Info: Einführung in das Hörerlebnis der Installation FERMATA, die Biodaten aus dem Park in eine Komposition übersetzt; zur Finissage auch speziell für Großeltern & Enkel (und weitere Gäste). Heute leben wir in einer Kultur des oberflächlichen Ereignisses. Durch aufmerksames Zuhören, das Eintauchen unter die Oberfläche, und das Wertschätzen von Kunstwerken als einzigartige Schöpfungen, wird eine neue Art der Musik-Bewegung durch aufmerksames Zuhören gefördert. Die eigene Perspektive auf den zeitlichen Verlauf der Musik wird im Slow Listening neu definiert – eine Perspektive, die sich von einem Hören zum nächsten verändert. Die Biorhythmen von lokalen Pflanzenarten aus dem Jahr 2025 werden in einer einheitlichen Klanglandschaft erfahrbar und verändern subtil die Haltung der Zuhörenden gegenüber der Musik – eine intensive Auseinandersetzung mit der Musik bzw. der dynamischen Pflanzenwelt um uns herum. Die Plätze sind begrenzt; Anmeldung möglich unter +49 (0) 2144-064 500 oder info@morsbroich.de →, Teilnahme im Eintrittsticket inbegriffen, keine zusätzlichen Kosten.
Raika Er
Info: Wut als marginalisierte Emotion in gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen bildet das inhaltliche Zentrum der Diplomausstellung von Raika Er. Die Arbeit To Hold What Breaks verortet Wut als marginalisierte Emotion in gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Wut nicht für alle gleichermaßen legitim ist: Während sie bei privilegierten Personen häufig als Stärke oder Durchsetzungsfähigkeit gilt, wird sie bei FLINTA* und BIPOC pathologisiert, abgewertet oder als Bedrohung markiert. Wut ist demnach nicht nur ein individuelles Empfinden, sondern auch ein Ausdruck von Machtverhältnissen. In Anlehnung an Sara Ahmed wird Wut nicht als rein innerpsychischer Zustand verstanden, sondern als relationale Kraft, die zwischen Körpern, Normen und Bedeutungen zirkuliert. (…) 18 Uhr: Performance mit Hyunsoo Auo, Samuels Ozoliņš, Xrista Panayotova, Daniela Riebesam, Kristina Bublevskaya und Raika Er.
Marc Botschen
Info: Marc Botschen setzt sich in seinen materiell diversen Arbeiten mit der deutschen Vergangenheit und ihrer Identitätspolitik auseinander, zeigt die Brüchigkeit dieser Selbstkonstruktionen auf und betrachtet eine Gegenwart, in der die Strukturen dieser Ideologien sich allseits wiederfinden. Im Zentrum steht dabei die Auseinandersetzung mit den Konstrukten des Selbst und dessen Simulakren. Anhand des Ahnenpasses – ein Relikt aus dem Dritten Reich und vorher im Besitz des Urgroßvaters des Künstlers – entwickelt Botschen eine Reihe von Ätzungen, bei denen die geschichteten Einzelseiten des Originaldokuments mit Säure auf Aluminiumplatten übertragen werden. So zum Ornament geronnen erscheint das Dokument, das einmal über Leben und Tod in der NS-Zeit entschieden hat, als ruinöses Relief – ein Alien, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Sprache und Zeichen, die Ideologien freisetzen und als Bilder zu Identifikationsträgern werden, bilden auch den roten Faden seiner malerischen Auseinandersetzung mit den oft paradoxen Prozessen und Strukturen von Identitätsbildung. Von den Bildwelten online politisierter Subkulturen inspiriert zeigen die Malereien emblematisch ein von Stärke, Macht, Dominanz und Härte bestimmtes Selbstideal. Ähnlich dem zersetzenden und verfremdenden Gestus der Säurebehandlung werden diese Versatzstücke im malerischen Gestus entfremdet, offen gelassen und dadurch in ihrem vorherigen Selbstverständnis in Frage gestellt und in ihrer Banalität humoristisch kommentiert. Ob die Symbole uns gehören, oder wir nicht viel mehr ihnen – diese Frage wird hier nochmal neu gestellt.
Wolfgang Nestler
Info: Zum Ende der Ausstellung WERDEFORMEN von Wolfgang Nestler laden wir herzlich ein zu einem besonderen Finissageprogramm. 15 Uhr: Führung durch die Ausstellung mit IKOB-Direktor Frank-Thorsten Moll auf Deutsch / 15:30 Uhr: Führung durch die Ausstellung mit IKOB-Direktor Frank-Thorsten Moll auf Englisch / 16:30 Uhr: Künstlergespräch mit Wolfgang Nestler, Frank-Thorsten Moll und Winfried Adams / Der Eintritt ist frei. Alle sind willkommen!
Lucas Aal, Miriam Bornewasser, Diana Derii, Ole Christian Dreihaupt, Michael Driesch, Paul Derichs, Beate Gärtner, Maria Golowin, Hu Xinyue, Lena Maria Hugger, Pius K., Jule Kupper, Haegang Lee, Nuah Lee, Lucien Liebecke, Qingsong Meng, Sophia Müller-Alheim, Hyejin Park, Sojeong Park, Kaya Pfaff, Julia Priss, Julia Reisinger, Zoé Marie Rossmannek, Insa Schülting, Shannon Sinclair, Jakob Stählin, Bela Stöttner, Qunyuan Wang, Naomi Xila-Xulis, Zahra Yacoub, You Xiangyuan, Mio Zając, Yusif Zakhovy, Zazie – Klasse Danica Dakić (Kunstakademie Düsseldorf)
Info: Wie kann eine künstlerische Reise in die ewige Stadt Rom heute gedacht werden? Welche Handlungs- und Imaginationsräume können angesichts der heutigen globalen Herausforderungen dabei erkundet werden? Wem gehört die Antike, wie sind Norden und Süden historisch konstituiert, wie erleben und denken wir heute das Verhältnis von Natur und Kultur? Künstler*innen der Klasse Dakić für Film und Video der Kunstakademie Düsseldorf begaben sich für die Ausstellung auf eine reale oder imaginäre Reise nach Rom. Mit unterschiedlichen Medien loten sie Handlungs- und Imaginationsräume aus. (…) ROM. ROM? ROM! versteht sich als künstlerisches Forschungsprojekt, als Gefüge von örtlichen und zeitlichen Überlagerungen, das durch die Auseinandersetzung mit historischen Referenzen einen neuen Blick auf aktuelle Fragestellungen eröffnet und Raum für experimentelle, kollaborative und prozessuale Arbeitsweisen schafft. Die Kombination aus Weiter- und Neuentwicklungen von Arbeiten spiegelt die Vielschichtigkeit der beteiligten Künstler*innen wider – ihre Fähigkeit, raumdurchdringend zu denken und sich immer wieder neu zu verorten. Der Forschungscharakter der Ausstellung erlaubt es, Fragen aufzuwerfen, statt Antworten zu liefern.
Achim Mohné
Info: Finissage mit Impulsvortrag KI und Copy-Cultures von Prof. Dr. Pamela C. Scorzin M.A. und Gespräch mit Achim Mohné, Klaus Urbons und Therese Schuleit vom Museum für Fotokopie in Mülheim, Moderation: Sabine Maria Schmidt.
Anna Budniewski, Christine Sun Kim, Brandon LaBelle, Karolin Meunier, Luzie Meyer, Miriam Stoney, Anna R. Winder
Info: Die Gruppenausstellung read to/for – I read to sense the doubling of time versammelt Arbeiten von Anna Budniewski, Christine Sun Kim, Brandon LaBelle, Karolin Meunier, Luzie Meyer, Miriam Stoney und Anna R. Winder und reflektiert in Verbindung mit dem titelgebenden Satz der Dichterin Lisa Robertson Lesen als künstlerische Praxis. Lesen wird dabei als Raum zeitlicher Überlagerungen verstanden, in dem Bedeutung beweglich bleibt, und sich im Vollzug der Lektüre immer wieder neu aktualisiert. Unterschiedliche Zeitlichkeiten – die des Textes und die der Lektüre – treten in ein Verhältnis von Gleichzeitigkeit und Nachträglichkeit und bilden rhythmische Bewegungen von Differenz und Nachhall. Lesen erscheint dabei als eine Form des inneren Hörens, geprägt von Rhythmus, Wiederholung, Stimme und Resonanz, und damit als ein Takt aus Pausen und Wiederkehr, der den Leseakt als auditive und multisensorische Erfahrung erfahrbar macht. (…) 14 Uhr: Kollektive Lesung Karolin Meunier. Übersetzungsszenen / 15 Uhr: Lesung Anna R. Winder. I sometimes think of her as a spider / 16 Uhr: Performance von Luzie Meyer.
Maxim von Schirach
Info: Mit der Installation in der Vitrine im Hentrichhaus zeigt Maxim von Schirach fünf Objekte: Ein Relief lehnt an der Wand, vier Objekte stehen auf dem Boden. Das Relief erinnert an Schilder. Licht und Schatten bestimmen seine Wirkung, nicht alle Linien sind parallel. Wenn man davor steht, kann man sich fragen, von welcher Seite aus man es eigentlich betrachtet. Die Bodenarbeiten lassen an Vogelhäuser denken, wobei die flachen Dächer der Häuser wiederum wie Rampen wirken. Sie lassen sich zusammen oder einzeln betrachten. Alles ist abstrahiert und in seiner Formensprache reduziert. Die Objekte sind weiß, wie die Vitrine selbst, der Ausstellungstitel spiegelt das wieder. Gleichberechtigt stehen die Elemente kontrastlos nebeneinander. Die Installation lässt sich nur von außen wahrnehmen. Die Arbeiten sind auf diese Situation bezogen. Ort: Jacobihaus / Ausklang in der JB’s Bar.
Florian Fausch
Info: Wie stellt man das pulsierende Leben einer Stadt dar? Wie fängt man deren Atmosphäre ein? Der Schweizer Maler Florian Fausch hat dafür seine ganz eigene Bildsprache gefunden. Seine Bilder irritieren unsere Begriffe von Raum, Architektur und Körper und führen die Koordinaten unserer Wahrnehmung in die Irre. Florian Fauschs Bilder lassen sich räumlich in einer klassischen Perspektive lesen. Aber sie sind vieldeutig, weil auf ihnen mehrere Ebenen der Wahrnehmung sich überlagern und Räume und Körper ineinander übergehen. Man erkennt architektonische Elemente, klar konturierte geometrische Formen und meint Dächer, Fassaden oder Fenster zu sehen. Aber undefinierte Farbflächen und gestischen Setzungen, die sich eben nicht so einfach erklären lassen, öffnen die Komposition über das Gegenständlich benennbare hinaus. Gegenständliches und Abstraktes treten bei Florian Fausch in einen ausbalancierten Dialog. (…) Thomas Kalau, stellvertretender Generalkonsul der Schweiz, wird ein Grußwort zur Eröffnung sprechen. Ort: Jacobihaus / Ausklang in der JB’s Bar.
Info:間 | MA – Wo Formentsteht versammelt zeitgenössische Positionen aus Japan, die sich durch eine besondere Sensibilität für Material, Geste und Zwischenräume auszeichnen. In feinen Stoffen, präzisen Zeichnungen, Holzobjekten und stiller Keramik wird Form nicht als abgeschlossenes Objekt verstanden, sondern als Ergebnis von Beziehung, Rhythmus und Wahrnehmung. Im Kontrast zur massiven Architektur des Bilker Bunkers entfalten die Arbeiten eine zurückhaltende Präsenz, in der das Wesentliche im Leisen sichtbar wird. Wir freuen uns auf einen gemeinsamen letzten Ausstellungstag mit Anwesenheit der Künstler Jimu Kobayashi und Takumi Ogata sowie frischen Sommer-Drinks auf unserer Bunker Terrasse. Jimu Kobayashi wird vor Ort zum Dialog zu seinen Werken einladen, Takumi Ogata ist ab 14 Uhr bei einer live Zeichen-Session zu erleben und hat außerdem einige besondere Kunstdrucke in limitierter Auflage mit im Gepäck. Wir freuen uns auf euren Besuch!