapieren. Und da fängt die Arbeit an. Zum Livestream →

Skulpturenpark Waldfrieden Walter Kugler Joseph Beuys ArtJunk

Dr. Gabriele Mackert (Sammlungsleiterin, Kunst des 18.–21. Jahrhunderts, Hessisches Landesmuseum Darmstadt)

Info: So lautete das Urteil des Düsseldorfer Galeristen Alfred Schmela, der Joseph Beuys‘ Stuhl mit Fett in Kommission nahm. Heute ist er eine Ikone der Kunstgeschichte und ein zentrales Werk des Jahrhundertkünstlers. Schon als Beuys ihn 1964 in der Akademie in Düsseldorf auf dem Rundgang ausstellte, sorgte das für Aufsehen. Obwohl die Wuppertaler Sammlerin Stella Baum gezielt für den Ankauf sparte, ließ sie sich 1970 von Beuys überreden, ihr geliebtes Werk wieder zu verkaufen, damit es im Hessischen Landesmuseum Darmstadt in Block Beuys einen prominenten Auftritt bekommt. Dort überragt der Stuhl eine andere Provokation von Beuys: Fettecke aus: ‚Das Schweigen von Marcel Duchamp wird überbewertet‘. Beuys platzierte seine Werke nicht nur kongenial in Räumen, sondern auch in Kontexten. Zum Livestream →

Skulpturenpark Waldfrieden Wuppertal Joseph Beuys Gabriele Mackert ArtJunk