ArtJunk
No. 35—2026

Ein Impuls- und Austauschabend mit Andrea Velz (Pädagogin, Coach, Forscherin)

Info: Sind wir von Natur aus egoistische Wesen? Oder steckt in uns allen das Potenzial zur Kooperation und zum Guten? Diese grundlegenden Fragen stehen im Mittelpunkt eines Impuls- und Austauschabends mit Andrea Velz, der sich mit zwei wegweisenden Büchern befasst: Im Grunde gut des niederländischen Historikers Rutger Bregman und Anfänge: Eine neue Geschichte der Menschheit von David Graeber und David Wengrow. Beide Bücher haben für Wirbel gesorgt. Rutger Bregman stellt in seinem Bestseller die weitverbreitete Annahme infrage, dass der Mensch von Natur aus schlecht sei. (…) Die Pädagogin Andrea Velz wird die zentralen Thesen dieser beiden Bücher vorstellen und sie miteinander in Beziehung setzen. Was bedeuten diese neuen Erkenntnisse für unser Verständnis vom Gemeinsam in Gesellschaft, Politik und Zusammenleben? Können wir aus der Vergangenheit lernen, um eine bessere Zukunft zu gestalten? Und welche Rolle spielt unsere Vorstellung vom wahren Wesen des Menschen in aktuellen Debatten über Demokratie, Gerechtigkeit und soziale Verantwortung?

Pascal Rudolph (Vertretungsprofessor für Medienästhetik mit Schwerpunkt Musik, Universität zu Köln)

Info: Weltuntergang zu Wagners Tristan und Isolde, eine zum Tode verurteilte Björk, die am Galgen singt, Bachs Orgelmusik als Erklärung für Hypersexualität: In Lars von Triers Filmen erklingt hauptsächlich Musik, die es bereits vor den Filmen gab. Einerseits besitzt solche präexistente Musik ein ausgeprägtes Eigenleben, andererseits entsteht aus der filmischen Aneignung etwas Neues. Am Beispiel eines der einflussreichsten Regisseure der Gegenwart untersucht diese Video-Lecture, wie Filmschaffende Musik adaptieren und wie dadurch Bedeutungen und Wirkungen entstehen. Dabei gewähren unveröffentlichtes Produktionsmaterial, Insider-Interviews und zahlreiche Filmbeispiele einen exklusiven Einblick in die Arbeit bei Lars von Triers Filmprojekten – und in filmmusikalische Gestaltungsprozesse ganz allgemein. Pascal Rudolph ist Vertretungsprofessor für Medienästhetik mit Schwerpunkt Musik an der Universität zu Köln. Er forscht und lehrt an der Schnittstelle von Musik, Medien und Popkultur. Seine Forschung wurde national und international ausgezeichnet.

Filmwerkstatt Düsseldorf Lars von Trier ArtJunk

Info: Die Wuppertaler Forschungsgruppe des ATLAS-Experiments berichtet über ihre Arbeit an einem der größten wissenschaftlichen Projekte der Menschheit. Wie entsteht Erkenntnis über den Ursprung unseres Universums? Und wie arbeiten Tausende Forschende weltweit gemeinsam an diesen Fragen? Im Anschluss wird ein großes LEGO-Modell des ATLAS-Detektors zugunsten der Kunsthalle Barmen versteigert.

Nesrin Tanç (RUB, College Universitätsallianz Ruhr)

Info: Das Ruhrgebiet ist historisch gekennzeichnet von Arbeitsmigration, wobei die literarischen Zeugnisse dieser Migrationsgeschichten oft unbeachtet bleiben. Nesrin Tançs Vortrag (RUB, College UA Ruhr) widmet sich den Spuren von Arbeiter*innenkämpfen in der mehrsprachigen Literatur des Ruhrgebiets und lädt dazu ein, diese als Teil einer vielfältigen regionalen Erinnerungskultur zu entdecken.

Kunstmuseum Gelsenkirchen Radikale Hoffnung Kunst und Arbeitskampf ArtJunk

Julian von Mach (Deutschen Museum, Bonn), Dr. Susanne Blöcker (Kuratorin, Arp Museum)

Info: 14–15 Uhr: Vortrag KI erklärt – Transformationen von Bildbegriff, Wahrheit und Wirklichkeit mit Julian von Mach. Das Bild, ganz gleich ob still oder bewegt, gilt als unser Fenster zur Welt. Dieser Zugang wird durch eine symbolische Ordnung voller Regeln und Codes reguliert. Die zunehmende Popularität von Künstlicher Intelligenz schafft nun neue Regeln und neue Codes. Wie funktionieren die Systeme, die diese Bilder schaffen? Werden unsere bisherigen Wahrheitskriterien damit obsolet? Diesen und weiteren Themen nähert sich Julian von Mach im Laufe seines Vortrages an. Treffpunkt: Kunstkammer Rau / Kosten: kostenfreies Ticket, zzgl. Museumseintritt (Bitte buchen Sie ein kostenfreies Ticket über den Museums-Onlineshop →) / 15–16 Uhr: Kuratorinnenführung Wirklich mit Dr. Susanne Blöcker. Dr. Susanne Blöcker, die Kuratorin der Ausstellung Wirklich. Kunst und Realität 1400–1900, führt Sie durch die Ausstellungsräume und erläutert Ihnen wie jede Epoche ihre Wahrheit ins Bild setzt. Erfahren Sie mehr über die Spiritualität, Symbolik und Authentizität der ausgestellten Werke. Treffpunkt: Kunstkammer Rau / Kosten: 5 € zzgl. Museumseintritt (Tickets im VVK über den Museums-Onlineshop → erhältlich).

Arp Museum Ausstellungsansicht Wirklich ArtJunk

Dr. Alina Bock (Kunsthistorikerin)

Info: Herzliche Einladung zum Vortrag von Dr. Alina Bock über den Künstler Adolph Schroedter anlässlich der Ausstellung reMember. Claudia van Koolwijk & Stefan Demary und Adolph Schroedter (1805-1875) aus dem Malkasten-Archiv am Dienstag, 11. August 2026, um 19 Uhr. Adolph Schroeder zählt heute zu den wichtigsten Vertretern der Genremalerei der Düsseldorfer Malerschule und gilt aufgrund seiner satirischen Grafiken als Pionier des deutschen Comics. Dank zweier großzügiger Schenkungen in den Jahren 2015 und 2025 verfügt der Künstlerverein Malkasten nun über einen großen Teil des künstlerischen Nachlasses seines ehemaligen Mitglieds. In Ausschnitten wird dieser bedeutende Bestand nun erstmals öffentlich in der aktuellen Ausstellung reMember im Künstlerverein Malkasten gezeigt. Im Rahmenprogramm der Ausstellung spricht die Kunsthistorikerin Dr. Alina Bock über Leben und Werk von Adolph Schroedter. Jüngst wurde sie mit einer wissenschaftlichen Arbeit über den Künstler promoviert. (…)

Künstlerverein Malkasten Düsseldorf Adolph Schroedter ArtJunk

Dr. Dirk Tölke (Kunsthistoriker)

Info: Am Donnerstag 20. August 2026 laden wir um 18 Uhr zu einem Vortrag von Dr. Dirk Tölke ein: Hürden für die Kunst. Grenzen und Begrenzungen der Kunstfreiheit einst und jetzt. (…) Hürden können auf vielfältige Weise gedeutet werden: als Hindernisse oder Schutzanlagen, als zu überwindende Barrieren, sportliche oder emotionale Herausforderungen. Oft versperren sie den direkten Blick, zwingen und zu Umwegen an und eröffnen dadurch zugleich neue Perspektiven – räumlich wie gedanklich. Neun Künstlerinnen und Künstler des Atelierhaus Aachen begeben sich in der Ausstellung HÜRDEN und andere Hindernisse auf ihre ganz individuelle Spurensuche. Mit Malerei, Fotografie, Rauminstallationen und Objekten aus unterschiedlichsten Materialien stellen sie sich der Herausforderung. Dabei haben sie sich bewusst mehr oder weniger vom sportlichen Hindernislauf und vom Pferd gelöst und neue, eigenständige Zugänge entwickelt.

Atelierhaus Aachen Parcours ArtJunk

Gisela Tilly (Diplom-Restauratorin)

Info: Sibyllen sind faszinierende Figuren der antiken Mythologie. Im Gegensatz zu den institutionalisierten Orakeln (wie dem berühmten Orakel von Delphi) waren Sibyllen unabhängige, wandernde Prophetinnen. Sie wurden in ekstatischer Trance von den Göttern inspiriert, um oft düstere Vorhersagen über die Zukunft zu machen. Im Zuge der Vorbereitung des neuen CONNECT #3 Formats PROPHEZEIUNGEN – Wer deutet die Zeichen der Zeit? macht sich die Restauratorin Gisela Tilly ans Werk zwei Gemälde aus der Prämonstratenserabtei Clarholz zu restaurieren. Sie zeigen die Erythräische Sibylle und die Phrygische Sibylle aus der ersten Hälfte des 18. Jhd. Die Gäste sind eingeladen Gisela Tillys Erklärungen zu folgen und sich mit auf eine spannende Reise nehmen zu lassen,  rund um Material, Mythos und Geschichte. Eingewoben werden klassische sibyllinische Gesänge, vorgetragen durch die Sängerinnen Berenike Lazarek und Katharina  Lazarek (Mädchenkantorei). (…) Nur Museumseintritt / Anmeldung nicht erforderlich.

Karola Kraus (Kuratorin)

Info: Yayoi Kusama gilt als die bekannteste, vielseitigste und international erfolgreichste Künstlerin Japans. Nachdem ihr Werk in Deutschland erstmals 1968 im Städtischen Museum Mönchengladbach in einer Einzelausstellung gewürdigt wurde, fand die erste umfassende Überblicksausstellung erst 2002 im Kunstverein Braunschweig statt – sie markierte den Beginn der Kusama Obsession in Deutschland. Mit sich wiederholenden Punkten, Netzen und Spiegelräumen schafft Kusama immersive Bildwelten, in denen sich Raum und Wahrnehmung ins Grenzenlose auszudehnen scheinen und die eine ganze Epoche metaphorisch vorweggenommen haben: die Ära der Dot.Coms. Karola Kraus leitete von 1991 bis 1995 den Kunstraum Daxer in München. Danach organisierte sie für Katharina Sieverding Einzelausstellungen in internationalen Institutionen. 1999 übernahm Kraus die Leitung des Kunstvereins Braunschweig. Von 2006 bis 2010 war sie Direktorin der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden und von 2010 bis 2025 Generaldirektorin des mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien. 2022 kuratierte sie den Österreichischen Pavillon der 59. Biennale in Venedig. Sie ist Vizepräsidentin der Roswitha Haftmann Stiftung. (…) Kosten 5 € / 3 € ermäßigt / Mitglieder der Freunde kostenfrei / Treffpunkt: Museum Ludwig, Kinosaal.

Museum Ludwig Karola Kraus ArtJunk

Fee-Noa Wendsche (Soziale Arbeit, Gender & Queer Studies)

Info: Awareness etabliert sich in bestimmten Bereichen immer mehr als eine Antidiskriminierungssstrategie – allerdings liegt der Fokus meist auf den Besuchenden von Veranstaltungen. Im Studienprojekt Backstage Awareness hat sich Fee-Noa Wendsche (keine) mit der Frage auseinandergesetzt, welche Awareness-Bedarfe marginalisierte Musiker*innen haben. Dafür hat Fee-Noa Wendsche Interviews im Bereich der Neuen Musik geführt und so erste Hinweise darauf erhalten, wie Awareness für Musiker*innen umgesetzt werden könnte und was Betroffenen dabei besonders relevant erscheint. In dem Vortrag wird es um die Hintergründe sowie die Ergebnisse der Interviews gehen. Was ist überhaupt Awareness? Warum kann es relevant sein, in der Neuen Musik Awareness einzusetzen? Welche Einsdrücke lieferten die Interviews? Was bedeutet dies für die Awareness-Praxis in anderen Bereichen? Als Abschluss wird es eine freiwillige Frage- und Diskussionsrunde geben. Nach dem Vortrag gibt es die Möglichkeit zu einem Get-together mit Getränken, die an der Salon des Amateurs Bar erhältlich sind. Dabei laden wir zu einem Community-Austausch mit Clubbetreibenden, DJ-Kollektiven sowie Menschen aus verschiedenen Bereichen von Kunst, Club und Kultur ein. (…) Ort: Salon des Amateurs, Grabbelplatz 4, 40213 Düsseldorf / Eintritt frei, Spenden willkommen / Anmeldung per E-Mail an awareness@about-repetition.com →

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