Joseph Beuys & Fluxus – kuratiert von Susanne Rennert
Info: Konzept, Aktion, Musik, Sprache und wissenschaftsbasierte Ansätze anstelle von traditionellem Tafelbild und Skulptur: Der erweiterte Kunstbegriff der intermedialen Fluxus-Bewegung bildet die Basis des Erweiterten Kunstbegriffs von Joseph Beuys. Die Ausstellung betrachtet Joseph Beuys nicht, wie so häufig, als solitäre Erscheinung, sondern setzt ihn in einen offenen kollaborativen Kontext. Darin spielen Künstlerkollegen wie Nam June Paik, Fluxus-Initiator George Maciunas oder die dänische Fluxus-Connection (Arthur Køpcke, Henning Christiansen) eine besondere Rolle. Innerhalb einer chronologischen Struktur wirft das Projekt Schlaglichter auf die frühen formativen Jahre (1962–1964) und auf die Zeit der Studentenbewegung, als sich im Umfeld der Düsseldorfer Kunstakademie der anti-autoritäre emanzipatorische Fluxus-Impuls durch Künstler wie Robert Filliou und Dieter Roth reaktivierte. (…)
Mika Rottenberg
Info: Am letzten Tag der Ausstellung wollen wir uns noch einmal zusammen ganz und gar in die bunten, skurrilen Welten von Rottenberg begeben. Mit Musik, Getränken und Glitzer lassen wir gemeinsam den Tag ausklingen. Programm u.a.: 15 Uhr: Führung mit dem Drag Queen-Duo Diamond Dust / 17:15 Uhr: Filmvorführung Remote mit Einführung und Popcorn / Für Musik und Getränke ist gesorgt. Teilnahme: Pay What You Want!
Simon Schubert
Info: Am Samstag, den 31. Januar, gibt es anlässlich der Finissage von 12 bis 18 Uhr die Möglichkeit, die Ausstellung Lichtlinien von Simon Schubert ein letztes Mal zu besuchen und mit dem kuratorischen Team, dem Künstler und anderen Gästen in den Austausch zu kommen. Um 16 Uhr führt Simon Schubert durch die Räume. (…) Die Ausstellung vereint unterschiedlichste Arbeiten des Kölner Künstlers Simon Schubert im ehemaligen Beuys-Atelier am Drakeplatz 4. Ein typisches Merkmal von Schuberts Werks ist die Auseinandersetzung mit dem Raum. So thematisieren vor allem seine Papierfaltungen und Pigmentreibungen architektonische Räume, lange Gänge, Türen, Fenster und perspektivisch verzerrte Interieurs. Sie erinnern an filmische Szenen. Durch präzise Faltungen verwandelt Schubert einfache Papierbögen in illusionistische Architekturen, die zwischen Zwei- und Dreidimensionalität schwingen. Was aus der Ferne wie ein Schatten oder eine zarte Linie erscheint, entpuppt sich aus der Nähe als haptische Oberfläche, die das Licht auf subtile Weise einfängt und reflektiert. Auch seine Pigmentreibungen ermöglichen es, feine Nuancen von Oberflächen und Räumen sichtbar zu machen und so deren Gestaltung und Wahrnehmung auszuloten. (…) 16 Uhr: Künstlerführung mit Simon Schubert.
Annette Kelm und Maren Lübbke-Tidow (künstl. Leiterin, EMOP Berlin – European Month of Photography) im Gespräch
Info: Das Gespräch zwischen Maren Lübbke-Tidow und Annette Kelm zu ihrer Ausstellung Die Bücher adressiert eine historische Fehlstelle: Publikationen, die 1933 durch die Nationalsozialisten systematisch aus dem öffentlichen Raum und dem kollektiven Gedächtnis eliminiert werden sollten. Ausgehend von der Recherche diskutieren sie die fotografische Reaktivierung dieser Leerstelle als einen Prozess der Übersetzung – von der Titelauswahl über die bildnerische Entscheidung bis zur Form in Ausstellung und Buch. Dabei geht es um die Frage, wie Fotografie Bedeutung generiert, indem sie Maßstab, Materialität und Medialität neu kalibriert. Der Austausch macht so die künstlerischen Strategien transparent, die für das Verständnis von Annette Kelms fotografischer Praxis grundlegend sind. Annette Kelm wurde 1975 in Stuttgart geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Maren Lübbke-Tidow ist Kunsthistorikerin und arbeitet als Autorin und Kuratorin in Berlin. Sie war Chefredakteurin der Zeitschrift Camera Austria International (Graz) und hat zahlreiche Ausstellungen zur zeitgenössischen künstlerischen Fotografie kuratiert. Seit 2021 ist sie künstlerische Leiterin des biennalen Festivals European Month of Photography in Berlin. (…) 16–17 Uhr: Artist Talk / 17–18 Uhr: Finissage.
Info: Die letzte Ausstellung vor der Sanierung widmet die Kunsthalle Düsseldorf einem gemeinsamen Blick in die Zukunft: der Zukunft der Kunsthalle, aber auch der Zukunft von Städten, urbanen Räumen, Gesellschaften und unserem gemeinsamen Zusammenleben. Die Ausstellung Wohin? Kunsthalle / Stadt / Gesellschaft der Zukunft nimmt die Schwelle, an der sich die Institution befindet, zum Ausgangspunkt und öffnet sie für eine kollektive Auseinandersetzung mit Fragen des städtischen und institutionellen Zusammenlebens. Die Kunsthalle wird dabei zum Denk- und Erfahrungsraum, zum Laboratorium der Möglichkeiten. Sie lädt dazu ein, sich mit Fragen der Architektur, Stadtplanung, kulturellen Teilhabe und Gestaltung öffentlicher und gemeinsamer Orten in einer Stadt auseinanderzusetzen – insbesondere in Zeiten tiefgreifender ökologischer, sozialer und ökonomischer Umbrüche. (…) 13:30 Uhr: Öffentliche Führung im Dialog.
Eckart Hahn
Info: Der Stil des Malers Eckart Hahn (*1971) lässt sich am besten als gebrochener Realismus beschreiben. Humorvoll und farbenreich bringt er die Abgründe der menschlichen Psyche, die Fehlstellen und Risse in der Welt zum Vorschein. Sein Blick richtet sich aber auch auf ein mögliches Arrangieren mit dem Paradoxen. Seine oft bühnenartigen Szenerien bereiten den Boden für Transformationen. Ob Gorilla, Elefant, Katze, Vogel, Wolf oder Tiger – Tiere spielen in Eckart Hahns Bildwelten mitunter die wichtigste Rolle. Die Ausstellung im Kunstmuseum Villa Zanders widmet sich erstmals Eckart Hahns Gemälden seit den 2000er Jahren bis heute, die sich explizit mit dem Material Papier auseinandersetzen. (…)
Béla Pablo Janssen
Info: Mit Theater der Sonnenzuwendung entwickelt Béla Pablo Janssen (BPJ) eine ästhetische Sprache, die Fragen der Wahrnehmung als Teil übergeordneter planetarer Zusammenhänge begreift. Die Sonnenzuwendung erscheint dabei als kosmischer Rhythmus, in dem menschliche und nicht-menschliche Prozesse miteinander verschränkt sind. Durch die Zusammenführung verschiedener Werkgruppen und ortsspezifischer Setzungen reflektiert die Ausstellung zugleich das zeitgenössische Potential eines Gesamtkunstwerks. Dabei knüpft BPJ an seine Auseinandersetzung mit Logiken des Archivs an: durch Verfahren des Sammelns, Schichtens und der Remontage werden Erzählweisen und Prozesse der Ordnungsbildung sichtbar gemacht und teils unterlaufen. (…) Live-Radiosendung: pilot.radio.fm →
Prof. Dr.-Ing. Christoph Grafe (Professor Architekturgeschichte und -theorie, Bergische Universität Wuppertal), Dr. Beate Eickhoff (Von der Heydt-Museum), Dr. Sarah Czirr & Prof. Dr. Jürgen Wiener
(Institut für Kunstgeschichte, Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf)
Info: Vom Bildhauer zum Konzeptkünstler: Das Von der Heydt-Museum Wuppertal, Turmhof 8, ehrt Guido Jendritzko (1925 Kirchhain/Niederlausitz – 2009 Wuppertal) anlässlich seines 100. Geburtstags bis 8. Februar mit einer Ausstellung Guido Jendritzko. Zum 100. Geburtstag. Dazu veranstaltet das Von der Heydt-Museum ein Symposium zur Finissage der Ausstellung und zwar am Freitag, 6. Februar 2026, 15–18 Uhr. Ausgehend vom Werk Guido Jendritzkos wird die Kunstszene der 1960er und 70er Jahre in Wuppertal thematisiert. Ein Fokus liegt auf der Werkkunstschule als Ursprungsort einer multidisziplinären Avantgarde mit internationaler Strahlkraft. Keynotes:Zur Geschichte der Wuppertaler Werkkunstschule im europäischen Kontext (Prof. Dr.-Ing. Christoph Grafe, Professor Architekturgeschichte und -theorie, Bergische Universität Wuppertal) / Die Wandlung des Kunstbegriffs am Beispiel der Werkentwicklung Guido Jendritzkos (Dr. Beate Eickhoff, Von der Heydt-Museum) / Wuppertal als Spielraum für Ideen (Dr. Sarah Czirr und Prof. Dr. Jürgen Wiener,
Institut für Kunstgeschichte, Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf) / Die Veranstaltung findet im Forum des Museums statt, dazu ist keine Anmeldung erforderlich, der Eintritt frei.
Andrea Lehnert, Aljoscha
Info: Andrea Lehnert und Aljoscha zeigen eine gemeinsame Installation, die Hoffnung und Krieg in einen stummen Dialog zwingt. Über ein labyrinthartiges Verdeckungsgeflecht aus tiefer funkelnden Farbtönen schweben Lila und Rosa, transluzente Formen. Was wissen wir über den Krieg? Wie abstrakt ist er? Falten unten kreuzen sich, verbergen etwas noch Dunkleres, erheben sich wie Berge. Was ist die Hoffnung? Wie real kann sie sein? Elpídas – zerbrechlich und beständig zugleich – spannt sich über Pólemos, ein Hindernis der Spannungen, voller Stille und unergründlich. Bonum Humanum existiert über Angst und Chaos. Die Installation fordert und zwingt zur Selbsterkenntnis. Lehnerts Farb-Raumgestaltungen greifen Materialität und Grenzen auf. Aljoschas Bioismen wirken wie Atem. Die Arbeit erzählt von Dunklem, das in uns lauert, und stillem Widerstand. Sie zeigt Verletzlichkeit, die Stärke ist. Krieg wie Hass ist nie greifbar und bleibt verschlossen. Jede Ecke ist gleichzeitig Schutz und Falle. Die Formen sind leicht, fast unsichtbar, und dennoch fordern sie das Begreifen.
Johannes Armborst, Michael Nitschke, Martin Pletowski